"Er spürt Fußball"

Die neue BVB-Position für Mario Götze scheint gefunden

Alcacer, Reus, Philipp - drei Kandidaten, wenn es um die Stürmer-Position beim BVB geht. Jetzt hat Mario Götze die vorderste Position bekleidet - mit großer Spielfreude. Nur eins fehlt ihm.

Wird sein Vorname von Stadionsprecher Norbert Dickel aufgerufen, dann schreien die Zuschauer in Dortmund den Nachnamen noch etwas lauter. Mario "GÖTZE" gehört nach wie vor zu den Lieblingen der BVB-Fans, am Samstag gegen Hertha BSC stand der Zehner zum zweiten Mal hintereinander in der Dortmunder Startelf - das war zuletzt Anfang Mai der Fall.

Kreativität und Spielintelligenz

Über Kurzeinsätze hat sich Götze beim BVB nach frustrierenden Wochen wieder in die Mannschaft gespielt, und wie schon beim furiosen 4:0 gegen Atletico Madrid beorderte ihn Trainer Lucien Favre auch gegen die Hertha wieder in die Spitze, als "Neuneinhalb". Dort teilte er sich defensiv und offensiv die Aufgaben mit Marco Reus. Götze startete famos. Spritzig, laufstark und sogar mit großem Durchsetzungsvermögen: Bis zur Pause gewann er für einen Offensivmann ungewöhnliche 60 Prozent seiner Zweikämpfe.

Besonders auf sich aufmerksam machte Götze jedoch in den Szenen, in denen seine Kreativität und Spielintelligenz aufflackern. Mehrfach spielte er mit Pässen gleich mehrere Berliner aus, wenn er mit direkten Bällen und Weiterleitungen das Spiel beschleunigte und neue, überraschende Situationen herausarbeitete. Gemeinsam mit Reus, Raphael Guerreiro auf links und Jadon Sancho auf rechts lockte er die Fünferkette der Hertha (plus Vorstopper Per Skjelbred) aus der tiefen Verteidigungszone heraus, um dann mit schnellen Kombinationen und Pässen in die Nahtstellen mit viel Zug nach vorne zu spielen.

"Dann macht die Position richtig Spaß"

"Wenn wir es so spielen, mit vielen flüssigen Positionswechseln, dann macht die Position richtig Spaß", meinte Götze nach seinem zweiten Startelf-Einsatz in Serie. Spaß machte auch seine Vorbereitung zum 1:0, als Mahmoud Dahoud den Laufweg von Götze verinnerlichte und Sancho den Treffer perfekt auflegte (27.). Bis zur letzten Sekunde hatte Götze mit dem Abspiel gewartet "und überlegt, selbst abzuschließen." In Bedrängnis entschied er aber richtig, den frei postierten Sancho zu bedienen - der hatte keine Mühe, zum 1:0 einzuschieben. Im zweiten Durchgang hatten sich die Berliner deutlich besser auf das Dortmunder Spiel eingestellt und Götzes Wirken besser unter Kontrolle.

Der Spieler selbst hatte mehrfach erklärt, dass er sich eher als eine Art Achter sieht, einen Spielaufbauer und -gestalter. Durch den Ausfall von Paco Alcacer hat Trainer Favre für Götze abe dieses neue Rollenmodell festgelegt. Das Zusammenspiel mit Reus und Co. gelingt. Abgesehen von Kopfballstärke fehlt Götze nur die Torgefahr eines Paco Alcacer.

"Er hat Lösungen für unser Spiel"

Fortsetzung folgt? Alcacers Genesung zum Pokalspiel gegen Union Berlin ist noch offen, sein Trainer machte dem 26-Jährigen Götze nach der Partie jedenfalls Hoffnung: "Er bewegt sich richtig gut, er spürt Fußball. Er hat Lösungen für unser Spiel", meinte Lucien Favre. Nachdem der Schweizer lange nach einer guten Position für seinen Spielgestalter gesucht hat, scheint er sie gefunden zu haben.

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