Thomas Delaney

BVB-Neuzugang hat das Zeug zum Publikumsliebling

Bad Ragaz - Neuzugang Thomas Delaney bringt ein fröhliches Gemüt mit zu Borussia Dortmund - und Kampfgeist auf dem Platz. Vor allem die Perspektive beim BVB hat es dem Dänen angetan.

Wenige Tage im Kader von Borussia Dortmund haben ausgereicht, um Thomas Delaney staunen zu lassen. Die technischen Qualitäten seiner Mittelfeldkollegen findet er überragend, "so gut bin ich lange nicht." Das ist nicht schlimm, denn zumindest vorrangig hat ihn der BVB deshalb auch nicht verpflichtet. Die Gründe nennt der lockere Däne während einer kleinen Medienrunde im BVB-Trainingslager dann selbst: "Ich kann laufen, organisiere gern und rede viel. Ich komme über Arbeit und Zweikämpfe."

Ideales Sprungbrett

Im topbesetzten Ensemble des BVB hat genau das, das ergaben alle Analysen der vergangenen Saison, gefehlt. Und bei der Fahndung nach einem solchen Spieler ist Borussia Dortmund schließlich an der Weser fündig geworden.

Dort fühlte sich der 26-jährige Delaney nach seinem Sprung aus der dänischen Liga in die deutsche Bundesliga sehr gut aufgehoben. In einer Mannschaft, die sich erst nach dem Trainerwechsel zu Florian Kohfeldt wieder ins nationale Blickfeld spielte, konnte er sich an die höhere Intensität, an das schnellere Spiel und auch an die veränderte Körperlichkeit gewöhnen. 18 Monate war Delaney bei Werder, der familiär geführte Klub sollte sich als ideales Sprungbrett entpuppen. Und Delaney nutzte die Zeit, um sich ins Schaufenster zu stellen.

Wohlfühl-Oase Werder verlassen

Noch vor Beginn der WM in Russland machte er Nägel mit Köpfen. Der BVB, findet er, sei jetzt genau der richtige Schritt. Gelbe Wand, der Signal Iduna Park, Champions League - es gab genügend gute Gründe, die Wohlfühl-Oase Werder Bremen zu verlassen. Vor allem die Perspektive hat es Thomas Delaney angetan: "Borussia Dortmund", sagt er, "ist in Europa ein großer Klub."

Delaney redet auf Deutsch, manchmal mischt er etwas Englisch bei, wenn ihm ein spezieller Ausdruck gerade nicht einfallen will. In Dänemark, erzählt er, habe man in der Schule die Wahl. Französisch oder Deutsch. Er entschied sich für die schwerere Alternative. Das Resultat nach vier Jahren: "Ich konnte sagen, die Sonne scheint, und ich heiße Thomas!" Wieder lacht Delaney, er lacht überhaupt gern und viel.

"In der heutigen Zeit doch nur Kleingeld"

Diese Ungezwungenheit kann seiner neuen Mannschaft nur gut tun nach einer Saison, in der zunehmend mehr gegrübelt und immer weniger gelacht wurde. Druck ist Thomas Delaney nicht fremd, er hat ihn verspürt, als er in Kopenhagen immer dazu verdonnert war, Meister zu werden. Er hat ihn nach seinem Wechsel in die Bundesliga verspürt. Er verspürt ihn auch in Dortmund. "Dafür sorgt schon die Qualität der Mitspieler."

Aber seine Art hilft ihm, diesen Druck nicht übergroß werden zu lassen. Die gewaltige Ablöse von 20 Millionen Euro? "Viel Geld!", gibt er zu, "aber in der heutigen Zeit doch nur Kleingeld." Delaney lacht laut los, der Scherz kam an, wohl nur nicht bei den Vertretern der Dortmunder Medienabteilung, die erst einmal schlucken müssen.

"Mich belastet das nicht so sehr wie andere"

Als Typ taugt Thomas Delaney zum Publikumsliebling. Wie einst Flemming Povlsen vor ihm. Wie er dem BVB auf dem Platz helfen kann, werden die kommenden Wochen zeigen. Natürlich kommt er in diesem ersten Gespräch auch an der Frage nach seiner Farbenblindheit nicht vorbei. Überhaupt kein Problem. "Mich belastet das nicht so sehr wie andere", sagt er und zeigt auf den Teppich. "Das ist Grün. Und das Rot. Oder?" Die Journalisten nicken und lachen, Thomas Delaney lacht lauthals mit.

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