Selbstsicherheit fehlt

Mario Götzes Situation beim BVB bleibt schwierig

Nach drei Bundesliga-Spielen in der BVB-Zuschauerrolle darf Mario Götze in Brügge endlich wieder spielen. Es ist ein durchwachsener Auftritt des 26-Jährigen. Die Situation bleibt schwierig.

Ein kurzer Kontakt zu Lucien Favre, dann klatschte Mario Götze auch die ab, die auf der Ersatzbank saßen. Da, wo zuletzt ja sein Stammplatz gewesen war. Die Spieluhr zeigte die 62. Minute, es war das Ende von Götzes Arbeitstag, er machte Platz für Shinji Kagawa. Seine Mimik sprach Bände, zufrieden sah er nicht gerade aus.

Großes mediales Interesse

Götzes erstes Pflichtspiel nach drei Bundesliga-Partien, die für ihn auf der Bank stattfanden, die Frusterlebnisse gebracht hatten und die das mediale Interesse an seinem Status bei Borussia Dortmund rasant ansteigen ließen, bot von allem etwas. Er lieferte Stoff für seine Kritiker, weil die Impulse für das Dortmunder Spiel überschaubar waren, weil er in Zweikämpfen Probleme hatte. Es gab aber auch kleine Lichtblicke. Zum Beispiel, wenn er in die Tiefe des Raumes startete. Götzes Laufwege zeigten, dass er ein intelligenter Fußballer ist, und es war nicht seine Schuld, dass nicht einmal der Ball dann auch den Weg zu ihm fand.

Unterm Strich stand aber ein Spiel, das die Fragezeichen um Mario Götze nicht wegwischen konnte. Es war unübersehbar, dass ihm die Selbstsicherheit ein wenig abhandengekommen ist in den zermürbenden Wochen der Reservistenrolle. Das Risiko, schwierige Bälle zu spielen, wurde in den zwei, drei Situationen, in denen er es probierte, leider auch nicht belohnt. Götze war viel mehr darum bemüht, keine Fehler zu machen, als seine kreative Ader auszuspielen. Dabei sollte er derjenige sein, der dieser Mannschaft einen inspirierenden Input liefert.

"Werde immer den Anspruch haben zu spielen"

Woher, muss man aber auf der anderen Seite einräumen, sollte diese Selbstsicherheit kommen? Mario Götze musste sich nicht viel vorwerfen lassen in der Vorbereitung, die von ihm ordentlich war. Er verlor dennoch seinen Platz, weil der neue Trainer in seinem bevorzugten System keine Position für ihn sah.

"Ich werde immer den Anspruch haben zu spielen", sagte Götze nun nach dem glücklichen 1:0 in Brügge, "und ich hätte gern heute auch 90 Minuten gespielt." Götzes einfache Rechnung: Nach einem einstündigen Abnutzungskampf mit intensiven und physischen Duellen habe Brügge nachgelassen, das hätte auch ihm in der Endphase des Spiels mehr Raum, mehr Ballbesitz und mehr Möglichkeiten, Chancen zu kreieren, eröffnet.

In guter Gesellschaft

Favre aber hatte genug gesehen. Und Götze hatte auch keine Probleme zuzugeben, "dass das nicht mein bestes Spiel war." In den entscheidenden Momenten da zu sein, "das kommt auch mit dem Rhythmus. Auch ich muss Spiele machen, das ist wichtig für jeden", meinte er. "Es gibt niemanden, der immer nur zehn Minuten spielt und immer trifft."

Ob und wann Mario Götze seine nächsten Minuten bekommt, dazu mochte Lucien Favre natürlich nichts sagen. Götze befand sich mit seiner Leistung in guter Gesellschaft, er war beileibe nicht der einzige, der nicht an sein Limit herankam zum Start in die Königsklasse. Marco Reus, Kapitän und Götze-Freund, warb nach dem Spiel daher darum, Normalität einkehren zu lassen. Egal ob Sieg oder Niederlage, egal ob mit oder ohne Götze auf dem Rasen, "er ist immer ein Medienthema. Mein Appell wäre, dass man ihn einfach mal kicken lässt."

"Wir brauchen auch Mario"

Denn der BVB, da ist sich Reus sicher, werde die Qualitäten Götzes im Verlauf der Saison noch dringend brauchen. "Wir brauchen jeden, wir brauchen auch Mario. Denn er hat großartige Fähigkeiten, die wir auf jeden Fall auch sehen werden."

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