U17-Finale

Lars Ricken: Keine guten Erfahrungen mit Heimfinalspielen für den BVB

Nach der verpassten U17-Meisterschaft findet Lars Ricken tröstende Worte. Über künftige Bundesliga-Akteure und den Nachteil eines Heimfinals sprechen wir mit dem BVB-Jugendkoordinator.

Mit 3:2 hat sich der 1. FC Köln gegen den BVB durchgesetzt und ist neuer Deutscher U17-Meister. War der Sieg am Ende verdient?Die Kölner haben es sich verdient, sie haben eine Top-Leistung gebracht. Prinzipiell glaube ich, dass wir ein tolles Endspiel gesehen haben. Wir haben die Chance, mit 1:0 in Führung zu gehen - auf der anderen Seite kann Köln auch 3:0 führen. Es war ein Hin und Her. Ich glaube, dass wir einige Spieler auf beiden Seiten gesehen haben, die wir früher oder später auch in der Bundesliga noch sehen werden.

Nach dem 0:2 ist der BVB sehr gut zurückgekommen. War das schnelle 2:3 dann der Knackpunkt?Auch danach hatten wir noch zwei, drei Riesenchancen, wo noch jemand auf der Linie gestanden hat. Aber das müssen die Jungs auch lernen: Gerade in solchen Finalspielen kommt es auch darauf an, dass du gnadenlos effizient bist. Das hatten die Kölner uns heute voraus. Man hat nach dieser langen Saison schon gemerkt - sie hat Anfang Juli begonnen und endet jetzt Ende Juni - dass uns hinten raus ein bisschen die Kraft gefehlt hat. Es ist einfach schade. Aber in so einem Finale geht es auch darum, wer seine Stärken am besten auf den Platz bekommt.

Warum hat das beim BVB heute nicht so geklappt?

Wir haben in den letzten Jahren keine guten Erfahrungen mit Heimfinalspielen gemacht: Gegen Leverkusen haben wir vor drei Jahren verloren, gegen Bayern zwar gewonnen, aber auch erst im Elfmeterschießen. Es ist schon eine Belastung für die Jungs, wenn sie hier vor ausverkauftem Haus, vor der Familie und vor Freunden spielen. Da ist schon eine gewisse Nervosität zu spüren. Das hat man heute auch speziell in der Anfangsphase gemerkt.

Es ist extrem bitter, wenn man die erste Saison-Niederlage ausgerechnet im Finale kassiert ...

Ja, das ist natürlich bitter für die Jungs. Sie haben eine phantastische Saison gespielt, im Halbfinale eine tolle Leistung gegen Wolfsburg gebracht und sich als Team weiterentwickelt. Und am Ende schleichen sie jetzt hier mit hängenden Köpfen vom Platz. Aber auch das ist eine Erfahrung, die sie mitnehmen werden. Die Jungs werden nächstes Jahr in der U19 einen neuen Anlauf nehmen. Wir hatten es schon vor drei Jahren, als wir hier mit der U17 gegen Leverkusen verloren haben, ein Jahr später sind einige dieser Spieler dann mit der U19 Deutscher Meister geworden. Das wird im nächsten Jahr dann auch der Antrieb sein.

In der Jugendabteilung passiert im Sommer einiges bei BVB, Sie strukturieren ein wenig um. Wie groß ist der Ehrgeiz, den erfolgreichen Weg jetzt weiter zu gehen? Immerhin war es eine historische Chance, mit der U17 und U19 gleichzeitig Deutscher Meister werden zu können.Natürlich ist der Ehrgeiz groß, weiter so gute Mannschaften zu haben. Und in diesen Mannschaften die Spieler individuell weiterzuentwickeln, sie zu den besten Spielern zu machen, die sie sein können - das ist unser Anspruch. Und wenn das klappt, und wir weiter gute Mannschaften haben, dann wird es auch der Anspruch sein, weiter um Platz eins zu spielen.

Wie sehen Sie die generelle Entwickung bei den Talenten?

Wir haben heute auf beiden Seiten zukünftige Bundesliga-Spieler gesehen, da bin ich mir sicher. Es sind viele toptalentierte Spieler in Deutschland dabei. Aber es ist ein europäischer, ein globaler Markt inzwischen. Wir konkurrieren nicht nur mit Spielern in Deutschland, sondern in ganz Europa. Entsprechend müssen wir weiter bereit dazu sein, uns weiterzuentwickeln, innovativ und kreativ zu sein. Damit diese Spieler auf jeden Fall einmal im Profi-Bereich bei Borussia oder auch anderswo ankommen.

Sie konkurrieren mittlerweile auch mit internationalen Klubs. Paris St. Germain fängt an, intensiv in Deutschland zu scouten. Betrifft das auch den BVB?Es ist nicht mehr so wie es früher war, als unsere Rivalen Schalke, die Vereine in NRW oder Deutschland waren. Es ist inzwischen ein europäischer Markt geworden. Wenn wir einen sehr guten Spieler verpflichten wollen, sind andere Länder in der Regel auch mit im Boot.

Macht Ihnen das das Leben schwerer?Ich halte nichts davon, hier rumzujammern. Letztendlich ist das als Herausforderung anzusehen, sich in allen Bereichen weiterzuentwickeln und seine Stärken herauszustellen, damit man eben diese Spieler vom BVB überzeugt.

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