Korkut hat Stuttgarter Sorgen vergessen lassen

Die Leichtigkeit des Augenblicks

Stuttgart - Es klingt im Rückblick fast ein bisschen vermessen, wenn ein Verein über exorbitante Stimmungs- und Gemütsschwankungen spricht und nicht Borussia Dortmund heißt. Oliver Trust analysiert die Lage beim VfB Stuttgart.

Und sicher ist das, was der VfB Stuttgart durchmachte, nicht mit der Odyssee (z.B Bomben-Anschlag auf den Teambus) des BVB zu vergleichen, aber auch im Südwesten ging es extrem zu.

Ein neues Gefühl

Die heute spürbare Gelassenheit ist neu, sehr neu. Den Klassenerhalt praktisch geschafft zu haben, in (fast) jedes der acht Spiele mit dem neuen Trainer Tayfun Korkut ohne das Gefühl, hier geht doch eh nichts, gegangen zu sein, das ist neu. Nach fünf Siegen und drei Unentschieden ist alles vergessen, was vorher für große Unruhe sorgte. Hannes Wolf, der 36 Jahre junge und am Ende glücklose Trainer, ist ebenso weg wie die Skepsis mit der der 44 Jahre alte Deutsch-Türke Korkut, geboren in Stuttgart, beim VfB empfangen wurde.

Diese unwürdige Trainingseinheit ist vergessen, als Korkut Ende Januar auf den Rasen kam, um seine erste Übungseinheit abzuhalten, und mit eisigem Schweigen empfangen wurde. Ablehnung oder stiller Protest, besonders nett war die Sache jedenfalls nicht.

Rasant gestiegene Ansprüche

Vergessen ist auch, dass der VfB als Abstiegskandidat galt. Ein paar Wochen später gibt es die ersten Pfiffe beim 1:1 gegen den HSV, weil die Ansprüche rasant schnell gestiegen sind seit Korkut das Spiel stabilisierte. Der ehemalige VfB-Profi baute um die Routiniers im Kader (Beck, Gomez, Gentner, Badstuber) eine neue Hierarchie auf, integrierte Winterzugang Erik Tommy, installierte mit Nationalspieler Mario Gomez und Daniel Ginczek eine Doppelspitze.

Defensiv stabil und vorne um einiges effektiver - so kommt der neue VfB daher.

Wolf hatte den Draht zum Team verloren, und bleibt trotzdem ein guter Trainer mit Zukunft. Korkut stellte ihn wieder her. Dass manches Spiel mit reichlich Glück gewonnen wurde, ebenfalls vergessen.

Die nächste Saison eine große Prüfung

Obwohl jeder weiß, dass die große Prüfung nächste Saison wartet, genießt man in Stuttgart derzeit durchaus die Leichtigkeit des Augenblicks. Kommende Saison muss Sportvorstand Michael Reschke enorm gestiegene Erwartungen, eigene Ansprüche und einen aufgefrischten Kader unter einen Hut bringen. Derzeit aber gibt es dieses Gefühl, es kann nicht viel passieren, was ja auch stimmt, wenn man an den Klassenerhalt denkt.

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