Rückkehr nach Bremen

BVB-Kämpfer Delaney: Jetzt brauchen wir ein Wunder

An alter Wirkungsstätte erlebt Thomas Delaney beim 2:2 des BVB in Bremen "eine gefühlte Niederlage". Für den Titel bräuchte es jetzt ein Wunder. Und für den Systemabsturz Erklärungen.

Können Sie erklären, was da heute auf dem Platz passiert ist?

Es fühlt sich an wie eine Niederlage. Wir haben am Sonntag eine zweite Chance bekommen, und wir haben sie verpasst. Die erste Hälfte war gut von uns, wir hatten viele Chancen. Und die zweite Hälfte war dann ganz, ganz anders. Es ist ja nicht das erste Mal gewesen, dass wir mit zwei oder sogar drei Toren führen und dann nicht gewinnen. Das müssen wir natürlich besser hinbekommen.

Wie passiert das, dass die Mannschaft in kurzer Zeit nicht wiederzuerkennen ist?

Es kommt Druck vom Gegner. Dagegen haben wir in den letzten Wochen keinen Schlüssel. Aber mit der Qualität, die wir haben, müssen wir das besser lösen können.

Ist das eine Nervensache, wenn dann auch Spielern solche individuellen Aussetzer unterlaufen?

Ich weiß gar nicht, ob es an den Nerven liegt oder woran sonst. Ich weiß nur: Das muss besser werden.

Ist jetzt die Meisterschaft erledigt, obwohl es rein rechnerisch noch möglich ist, Erster zu werden?

Gefühlt ist es vorbei. Das hätte ich vorige Woche aber auch gesagt. Zwei Spiele, vier Punkte und das schlechtere Torverhältnis: Wir brauchen ein Wunder.

Wie ist die Stimmung in der Kabine?

Stille. Wir sind nicht zufrieden. Wir schwanken zwischen sehr, sehr gut und schlecht. Jetzt haben wir noch zwei Spiele. Wir wollen nicht am Boden liegen und weinen.

Der BVB hatte das Spiel komplett im Griff. Wie erklären Sie, dass individuelle Patzer die Mannschaft immer wieder so aus der Fassung bringen?

Das ist nicht einfach. Manchmal sind es grobe Fehler, manchmal kleine Fehler. Wir hatten ja auch Chancen für mehr Tore. Aber wir müssen auch sagen, dass wir in der zweiten Hälfte einen starken Gegner hatten. Wir waren schlecht, Werder sehr gut.

Was geht Ihnen in solchen Szenen durch den Kopf?

Ganz viel. Du weißt, es ist nicht vorbei. Du weißt auch, jetzt kommt ganz viel Druck. Aber wir sind Profis, wir haben das alle schon erlebt, wir müssen damit umgehen können.

Müssen Sie Roman Bürki oder Manuel Akanji aufbauen nach ihren Fehlern?

Nein, das hat auch nichts mit ihren Fehlern zu tun. Ich habe auch drei, vier oder fünf Fehler gemacht im Spiel, aber daraus ist kein Gegentor entstanden. Fehler machen wir alle, als Torwart ist es dann besonders schwer.

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