Standing Ovations im Stadion

Sahin wird bei BVB-Rückkehr emotional verabschiedet

Nuri Sahin wird vier Monate nach seinem Wechsel zu Werder Bremen beim BVB offiziell verabschiedet. Ein ganzes Stadion spendet am Samstagabend lang anhaltenden Applaus.

Direkt vor der Südtribüne stand er nun, noch zehn Minuten bis zum Anpfiff. Sahin musste schwer schlucken. Aus der Hand von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc hatte er kurz zuvor den obligatorischen Blumenstrauß bekommen, verbunden mit einer herzlichen Umarmung. Dann die Standing Ovations von über 24.500 Fans, die auch ihm über Jahre zugejubelt hatten, mit denen er Meisterschaft und Pokalsieg gefeiert hatte.

Die Föden im Mittelfeld gezogen

Im grün-weißen Trainingsanzug, immer noch ein ungewohntes Bild, kämpfte Sahin mit seinen Gefühlen. Und auch von den anderen Tribünen gab es anerkennenden Applaus für einen, der in Dortmund groß geworden war und der als jüngster Bundesliga-Spieler und jüngster -Torschütze immer noch in den Rekordlisten steht.

223 Mal stand Nuri Sahin für den BVB in der Bundesliga auf dem Platz. Er schoss 21 Treffer, 40 weitere bereitete er vor. Seine großen Qualitäten allerdings brachte er an anderer Stelle ein, als Regisseur, der die Fäden im Mittelfeld zog.

Zum besten Spieler der Saison gewählt

2011 wählten ihn die Kollegen zum besten Spieler der Saison, da hatte er seinen Abschied längst verkündet. Sahin zog es zu Real Madrid, es war die Erfüllung eines Lebenstraums. Als er dies auf einer Pressekonferenz verkündete, konnte er seine Tränen nicht zurückhalten.

Sahin wurde nicht glücklich in Spanien, auch nicht in Liverpool. Also kehrte er zum BVB zurück, doch fortan begleiteten Verletzungen seinen weiteren Karriereweg. Schon unter Thomas Tuchel verlor er an Boden, seinen Stammplatz bekam er auch unter den Trainern Bosz und Stöger nicht zurück. Im Sommer entschied er sich für einen letzten Wechsel, weil die Konkurrenz im Dortmunder Mittelfeld nicht kleiner und seine Chancen auf Einsatzzeiten noch geringer geworden waren.

Besonderes Erlebnis

Florian Kohfeldt, Sahins Trainer in Bremen, hatte am Donnerstag Sahins Einsatz im Signal Iduna Park noch offen gelassen. Der 30-Jährige ist auch in Bremen kein uneingeschränkter Stammspieler. Doch dieses besondere Erlebnis wollte ihm Kohfeldt dann doch nicht verwehren.

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