Pause soll helfen

Einige Baustellen in Defensive und Offensive des BVB

DORTMUND - Nach der 1:2-Niederlage im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den FC Bayern München wollten alle nur noch nach Hause. Abschalten nach einer Hinrunde, die für die Rückserie viel Arbeit beschert. Doch der Rückflug endete nicht wie geplant in Paderborn, sondern in Münster. Doch jetzt ist Pause. Sie wird, das ist die große Hoffnung, der Mannschaft gut tun.

Der BVB hatte es eilig, wegzukommen aus München, der Flieger Richtung Heimat wartete. In Dortmund kann die Mannschaft nach solchen Abendspielen ohnehin nicht mehr landen. Doch auch in Paderborn, erfuhr man, könnte es schwierig werden. Bodennebel. Tatsächlich musste die BVB-Maschine dann nach Münster umgeleitet werden, der Arbeitstag, der eine weitere sportliche Enttäuschung bereithielt, verlängerte sich noch einmal.

Trainingslager ab dem 3. Januar

Doch die Pause jetzt, sie soll der Mannschaft helfen. Körperlich, aber auch vom Kopf her soll ab dem 3. Januar dann vieles anders sein, wenn mit der Reise ins sechstägige Trainingslager nach Marbella die kurze Vorbereitung auf die Rückrunde beginnt.

Dort muss sich einiges ändern. Bereits am Donnerstag erfolgte mit Trainer Peter Stöger die Analyse des Status Quo. Man muss kein Prophet sein, um zumindest die elementarsten Erkenntnisse voraussagen zu können. In der Abwehr fehlt es Dortmund an Stabilität und Qualität, im Angriff an Tempo und Durchschlagskraft. Beides war auch in München zu sehen.

Zu wenig Zweikampfverhalten

Wie ungehindert die Bayern in der Anfangsviertelstunde kombinieren durften, dass ließ auch Peter Stöger schaudern. Seine Elf habe kaum etwas von dem umgesetzt, was besprochen worden sei, gestand der Österreicher. "Das war zu wenig Zweikampfverhalten, zu wenig Mut." Die Bayern überrollten den BVB förmlich. Wie bei der Wassergymnastik für Senioren sah man viele Dortmunder Verteidiger permanent die Hände in die Höhe recken - ein verzweifelter Versuch, Stellungsfehler durch vermeintliche Abseitsstellungen der Bayern zu kaschieren.

Mit dem 0:2 zur Pause war die Borussia glänzend bedient. Doch dann wiederholte sich, was man schon aus den zwei vorherigen Pokalspielen in München kannte. Die Bayern schalteten mehrere Gänge zurück, vielleicht waren sie ja auch müde. Dortmund besann sich auf einige Grundtugenden des Fußballs. Und nach dem Anschlusstreffer von Andrey Yarmolenko hatte der eingewechselte Alexander Isak in der zweiten Minute der Nachspielzeit tatsächlich die Riesenchance zum 2:2.

Mit Akanji sehr weit

Hadern mochte Stöger mit der verpassten Gelegenheit nicht, "auch wenn es spannend gewesen wäre, eine Verlängerung zu spielen. Wir waren körperlich in einer guten Verfassung." Auf jeden Fall in einer besseren als die Münchner, deren Trainer Jupp Heynckes sich ärgerte: "Dieses Zittern hätten wir uns ersparen müssen. Wir hatten genügend Chancen!"

Auch wenn das Pokal-Aus schmerzte: Der BVB wird sich schnell den dringenden Problemen widmen. Für die Abwehr ist Verstärkung unabdingbar, sie könnte in Manuel Akanji bereits gefunden sein. Der Innenverteidiger spielt noch für den FC Basel, dem Vernehmen nach ist man mit ihm sehr weit.

Rückkehr von Mkhitaryan ein Gedankenspiel

Dass auch die Offensive Blutauffrischung gebrauchen könnte, wird niemand bezweifeln. Eine Rückkehr von Henrik Mkhitaryan ist aber vorerst nur ein Gedankenspiel. Ablöse und Gehaltsforderung des Armeniers und das undurchsichtige Spiel seines Beraters stehen der Realisierung deutlich mehr im Weg als das kategorische "Nein" von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, das er auf eine entsprechende Frage aussprach, als Mkhitaryan vor 18 Monaten den Klub im Unfrieden verließ.

Auch auf der Abgabeseite könnte sich was tun. Dass ausgerechnet der Berater von André Schürrle vor dem Spiel in München die geringen Einsatzzeiten seines Schützlings monierte, mutet dabei mehr als seltsam an. In der Hinrunde war Schürrle in den seltensten Fällen gesund und fit. Äußern mochte sich die sportliche Leitung dazu nicht. Die Elefantenrunde tagte am Donnerstag ausführlich.

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