Keine Tore in Hannover

BVB lässt bei 96 die Effektivität der Vorwoche vermissen

Hannover - Borussia Dortmund tut sich im ersten Auswärtssspiel der Saison gegen aufopferungsvoll arbeitende Hannoveraner schwer. Beim 0:0 agiert die Borussia zu harmlos, ihr fehlt auch die Effektivität der Vorwoche.

In 23 Versuchen zuvor hatte Borussia Dortmund an der Leine immer ein Tor erzielt. Das versprach auch für den zweiten Saisoneinsatz der Schwarzgelben einiges, zumal das 4:1 gegen RB Leipzig im Training unter der Woche für gute Laune und spürbar Rückenwind gesorgt hatte.

Keine Änderungen im Mittelfeld

Den Weg nach Hannover hatten am Freitag auf der überfüllten A2 auch wieder etliche Fans angetreten, ein Spieler, der nicht im Kader stand, aber bog auf dem Weg nach Niedersachsen am Kamener Kreuz nicht rechts ab: Überraschend zeichnete sich am Mittag ab, dass am letzten Tag der Transferperiode Nuri Sahin den Verein verlassen würde. Den Dauer-Borussen, der mit zwei Unterbrechungen seit 14 Jahren in Dortmund als Profi zu Hause ist, zieht es ob seiner schwierigen Situation im proppevollen Mittelfeld zu Werder Bremen. Die besten Wünsche begleiteten den 29-Jährigen, der sich dann nach der offiziellen Bestätigung des Wechsels am Nachmittag in einem emotionalen Post bei Instagram verabschiedete.

Sahins originäres Einsatzgebiet war auch in Hannover vom spektakulärsten Neuzugang dieses Sommers besetzt. Und Axel Witsel, in China und Russland bei seinen bisherigen Stationen nicht regelmäßig auf höchstem Niveau abgeprüft, hatte jede Menge zu tun in der Schaltzentrale, in der er und Nebenmann Mahmoud Dahoud von Hannover permanent und mit hohem Tempo immer wieder angelaufen wurden. Das drängte Thomas Delaney in eine Aufbaurolle, die dem Ex-Bremer nicht sonderlich behagte.

Keine Ruhe im Aufbau

96 investierte eine Menge und wurde belohnt durch die Tatsache, dass der BVB erst nach 25 Minuten die erste Annäherung aufs Tor der Gastgeber zu verzeichnen hatte. Beim Schuss von Maximilian Philipp aber verhinderte eine Abseitsstellung das 1:0.

Hannover gestattete der Borussia in der ersten halben Stunde nur 33 Prozent Ballbesitz. Die Dreierreihe im Sturm, in der Marius Wolf den nicht einsatzfähigen Christian Pulisic (muskuläre Probleme) ersetzte, hing ob der Probleme im Aufbau lange völlig in der Luft. Auf den erst in dieser Woche verpflichteten Paco Alcacer hatte Trainer Lucien Favre noch komplett verzichtet.

Dahoud steckt durch auf Reus

Erst ein Pass des bis dahin sehr fehlerhaften Dahoud eröffnete Marco Reus die erste große Torchance - sein Schuss wurde von 96-Keeper Michael Esser mit einer starken Fußabwehr zur Ecke gelenkt. In der Mitte hätte Wolf allerdings nur einzuschieben brauchen (39.). Als Hannover ein weiteres Mal ungeordnet war, traf Reus' Vollspannstoß eine Minute später nur die Latte.

Nach der Pause aber herrschte wieder das Bild der ersten 35 Minuten vor. Hannovers Spieler rannten wie die Hasen, Dortmund bekam keine Ruhe in die eigenen Aufbauaktionen. Wie in Durchgang eins aber bekam der BVB dennoch die nächste dicke Chance: Philipps Kopfball tropfte ohne großen Druck an die Latte (60.), Hannovers Waldemar Anton traf den Dortmunder dabei mit der Hand im Gesicht, die blutende Platzwunde bei Philipp musste mehrere Minuten lang behandelt werden.

Zentimeter am Dortmunder Tor vorbei

Dortmund hatte die besseren Chancen, bei weitem aber nicht die Effektivität des Leipzig-Spiels. So auch bei der dicksten Chance, als Wolf gegen die entblößte 96-Deckung den Querpass deutlich zu scharf in die Mitte spielte (69.).

Die Minuten verrannen. Hannover wurde ein wenig müde, bekam dennoch aber die dicke Chance zur Führung, als Delaney im Kopfballduell gegen Anton unterlag. Um Zentimeter strich der Ball am Tor des bis dahin weitgehend beschäftigungslosen Roman Bürki vorbei (78.). Favre brachte in Jadon Sancho eine frische Kraft, zu einer zählbaren Chance kam der Gast aber auch in der fünfminütigen Nachspielzeit nicht mehr.

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