Jetzt wackelt auch Favre

Der BVB muss gegen Hoffenheim eine komplexe Gleichung lösen

Borussia Dortmund empfängt die TSG Hoffenheim. BVB-Kapitän Marco Reus fällt verletzt aus - und Trainer Lucien Favre liegt mit Grippe flach. Es wird kompliziert für den BVB.

Lucien Favres Platz auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim blieb frei. Den BVB-Trainer hat?s erwischt. Der Schweizer hat sich einen grippalen Infekt eingefangen. Ob Favre die Mannschaft heute (15.30 Uhr) betreuen kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Am Freitag jedenfalls war Bettruhe angesagt, Schlaf ist ja bekanntlich die beste Medizin. Kein Kontakt zur Mannschaft, maximale Schonung - und dann hoffen.

Ein Ausfall mit Tragweite

Michael Zorc stand den Journalisten am Freitag also alleine Rede und Antwort vor der schwierigen Aufgabe gegen Hoffenheim. Der BVB-Sportdirektor grüßte, ganz im Favre-Stil, mit einem freundlichen "Bonjour" in die Runde, doch die schlechte Nachricht, die der 56-Jährige im Gepäck hatte, dürfte nicht unbedingt zur schnelleren Gesundung seines Trainers beigetragen haben. "Marco Reus hat sich eine Muskelverletzung zugezogen und wird gegen Hoffenheim ausfallen." Auch ein Einsatz im Champions-League-Spiel am kommenden Mittwoch sei nicht gesichert, erklärte Zorc. "Das entscheiden wir Anfang nächster Woche."

Der Kapitän fehlt, mindestens gegen Hoffenheim. Die Frage nach der Tragweite des Reus-Ausfalls erübrigt sich eigentlich. "Wir hätten ihn natürlich lieber dabei, das ist doch ganz klar", sagte Zorc. In seiner aktuellen Verfassung sei Reus' Ausfall für jede Mannschaft der Welt ein Verlust. "Es wird die Aufgabe der anderen Spieler sein, ihn bestmöglich zu ersetzen." Wer für Reus auf der Zehnerposition auflaufen wird, konnte und wollte Zorc noch nicht verraten. Mario Götze vielleicht? Oder Maximilian Philipp? "Das weiß ich nicht, ich habe keinen Trainerschein."

Delaney sitzt Gelbsperre ab

Wenn es gut läuft, sind Reus und der gesperrte Thomas Delaney, der vergangenes Wochenende in Frankfurt seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison gesehen hat, die einzigen Leistungsträger, den es beim BVB zu ersetzen gilt. Bei Vizekapitän Lukasz Piszczek, der seit dem 5:1-Sieg gegen Hannover 96 über Fußschmerzen klagt, besteht noch Hoffnung, dass der Rechtsverteidiger pünktlich fit wird.

Linksverteidiger Marcel Schmelzer und Offensiv-Wirbelwind Jadon Sancho, die unter der Woche beim Pokal-Aus gegen Werder Bremen erkältet gefehlt hatten, sind wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Und auch bei den beiden Torhütern Roman Bürki und Marwin Hitz äußerte Zorc die "begründete Hoffnung", dass die Nummer eins und die Nummer zwei gegen die TSG wieder zur Verfügung stehen. Zumindest das dürfte Lucien Favre ein bisschen erholsamer schlafen lassen.

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