Ungelöste Trainerfrage beim BVB

Mit Stöger oder doch einem anderen Kandidaten?

Dortmund - Zeit, die Wunden zu lecken, hat Borussia Dortmund nach der deprimierenden Derbyniederlage nicht. Die Champions League muss klar gemacht werden, und dann steht über allem ja auch noch die ungelöste Trainerfrage

Peter Stöger hatte nach eigenem Bekunden "schon mal besser geschlafen". Seine Derbypremiere war gründlich in die Hose gegangen, wobei Stöger keineswegs betriebsblind in diese Partie gegangen war. Nach beinahe vier Monaten in Dortmund hat der Österreicher gelernt, dass starke Leistungsschwankungen binnen weniger Tage in dieser Saison zu seiner Mannschaft gehören. Was in der Arena auf Schalke passierte, traf ihn also nicht unvorbereitet.

Wie es mit Stöger weitergeht, das blieb auch nach dem 0:2 auf Schalke eine Frage, auf die es von Vereinsseite keine offizielle Antwort gab. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wurde vor der Partie gegen den Rivalen noch einmal gefragt, ob es richtig sei, dass Stöger erster Ansprechpartner bleibe. Seine Antwort: "Exakt!" Sportdirektor Michael Zorc stellte im Gespräch mit dieser Redaktion klar: "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit." Das ist generell sicher nicht verkehrt. Doch die Zeit rinnt dem BVB zwischen den Fingern weg, nicht nur die Fans sehnen sich nach Klarheit.

Noch keine Tendenz

Mit der Bekanntgabe der Verpflichtung von Niko Kovac hat der FC Bayern den Stein ins Rollen gebracht. Dafür muss jetzt die Frankfurter Eintracht einen Nachfolger finden und dürfte bei ihrer Kandidaten-Schau auch mit der Borussia aus Dortmund in Konkurrenz stehen. Den angedachten Zeitrahmen, möglichst noch im April eine Klärung in der Trainerfrage zu haben, wird Dortmund wohl annähernd ausschöpfen. Denn noch gibt es keine Tendenz.

Die "Salzburger Nachrichten" haben in der Frage "Stöger oder Lucien Favre" nun am Wochenende noch eine dritte Variante ins Spiel gebracht und berichten von einem "ernsthaften Interesse" des BVB an Marco Rose. Der deutsche Trainer des Dortmunder Europa-League-Gegners RB Salzburg hat sich nach dem Triumph über den BVB auch mit dem Vorstoß ins Halbfinale nach dem spektakulären 4:1 über Lazio Rom auf das internationale Radar gehievt.

Personalie Rose hätte durchaus Charme

Die Personalie Rose hätte durchaus Charme - weil er nachweislich auch junge Spieler weiterentwickeln kann. Mit Salzburgs U19 gewann der 41-Jährige 2017 die Youth League, den Nachwuchs-Wettbewerb der Champions League. Paris, Atletico Madrid, Barcelona und Lissabon hießen die Stationen auf dem Weg zum Triumph, erste Adressen auch im internationalen Nachwuchsbereich. Rose besitzt in Salzburg einen Vertrag bis 2019 ohne Ausstiegsklausel und wäre dementsprechend nicht ohne eine Ablöse zu bekommen.

In nicht zu ferner Zukunft muss Borussia Dortmund also eine Grundsatzentscheidung treffen: Wechselt man erneut den Trainer? Oder wäre man nicht vielleicht sogar gut beraten, angesichts der geplanten großflächigen Umwälzungen im Kader Stöger als bekannte Konstante zu behalten und ihm die Chance zur Neujustierung zu geben? Einen vierten Trainer binnen zwölf Monaten zu installieren, birgt in jedem Fall ein gewisses Risiko.

Stöger oder jemand anders

Stöger wäre darauf vorbereitet, weiterzuarbeiten. "Natürlich sind mir Dinge aufgefallen, die man verändern könnte", sagt der 51-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion. "Ehrlicherweise stellt sich aber die Frage, ob ich derjenige bin, der die Ideen umsetzen soll, oder ob es jemand anderes ist."

Schon nach dem Spiel in München hat er mit dem Satz aufhorchen lassen, dass sein Leben nicht darüber definiert sei, "dass ich beim BVB an der Seitenlinie stehe". Stögers aktueller Fokus liegt ohnehin darauf, "diese Saison zu einem positiven Ende zu bringen." Sollte dies gelingen, wird das seine Position sicher nicht verschlechtern. Stöger und die Bosse könnten dann sicher beruhigter schlafen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nächtliche Großrazzia an der Eichendorffstraße -  Ergebnisse liegen jetzt vor
Nächtliche Großrazzia an der Eichendorffstraße -  Ergebnisse liegen jetzt vor
19-Jähriger tot in seiner Wohnung gefunden - kein Hinweis auf Gewaltverbrechen
19-Jähriger tot in seiner Wohnung gefunden - kein Hinweis auf Gewaltverbrechen
Hubschrauber kreist über Rapen - 84-jähriger Senior taucht am Abend wieder auf
Hubschrauber kreist über Rapen - 84-jähriger Senior taucht am Abend wieder auf
Vermummte Männer im Ehrenmalpark: 22-Jähriger mit Schusswaffe bedroht
Vermummte Männer im Ehrenmalpark: 22-Jähriger mit Schusswaffe bedroht
21-Jähriger fährt in Herten gegen einen Laternenmast
21-Jähriger fährt in Herten gegen einen Laternenmast

Kommentare