Topspiel in Leverkusen

Bayers Dominik Kohr brennt gegen den BVB auf Revanche

Dominik Kohr (24) ist bei Bayer Leverkusen derzeit im Dauereinsatz. Gegen Borussia Dortmund (heute, 18.30 Uhr) will er mit der Werkself etwas wiedergutmachen, wie er im Interview verrät.

Es war ein kurzer Heimweg nach dem 2:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf am Mittwochabend. Sie wohnen in Düsseldorf. Ihr Nachbar ist Jonathan Tah. Bringen Sie Ihrem Mannschaftskollegen aus der Innenverteidigung morgens eigentlich Brötchen mit, wenn Sie mit Ihrem Hund Abby Gassi gehen?

(lacht) Wir kriegen ja glücklicherweise hier im Stadion Frühstück, wenn wir Training haben. Von daher frühstücken wir selten zu Hause. Aber wir gehen abends schon mal häufiger zusammen etwas essen.

Und haben Sie dabei schon einen Plan ausgeheckt, wie Sie die Dortmunder Offensive am Samstag stoppen können?

Bislang noch nicht. Aber wir werden gut vorbereitet sein, so viel kann ich verraten. Der Trainer wird uns einen guten Plan mit an die Hand geben.

Beim 0:4 in Dortmund am 31. Spieltag der vergangenen Saison ist der Plan nicht aufgegangen - und am Ende fehlten Bayer vier Tore zur Champions League. Ist das vor dem Spiel am Samstag noch ein Thema?

Wir wollen da schon etwas wiedergutmachen. Die Motivation ist hoch. Unser Ziel ist es, oben in der Tabelle mitzuspielen. Durch die zwei Siege in den vergangenen beiden Spielen sind wir wieder ins Mittelfeld der Tabelle gesprungen. Gegen Dortmund wollen wir nachlegen.

Die Ansprüche sind hoch in Leverkusen, der Saisonstart war schlecht. Zuletzt gab es dann drei Pflichtspiel-Siege in Serie. Ist das Spiel gegen Dortmund ein richtungsweisendes, um zu sehen, in welche Richtung es gehen kann, aber auch um zu sehen, ob Bayer mit den Spitzenteams mithalten kann?

Ja. Und ich bin optimistisch, dass wir zu Hause etwas holen können gegen den BVB. Dortmund ist gut drauf, aber das sind wir jetzt auch. Wir befinden uns in einer guten Verfassung. Wir müssen allerdings von der ersten Sekunde an voll konzentriert sein und direkt eine hohe Intensität an den Tag legen. Wir freuen uns auf den Vergleich mit dem BVB.

Wie wichtig wäre es für Sie und Ihr Team, mit einem Sieg am Samstag ein Signal an die Konkurrenz und auch ein bisschen an sich selbst zu senden?

Es wäre der nächste Schritt. Gut für unser Selbstvertrauen. Drei Siege in Serie in der Liga wären natürlich eine großartige Sache. Nicht nur für die Tabelle. Und natürlich wäre es ein Zeichen, wenn wir gegen den BVB gewinnen würden.

Was stimmt Sie zuversichtlich, dass Bayer am Samstag als Sieger vom Platz geht?

Wir nehmen aus den drei Siegen zuletzt viel Schwung mit. Ich glaube, dass wir in der Lage sind, dem BVB unser Spiel aufzudrücken. Wenn wir das schaffen, haben wir eine gute Chance.

Worauf wird es ankommen, was wird entscheidend sein auf dem Platz?

Wir müssen uns ins Spiel reinkämpfen, die Zweikämpfe annehmen, uns für jede gute Aktion feiern, uns gegenseitig hochpushen.

Alles Dinge, die Sie gerne ins Spiel einbringen, oder?

(lacht) Ja, aber ich bin nicht allein damit. Die Bender-Zwillinge können das sehr gut, aber auch Jonathan Tah. Ich versuche einfach, der Mannschaft mit meiner Art zu helfen.

Dabei müssten Sie doch eigentlich Stürmer sein. Sie kommen nämlich nicht nur aus einer Fußballerfamilie, Sie kommen aus einer Stürmerfamilie. Ihr Vater Harald hat 45 Bundesliga-Tore für Kaiserslautern und Wattenscheid erzielt. Ihre Schwester Karoline stürmt für den 1. FC Köln und hat in dieser Saison auch schon dreimal getroffen. Warum sind Sie Mittelfeldspieler geworden?

(lacht) Weil sie in Leverkusen schnell festgestellt haben, dass ich wohl andere Qualitäten habe als der Rest meiner Familie. Ich bin kein Torjäger, ich bin Zweikämpfer. Und ich bin auch ganz froh, dass es so ist und ich als Mittelfeldspieler nicht ständig mit meinem Papa verglichen werde. Meine Schwester ist dagegen wirklich eine richtige Stürmerin, aber ich fühle mich als Abfangjäger sehr wohl.

Wie läuft das ab bei Ihnen am Familientisch? Erzählen der Papa und die Schwester dann an Weihnachten immer, wie viele Tore Sie erzielt und gegen wen sie alles getroffen haben und Sie erzählen lieber, wie viele Tore Sie verhindert und wen Sie alles abgegrätscht haben?

Mein Papa hat tatsächlich noch eine DVD mit seinen Toren (lacht). Die haben wir als Kinder häufig angeschaut. Mittlerweile sind wir aber ganz froh, wenn wir zu Hause mal über andere Dinge als Fußball reden können. Trotzdem bekomme ich immer Videos aufs Handy geschickt, wenn meine Schwester wieder getroffen hat. Das hat schon was von Provokation, ist aber natürlich nur Spaß.

Bei so viel Fußball am Tisch. Was hat die Mama da noch zu sagen?

Genug (lacht). Und wie gesagt, es gibt ja auch noch andere Themen als Fußball. Auch bei uns zu Hause.

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