Maximilian Philipp

Der neue BVB-Mittelstürmer aus den eigenen Reihen

Dortmund - Als Nachfolger für Pierre-Emerick Aubameyang schaut man beim BVB auch in den eigenen Reihen genau hin. Ein aussichtsreicher Kandidat ist Maximilian Philipp.

Maximilian Philipp muss selber lachen. "Ich bin variabel, das ist ja das Gute an mir", sagt er - und schaut dabei ganz schön schüchtern aus der Wäsche. Über die eigenen Stärken spricht der 24-Jährige nicht so gerne, auch nicht über seine Lieblingsposition. Wenn er sich bei BVB-Trainer Lucien Favre eine Position wünschen dürfte, wo würde er dann spielen? Philipps Antwort: "Wir Offensivspieler sind eigentlich relativ flexibel, deswegen ist es eigentlich egal. Hauptsache ich darf vorne spielen und nicht hinten." Das Frage-Antwort-Spiel mit Philipp erinnert ein bisschen an früher, als Mama immer fragte, was es zum Abendbrot geben solle. Egal, Hauptsache warm. - Egal hab' ich nicht.

"Keine verrückten Sachen"

Philipp will sich nicht festlegen, gibt lieber den Diplomaten, will sich nicht locken lassen. Dabei wäre die Gelegenheit gerade eigentlich günstig. Die Position in vorderster Reihe scheint bei Borussia Dortmund seit den Abgängen von Pierre-Emerick Aubameyang und Michy Batshuayi so vakant zu sein wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Und als sei das nicht genug, sagt Sportdirekor Michael Zorc, man werde bei der Stürmersuche "keine verrückten Sachen" machen. "Einen Stürmer einfach nur um des Verpflichtens Willen zu verpflichten - davon bin ich kein Freund." Der BVB habe Spieler im Kader, sagt Zorc, die auf der Stürmerposition spielen könnten und eine gewisse Torquote versprächen. "So wie zum Beispiel Maximilian Philipp".

Wie gesagt, die Gelegenheit ist günstig. Das weiß bei aller Bescheidenheit auch Philipp, der unter Favre den nächsten Schritt in Dortmund machen will. Der 20-Millionen-Euro-Mann, der vor einem Jahr vom SC Freiburg ins Ruhrgebiet wechselte, kam in seiner Premieren-Saison auf 28 Pflichtspiel-Einsätze, eine rausgesprungene Kniescheibe im Dezember 2017 beim Spiel in Leverkusen verhinderte eine noch bessere Bilanz.

Einzelgespräche während der USA-Reise

Er sei "offen für die Position ganz vorne" sagt Philipp. Und schickt für seine Verhältnisse dann so etwas wie eine Kampfansage hinterher. "Natürlich kann ich im Sturm spielen. Ich weiß, dass ich Tore schießen kann." Der Trainer habe mit ihm noch nicht im Detail über seine Rolle gesprochen, noch stünden Gruppengespräche im Vordergrund. Auf der neuntägigen USA-Reise, die am Mittwoch startet, sollen die ersten Einzelgespräche folgen.

Nicht ausgeschlossen, dass Philipp danach etwas genauer über seine Rolle in der kommenden Saison sprechen kann. Solange der BVB keinen namhaften Mittelstürmer verpflichtet - und Rafael Leao nur zum Urlaub in Dortmund weilt (wir berichteten) - deutet vieles auf einen Maximilian Philipp in vorderster BVB-Front hin. Er ist da variabel. Das ist ja das Gute an ihm.

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