Rückkehr nach Belgien

Axel Witsel hebt das BVB-Spiel auf eine andere Ebene

Mit seiner Präsenz auf dem Feld hebt Axel Witsel das Spiel des BVB auf eine andere Ebene. Beim Champions-League-Spiel in Brügge setzen die Borussen fest auf den Belgier. Doch der warnt.

Anliegen gab es viele. Und Axel Witsel tat, was er kann, um alle glücklich zu machen. Ein schwer krankes Kind, dem er am Freitagabend einen Stadionbesuch ermöglichte. Den BVB und seine Fans, denen er als Teilzeit-Arbeiter mit seinem Anteil am 3:1 gegen Eintracht Frankfurt ein angenehmes Wochenende bescherte. Und final noch ein halbes Dutzend Reporter aus Belgien. Im kleinen Fußballland, seit der WM groß rausgekommen, wählten die Fans Witsels Fallrückzieher-Treffer aus dem Spiel gegen RB Leipzig als "Tor des Monats" - und am Dienstag kehrt der Wuschelkopf mit dem BVB zurück in die Heimat. Brügge gegen Borussia, Königsklasse. Witsel-Fieber.

"Ein bisschen Ausruhen"

"Es ist gut, wieder nach Belgien zurückzukehren und dort zu spielen", diktierte Witsel höflich in die Aufnahmegeräte. Die Nähe zum Heimatland war einer der Faktoren für seine Westfalen-Auswahl. Er habe sich wohlgefühlt mit der Entscheidung, "und ich glaube, dieser Verein ist für mich der richtige".

Daran, dass Witsel der richtige Mann für den BVB ist, gibt es wenig Zweifel. Falls es noch eines Beleges der Wertschätzung bedurfte, sei angeführt, dass Lucien Favre ihm als einzigen Spieler Schonung verordnete vor dem Start in die Champions League. "Der Trainer wollte, dass ich mich heute ein bisschen ausruhen kann." Als der BVB dann in Durchgang zwei zunehmend die Orientierung verlor, musste der Kicker mit dem integrierten Kompass für die richtige Spielrichtung aufs Feld. Mit Witsel, Torschütze Paco Alcacer und dem zweifachen Vorleger Jadon Sancho wechselte Favre den Sieg ein. 20 bis 30 Minuten genügten, um die Sonderstellung zu rechtfertigen.

Neue Mentalität

"Wir messen im Fußball mittlerweile alles. Aber Dinge wie Präsenz und Ausstrahlung kann man nicht messen", erklärte BVB-Berater Matthias Sammer bei Eurosport. Witsel ist einer wie Sammer früher. Mit intuitiver Strategie in den Genen. Einer, der die Mitspieler besser macht und an dem sie sich aufrichten können. Vor Monaten noch hätten dem BVB gewogene Zuschauer nach dem Ausgleich der Eintracht wohl sorgenvoll dem Abpfiff entgegengezittert. Nun schlugen die Borussen zurück, wie schon in Fürth, wie gegen Leipzig, nun gegen Frankfurt. Das wertete Sportdirektor Michael Zorc als ein Zeichen für die ersehnte, neu hinzugewonnene Mentalität. Als Chef auf dem Platz entpuppt sich dabei der belgische Kreisel.

"Axel Witsel hat sofort Kontrolle über das Spiel bekommen", sagte Zorc, "das war sehr gut." Eine Kunst, bei gerade einmal 22 Ballkontakten, bei denen auch die Reporter aus dem kleinen Nachbarland ganz genau hinschauten. Ihre Berichte erhärten die Eindrücke aus Dortmund. Trotz großflächiger Tätowierungen und extrovertierter Frisur ist der Mann, der auf dem Platz auch mal böse gucken kann, ein zugewandter, freundlicher Familienvater. "Ich bin immer noch der gleiche Typ geblieben", versicherte er den Landsleuten.

Den Fußball in der Heimat immer beobachtet

Zur Mittagszeit fliegt Witsel am Montag mit dem BVB in die Heimat. Landung in Ostende, Abschlusstraining im Jan-Breydel-Stadion. Den Fußball zuhause habe er immer beobachtet, sagt Witsel. Tabellenführer Club Brügge spiele "momentan den besten belgischen Fußball". Einer der besten Belgier spielt für die Mannschaft aus Deutschland.

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