Verrückter Titelkampf

BVB-Stratege Witsel: Nicht der Zeitpunkt für Tiki-Taka

Axel Witsel ist die Erschöpfung anzusehen, der Chef-Stratege des BVB schleppt sich ins Saisonfinale. Die Spannung im Titenrennen vor dem 34. Spieltag findet der 30-Jährige dennoch großartig.

Ist die Bundesliga verrückt?

Ja, weil du an dem einen Tag traurig bist. Weil du Fehler gemacht und verloren hast. Und am nächsten Wochenende bist du glücklich, weil du doch immer noch Deutscher Meister werden kannst. Ich finde, das ist doch verrückt. Es ist ja mein erstes Jahr in Deutschland, ich weiß gar nicht, wann Bayern und Dortmund sich bis zum letzten Spieltag duelliert haben.

So eng war es zuletzt vor neun Jahren, allerdings nicht mit dem BVB und Bayern.

Das ist doch großartig, diese Spannung. Wir müssen uns aber nur auf unser Spiel konzentrieren und hoffen, dass die Bayern verlieren.

Spielt Ihre Mannschaft auch manchmal verrückt?

Wir mussten auch gegen Düsseldorf wieder leiden am Ende. Aber wir sind auch glücklich, weil wir weiter im Rennen sind. Das ist entscheidend. Für die Fans und für uns.

Worauf kommt es in den nächsten Tagen bis zum Endspieltag an?

Wir müssen uns gut erholen, das steht an erster Stelle. Die Saison war lang, wir sind erschöpft. Und dann müssen wir noch einmal alles, alles geben in Gladbach. Das wird nicht einfach, dort zu gewinnen. Aber die Bayern haben auch eine schwere Aufgabe vor sich. Frankfurt kämpft um den Einzug in die Champions League, die müssen auch gewinnen. Jedes Spiel ist hart und verrückt. Man weiß nie, was passiert.

Haben Sie so eine Saison schon einmal erlebt?

Nein. Als ich Meister geworden bin, war das immer schon so drei Wochen vor dem Saisonende klar. In Belgien war es mal eng, aber nicht so verrückt wie jetzt hier.

Warum muss die Mannschaft in den Schlussphasen oft so extrem kämpfen?

Schwer zu sagen. Wir nähern uns dem Saisonende, viele Spieler haben viele Partien in den Beinen. Aber ich muss auch sagen, dass das keine Entschuldigung sein soll. Damit können wir nicht erklären, dass wir ein Gegentor kassieren wie das zweite von Düsseldorf heute. Da müssen wir enger an den Gegenspielern dran sein. Und bei der Flanke schauen alle zum Ball, und keiner sieht, was im Rücken passiert. Düsseldorf wollte aus dieser Ecke gar kein Tor machen, sie haben sie kurz ausgeführt - und dann ist der Ball drin. Wie auch immer: Die drei Punkte haben wir. Wir wollen immer gut und wunderschön und Tiki-Taka spielen. Aber zu diesem Zeitpunkt zählen doch nur die drei Punkte.

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