Spektakel garantiert

Der BVB peilt in Hannover den perfekten Saisonstart an

Dortmund - Der BVB blickt gespannt auf das heutige Ligaspiel bei Hannover 96 (20.30 Uhr). Gelingt auch ohne Stürmer Alcacer der zweite Sieg? Und was sagt Doppelfunktionär Sammer?

Weder Tröten noch Trompeten waren bisher zu vernehmen. Obwohl seit April fast wöchentlich die sogenannte Elefantenrunde bei Borussia Dortmund tagt. Das Kompetenzteam aus Geschäftsführer, Sportdirektor, Lizenzspieler-Chef und externem Berater steckt dann die Köpfe zusammen. Nach außen gedrungen ist bislang kaum etwas vom Gedankenaustausch der sportfachlichen Schwergewichte Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc, Sebastian Kehl und Matthias Sammer.

Sammer in der zweiten Rolle

Bis jetzt. Am Freitagabend können TV-Zuschauer rar gesäte Einblicke erhaschen. Wenn Sammer, der den BVB mit seiner Expertise befruchtet, in seiner zweiten Rolle zu sehen ist als Experte bei Eurosport im Rahmenprogramm des BVB-Spiels bei Hannover 96 (20.30 Uhr).

"Wenn du aus einer Gesprächsrunde von vier, fünf Stunden kommst und du fühlst dich stärker als vorher, dann ist das cool", beschreibt Watzke die Elefantenrunden. Er bewertet diese Treffen als "sehr gut" und die Atmosphäre als "vertrauensvoll". Sammer, über dessen Doppelrolle nach seinem schwarzgelben Jubel beim DFB-Pokalspiel in Fürth die ersten Kritiker aufgeregt die Nase rümpften, betont seine fachliche Unbestechlichkeit. Egal ob Dortmund, Schalke oder Bayern, es gehe ihm "nur um die Sache, nicht um Politik".

BVB reist als Tabellenführer an

Wie er die Borussia analysiert, das hängt nach dem 4:1 gegen RB Leipzig, das ordentlich Luft unter die Flügel pustete, wesentlich auch vom zweiten Eindruck ab. Den hinterlässt der neue BVB nun in Hannover. Schlechter als vor einem Jahr kann das kaum werden: Als Tabellenführer reisten die Dortmunder an, und 96 zerlegte die naiv auftretende Elf von Trainer Peter Bosz beim 4:2 in ihre Einzelteile.

Die Risse im Team, die uneinheitliche Herangehensweise auf dem Feld, der hilflos wirkende Coach - damals hätte Sammer kübelweise Kritik ausgeschüttet über die Borussia. Sein heutiges beratendes Wirken im Auftrag der Westfalen ist ja als Konsequenz eines der Ergebnisse der Saisonanalyse.

Alcacer fehlt noch

Stundenlang Gedanken gemacht hat sich auch Lucien Favre. Erleichterung und Freude über den ruckelfrei anlaufenden Neustart waren ihm anzusehen in dieser Woche. Er sei "glücklich", bemerkte der kauzige Schweizer am Mittwoch sogar. Froh macht den 60-Jährigen, über Fußball nachzudenken. Und da hat sich in den letzten Tagen die erwünschte konzeptionelle Erweiterung seiner Planspiele eingestellt. Paco Alcacer, seit Donnerstag 25 Jahre alt, ist ein "richtiger Neuner". Mit ihm bekommt Favre noch mehr Gestaltungsspielraum. Allerdings noch nicht am Freitag.

Alcacer sagt von sich selbst, sein Spiel sei "darauf ausgelegt, Tore zu erzielen". Dieser Spielertypus fehlte noch in Dortmund, diese Meinung vertrat nicht nur Favre, sondern wohl auch die gesamte schwarzgelbe Elefantenrunde. Auf sein Debüt im Borussen-Trikot muss der spanische Mittelstürmer aber wohl noch warten, die Reise nach Hannover trat er nach Informationen dieser Redaktion nicht mit den Teamkollegen an. Favre dürfte nach nur zwei Trainingseinheiten mit der neuen Mannschaft Nachholbedarf gesehen haben.

Hannover überzeugt zum Saisonauftakt

Die Aufgabe in Hannover ist zu diffizil für Testspielereien. Favres Elf muss geduldig bleiben und darf nicht in Konter laufen, sie muss den Gegner vor Probleme stellen, mit Intensität und Durchsetzungsvermögen das eigene Spiel durchbringen. Hannover habe ihn beim 1:1 in Bremen zum Saisonauftakt überzeugt, "sehr kompakt, schwer zu bespielen", sagte Favre.

Die jüngere Vergangenheit lässt ein torreiches Spektakel erwarten: In Hannover fielen in den letzten drei Partien zwischen beiden Klubs 17 Tore. Das gäbe reichlich Stoff zur Analyse. Vor der Kamera, und hinter den Kulissen.

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