Kommentar

Das 2:2 gegen Hertha BSC wird den BVB nicht umwerfen

Nach einer Siegesserie reicht es für den BVB gegen Berlin nur zu einem Punkt. Die Enttäuschung ist groß, vielleicht aber ist das 2:2 ein Dämpfer zur rechten Zeit. Dirk Krampe kommentiert.

Sebastian Kehl nahm die späte Wende im Spiel trotz aller Enttäuschung mit Humor. Die nicht ganz ernst gemeinte Frage, ob der BVB denn jetzt wieder den Atem der Bayern spüre, konterte er grinsend mit einer kessen Gegenfrage: "Wie haben die denn überhaupt gespielt?"

Gute Portion Spielglück

Das 2:2 hatte Kehl nicht die Laune verdorben. Vielleicht, aber das sagte er so natürlich nicht, kommt dieses unnötige Remis ja gar nicht mal so ungelegen. Vieles lief richtig gut in den vergangenen Wochen. Seit dem 1:1 in Hoffenheim hatte die Borussia sechs Mal in Serie gewonnen und sich dabei bisweilen in einen regelrechten Rausch gespielt - in einigen engen Situationen (in Leverkusen, gegen Augsburg, gegen Atletico) aber auch von einer guten Portion Spielglück profitiert. Im Rausch des Feinschmecker-Fußballs, den die Borussia parallel immer wieder auch zeigte, drohte das bisweilen unterzugehen.

Der Punktverlust gegen die starken Hauptstädter resultierte nun aus einer Mischung von Nachlässigkeit vor dem gegnerischen Tor, einer gewissen Naivität in der Verteidigung des eigenen Gehäuses in der Schlussphase, wie Marco Reus meinte - und eben dem Fehlen jenes Spielglücks, das der Borussia in den vergangenen Wochen durch so manch kritische Situation geholfen hatte.

Fehler sind Teil des Lernprozesses

Das Unentschieden wird Borussia Dortmund nicht umwerfen. Es wird die Mannschaft sogar weiterbringen, denn es dämmt die Gefahr, in der Konzentration nachzulassen, bereits im Ansatz ein. Und das Remis zeigt ihr auf, wie hart man in der Liga für die Punkte arbeiten muss.

Grundsätzliche Bedenken über den Weg der Borussia muss man nicht haben. Die Art und Weise, wie der BVB eine der stabilsten Defensiven dieser Liga bespielte, stimmte am Samstag über weite Strecken. Fehler wie der des jungen Dan-Axel Zagadou beim Foul vor dem Elfmeter in der Nachspielzeit passieren. Sie sind Teil des Lernprozesses. Und sie werden ihm (hoffentlich) nicht mehr allzu oft unterlaufen.

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