Topspiel in Bremen

BVB-Trainer Favre zum Titelrennen: Alles ist möglich

Derby-Niederlage halbwegs verdaut, Kommunikationsprobleme beseitigt, Titelchancen wiedererkannt: Der BVB will endlich wieder Fußball spielen - und am Samstag in Bremen gewinnen.

Husten, Heiserkeit, Kopfweh: Seit Januar schleppt sich BVB-Trainer Lucien Favre gesundheitlich angeschlagen durch die Saison. "Ich muss mich durchbeißen", sagt er. Ist ja nicht mehr lang. Und Arbeit gibt es mehr als genug.

Sagenhafte Eigendynamik

Zum Beispiel dann, wenn eine im Affekt getätigte Aussage ("Der Titel ist verspielt") eine sagenhafte Eigendynamik entwickelt. Am Freitag endlich, nach sechs Tagen und öffentlichem Widerspruch durch seine Bosse, bekam Lucien Favre bei der Pressenkonferenz vor dem Spiel beim SV Werder Bremen die Gelegenheit, seinen unbedachten Satz zu relativieren. "In dem Moment", erklärte der 61-jährige Schweizer, haben das doch alle gedacht." Dann aber kam das 1:1 der Bayern in Nürnberg, "das war nicht geplant", so Favre, und jetzt, "jetzt ist wieder alles möglich".

Um die Chancen auf die Deutsche Meisterschaft bei nun zwei Punkten Rückstand auf die Münchner am Leben zu halten, benötigen die Borussen zuvorderst einen Sieg in Bremen. "Dazu werden wir eine Top-Leistung benötigen", vermutet Favre. Der Respekt vor Werder, gegen das der BVB in der Liga knapp gewann (2:1) und im DFB-Pokal nach Elfmeterschießen ausschied, ist groß bei den Schwarzgelben. Noch größer allerdings ist die Gier auf einen Titel. Im Laufe der Woche, so berichtet es der Cheftrainer, habe die Zuversicht wieder Oberhand gewonnen.

Die Saison mit "einem Krönchen versehen"

In der Gesamtbetrachtung werde die Spielzeit bereits als gut honoriert, betonte Sportdirektor Michael Zorc. Wer vor dem drittletzten Spieltag Fragen zur Meisterschaft gestellt bekomme, könne nicht so viel falsch gemacht haben. Nun gehe es darum, "die Saison dann vielleicht noch mit einem Krönchen zu versehen".

Vermissen werden die Borussen am Samstag ihren Kapitän. Marco Reus ist wie Marius Wolf nach den Roten Karten im Derby gesperrt. "Er darf nicht mitspielen, es nutzt nichts, darüber zu reden", sagt Favre gewohnt pragmatisch.

Piszczek vor Rückkehr in die Startelf

Berechtigte Hoffnungen machen darf sich der Trainer auf einen Einsatz von Lukasz Piszczek. Der rechte Verteidiger hat seit mehr als einer Woche mit der Mannschaft trainiert und ist, trotz der geringen Spielpraxis seit Anfang Februar - Piszczek spielte nur 69 Minuten in München - der erste Kandidat für die Position hinten rechts. In der Offensive muss Favre mehr puzzlen. Was seine Gedanken für die Besetzung dort angeht, will der Coach "nichts verraten".

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