Der Kommentar

Enttäuschendes Halbjahr! BVB erlebt Monate der Extreme

MÜNCHEN - 130 Tage, 26 Spiele: Mit einem 4:0 in der ersten Pokalrunde gegen den FC Rielasingen-Arlen begann im August die BVB-Saison, am Mittwochabend endete die Hinserie mit dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal. Was bleibt hängen von den ersten sechs Monaten dieser Saison? Dirk Krampe kommentiert.

Wohl keine Mannschaft, selbst die Bayern nicht, kann für sich reklamieren, ohne Leistungsschwankungen durch so eine lange Phase zu kommen. Selten aber treten sie so stark auf wie in Dortmund in dieser Hinserie. Der BVB erlebte ein Halbjahr der Extreme. Mit konstant starken Auftritten zu Beginn. Aber eben auch mit so nicht zu erwartenden dramatischen Ausschlägen nach unten, die man bei einem Kader dieser Qualität nicht für möglich gehalten hätte.

Rauschendes Fest gegen Mönchengladbach

Als die Borussia gegen Mönchengladbach ein rauschendes Fest feierte, schwärmten viele vom neuen Stil, und sie schwärmten auch deshalb, weil sich mit der Dominanz, die Borussia Dortmund in dieser Frühphase zeigte, auch die Hoffnung auf ein Ende der Langeweile an der Tabellenspitze verband.

Ernsthaft an Dortmunder Titelchancenhat man da noch nicht geglaubt. Dafür gab es auch während dieser Siegesserie Indizien dafür, dass längst nicht alles stimmte im neuen Spiel unter dem neuen Trainer Peter Bosz. Gedankenhat man sich dann aber gleichwohl eine Woche nach dem 6:1 gemacht. Da siegte der BVB unspektakulär in Augsburg. Nach einer Leistung, die eigentlich keinen Sieg verdient gehabt hatte. Und sie wissen schon: Wer auch solche Spiele gewinnt?

Spieler beginnen zu zweifeln

Im Oktober aber kamen die Gegner, die die Schwachpunkte bei Borussia Dortmund bis ins Detail offenlegten. Irgendwann da muss auch wohl der Zeitpunkt zu suchen sein, wo auch die Spieler zu zweifeln begannen. Wo sie Zweifel hatten, dass die extrem offensive Ausrichtung auch gegen Top-Mannschaften erfolgversprechend sein kann.

Es folgten prompt ernüchternde Niederlagen. Nicht nur gegen Teams wie Leipzig oder Real Madrid, deren Leistungsstärke unzweifelhaft ist. Und als Borussia Dortmund nach dramatisch schlechten Auftritten bei den beiden Aufsteigern Hannover und Stuttgart verlor, weil die Mannschaft mittlerweile auch unverkennbar verunsichert war, als sie danach ein 4:0 im Derby verspielte, da wuchs sich die Talfahrt zu einer echten Krise aus, die am Ende zu einem Trainerwechsel führte.

Gute Chancen auf die Champions-League-Qualifikation

Peter Stöger kam. Und er hat es geschafft, die Mannschaft zu stabilisieren. Stöger hat nicht alles auf links gedreht, er hat Kleinigkeiten verändert. Das war sicher die richtige Herangehensweise. In der Bundesliga gelangen zwei Siege, auch das Pokal-Aus wird nichts daran ändern, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.

Mit der Rückkehr einiger wichtiger Stammkräfte, auch mit mehr Frische im Kopf nach einem auch mental sehr anstrengenden ersten Halbjahr, geht Borussia Dortmund in der Rückserie mit guten Chancen auf die direkte Qualifikation für die Champions League in die verbleibenden 17 Spiele.

Intensive Analyse

Das ändert freilich nichts daran, dass die erste Hälfte in fast allen Bereichen extrem enttäuschend verlief. Bei der üblichen Analyse, zu der sich die sportliche Leitung und Stöger noch vor Weihnachten zusammenhocken, muss daher, um mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu sprechen, jeder Stein umgedreht werden.

Auch wenn der BVB viele Verletzte hatte, so sind doch zu viele Spieler, die auch den Anspruch haben, in diesem Kader eine Rolle zu spielen, deutlichhinter den Erwartungen geblieben. Man darf davon ausgehen, dass die Bosse das nicht anders sehen und daher im Winter-Transferfenster auch aktiv werden. Mindestens ein Innenverteidiger von gehobenem Niveau wird wohl den Weg nach Dortmund finden.

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