Povlsen lobt Delaney in höchsten Tönen

Ex-BVB-Spieler: Solche Typen gibt es nicht so oft

DORTMUND - Der BVB zahlt 20 Millionen Euro Ablöse für Bremens Thomas Delaney. Richtig angelegtes Geld, meint Flemming Povlsen. Dortmunds Ex-Publikumsliebling lobt seinen Landsmann im Interview in den höchsten Tönen.

Was ist Thomas Delaney für ein Typ?

Er ist eine zugängliche Person, er strahlt Freundlichkeit aus. Er ist einer, der den Leuten entgegenkommt. Als Persönlichkeit. Außerdem hat er beim Fußball eine Spielweise, die ankommt.

Inwiefern?

Er kommt über den Kampf, über Lauffreude und Einsatz. Von daher passt er genau zu Borussia Dortmund. Diese Eigenschaften habe ich in den letzten Jahren etwas vermisst. Er bringt auch eine gewisse Ausstrahlung mit, die auch beim Publikum ankommt. Er ist eine sehr starke Ergänzung zu den Spielern, die schon da sind. Und der Kader vom BVB braucht vielleicht auch einen Typen wie Thomas, vom Einsatz her. Der bringt immer noch die gleiche Leistung, egal ob seine Mannschaft vor- oder zurückliegt. Solche Typen gibt es nicht so oft, er ist einer davon.

Delaney wird als laufstark beschrieben...

Er spult immer seine Kilometer ab und kann auch in die Box gehen. Wie damals, zu meiner Zeit, vielleicht ein Michael Zorc. Einer, der in den Strafraum reingeht, torgefährlich ist. Auch mit dem Kopf. Der BVB hat einen Spieler mit guter Mentalität gekauft.

20 Millionen Euro sind eine hohe Ablösesumme, oder?

Für so einen starken Spieler ist das heutzutage fast billig. Delaney ist leicht zu integrieren, weil ihn die Leute und die Mitspieler mögen werden. Von daher ist es auch für Thomas einfach, sich in Dortmund zurechtzufinden. Das Stadion will ja Spieler sehen, die immer wieder aufstehen, wenn sie hingefallen sind, und weiterlaufen. Das erinnert mich an meine Zeit: Mir ist nicht alles gelungen, aber ich habe immer versucht, auch Zeichen zu setzen. Und das haben die Leute gemocht. Thomas Delaney tickt da ähnlich. Er hat die Voraussetzungen, ein Publikumsliebling zu werden. Andere machen das durch Technik oder Tore, er durch seinen Einsatz. Fußball ist immer noch ein Laufspiel, und das hat er in sich.

Ist mit 26 Jahren der BVB der richtige Schritt?

Ja, er passt sehr gut in die Bundesliga. Als er vom FC Kopenhagen zu Werder ging, wusste ich sofort, dass das passt. Bremen war eine gute Basis, jetzt ist Dortmund noch eine oder zwei Nummern größer. Da sind die Anforderungen noch deutlich höher als in Bremen. Die BVB-Fans geben viel, aber sie erwarten auch viel. Thomas kann mit dieser Aufgabe weiter wachsen. Er steht für eine Mentalität, die in Dortmund immer gefragt war und in den vergangenen Jahren etwas verschwunden ist.

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