Überangebot im defensiven BVB-Mittelfeld

Sechs Dortmunder streiten sich um zwei Positionen

DORTMUND - Durch den Transfer von Thomas Delaney wird es richtig kuschelig im Dortmunder Mittelfeld. Sechs Spieler stehen aktuell im Kader, die am liebsten auf der Sechserposition spielen. Das sind eigentlich zwei zu viel.

Thomas Delaney ist da - und gleich wieder weg. Die WM in Russland steht vor der Haustür. Der BVB-Neuzugang ist für Dänemark in Gruppe C gegen Frankreich, Australien und Peru gefordert. Das Ziel lautet Achtelfinale, mindestens. Delaneys Aufenthalt in Dortmund wurde daher zur Stippvisite. Medizincheck, Unterschrift, Foto mit Michael Zorc, bitte lächeln - und hopp, hopp zurück ins Trainingslager nach Helsingør.

"Ein physisch und charakterlich starker Spieler"

Spätestens im BVB-Trainingslager in Bad Ragaz in der Schweiz Anfang August wird Delaney das nächste Mal auf seinen neuen Sportdirektor treffen. Ab dann soll der Mittelfeldspieler seinen Teil dazu beisteuern, dass die nächste Spielzeit für Borussia Dortmund angenehmer verläuft als die vergangene.

"Er wird unser Spiel mit seiner körperlichen Präsenz bereichern", sagt Zorc über den 26 Jahre alten Delaney. Und weiter: "Thomas Delaney ist ein physisch und charakterlich starker Spieler, der mit seiner offenen Art und seinem ausgeprägten Siegeswillen hervorragend in unsere Mannschaft und zum gesamten BVB passt."

Defizit im Dortmunder Kader

Das klingt auf der einen Seite positiv und nachvollziehbar, auf der anderen Seite legt es aber eben auch den Schluss nahe, dass es bis dato im BVB-Mittelfeld an Physis, Siegeswillen und Charakter gemangelt haben muss - und das klingt dann nicht mehr so positiv und nachvollziehbar. Delaney jedenfalls erklärt: "Ich verspreche, dass ich immer mit viel Herz spielen werde." Das ist doch mal was.

Durch Delaneys Verpflichtung wird es richtig kuschelig im Dortmunder Mittelfeld. Sechs Spieler stehen aktuell im Kader, die am liebsten auf der Sechserposition spielen: Delaney, Gonzalo Castro, Julian Weigl, Nuri Sahin, Mahmoud Dahoud und Sebastian Rode. Das sind eigentlich zwei zu viel.

Vorteil für Dahoud

Delaney und Weigl sind bei den Bossen gesetzt, der Rest ist es nicht. Dahoud hat den Vorteil, dass er schon in Gladbach unter Lucien Favre trainierte und spielte. Der neue BVB-Trainer verhalf ihm 2015 zum Bundesliga-Debüt. Nuri Sahin und Gonzalo Castro müssen für sich die Frage beantworten, ob sie mit einer drohenden Reservistenrolle leben könnten - und Sebastian Rode ist nach einer komplett verpassten Saison Verkaufskandidat Nummer eins.

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