"Teamgeist beeindruckt mich"

BVB-Mittelfeldspieler Julian Weigl will vom Handball lernen

BVB-Mittelfeldspieler Julian Weigl zeigt sich begeistert vom Auftreten der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der WM. "Der Teamgeist beeindruckt mich", sagte der 23-Jährige.

Ganz Deutschland ist im Handball-Wahn. Wie schaut es bei Ihnen aus?

Die Handball-WM interessiert mich schon sehr. Ich bin sonst nicht so im Handball drin, aber unsere Jungs machen es bei diesem Turnier fantastisch und es macht großen Spaß, ihnen zuzuschauen. Es geht auf dem Spielfeld auf und ab - Handball ist wirklich ein cooler Sport!

Ist das Turnier in der Kabine von Borussia Dortmund ein Thema?

Gerade wir, die aus Deutschland sind, reden viel über das DHB-Team. Mir fällt auf: Handball wird von uns mehr verfolgt als in der Vergangenheit. Der Handball-Hype ist da.

Sie haben viele verschiedene Nationalitäten im Kader. Fiebern die auch mit?

Ich glaube, die anderen haben noch nicht einmal mitbekommen, dass wir uns die Handball-WM überhaupt anschauen (lacht). Bisher habe ich wirklich nur mit den deutschen Jungs die Spiele geschaut und darüber gesprochen. Wir sind Fans.

Viele Menschen finden, dass Handballer harte Kerle sind und weniger meckern und fallen als Fußballer. Was denken Sie?

Handball ist ein harter Sport. Wenn ich sehe, wie die Kreisläufer angegangen werden - Wahnsinn! Beim Handball geht es richtig zur Sache. Handball ist auf jeden Fall härter als Fußball und ich habe auch überhaupt kein Problem damit, das so zu sagen.

Kann man sich als Fußballer Dinge bei den Handballern abschauen?

Schwierig. Denn alles, was sie sehr gut machen, machen sie mit der Hand. Doch es gibt schon Dinge, die man sich als Fußballer ruhig mal anschauen kann - beispielsweise das geschlossene verteidigen. Die Verteidigung der deutschen Handballer steht extrem eng, das braucht man im Fußball auch. Auch an der Disziplin und dem Teamspirit kann man sich orientieren. Man sieht, wie auch die Jungs auf der Bank alle aufspringen, wenn der Torwart mal einen Ball hält oder ein Tor geworfen wird. Mir ist aufgefallen, wie sehr die Bank mitgeht, gerade in den Schlussminuten, wenn es mal knapp ist. Der Teamgeist beeindruckt mich.

Die komplette Nationalmannschaft singt vor den Partien die Hymne mit - anders als im Fußball. Auch das gefällt den Fans.

Es ist ein schöner Moment, die Nationalhymne zu singen. Ich habe damals mit 19 damit begonnen, als ich erstmals zur Nationalmannschaft eingeladen wurde. Es gibt einem immer einen zusätzlichen Push, weil man merkt, dass man in diesem Augenblick hier steht und für sein Land spielen darf. Das ist in solchen Hallen wie beim Handball sicher auch ein großartiges Erlebnis. Ich habe allerdings auch nie ein Problem damit gehabt, wenn einer nicht mitgesungen hat, weil er vielleicht zwei Staatsbürgerschaften hat.

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