0:6 wird Stögers Position ankratzen

Kommentar: BVB-Team in einem erschreckenden Zustand

MÜNCHEN - Ein 0:6 beim FC Bayern, mit einem 0:5 schon zur Pause, das ist eines Klubs wie Borussia Dortmund unwürdig. Ein nicht zu tolerierendes Totalverweigern. Dirk Krampe kommentiert.

Dabei lässt sich diese Partie eingliedern in eine Reihe von Enttäuschungen, die diese Mannschaft ihren Fans, ihrem Trainer und auch der Vereinsführung in dieser Saison schon bereitet hat.

Klaffende Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Wie mutlos der BVB von der ersten Minute an agierte, wie demütig und ängstlich, wie wenig bereit, sich diesen Bayern mit allem, was Körper und Geist hergeben, entgegenzustemmen, das war erschreckend und lässt tief blicken über den inneren Zustand. Dieser Mannschaft fehlt es an Temperament, an Esprit, an Zusammenhalt und Führung. Längst muss man auch die Frage stellen, ob es ihr nicht auch an der Klasse fehlt, die ihr von allen Seiten immer zugesprochen wird.

Die klaffende Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit hat auch Peter Stöger längst ausgemacht. Immer wieder muss er feststellen, dass es seinen Spielern nicht gelingt, annähernd konstant ihr Leistungsvermögen auf den Platz zu bringen. Vielleicht, unkte er, habe man sich davon blenden lassen, dass die Ergebnisse größtenteils stimmten, dass die Bilanz ja auch suggerierte, dass alles in Ordnung ist. Nun eine so demütigende Lehrstunde kassiert zu haben, könne vielleicht ja dazu führen, "dass hier alle Steine umgedreht werden und an den großen Rädern gedreht wird."

Mannschaft funktioniert nicht (mehr)

Stöger wird wissen, dass dazu auch die Bewertung seiner Person gehören wird. Noch vor der Partie in München hatte die Vereinsführung signalisiert, dass er weiter erster Ansprechpartner bleibe, dass noch keine Entscheidung in der Trainerfrage gefallen sei. Dieses 0:6 wird auch Stögers Position ankratzen, und wie es in der Führungsetage ankommen wird, dass Stöger dann auch noch bei "Sky" betonte, "mein Lebensglück hängt nicht davon ab, ob ich beim BVB an der Seitenlinie stehe", das kann sich jeder selbst ausmalen.

Klar ist: Alle haben ihren Anteil an dieser Entwicklung. Die Vereinsführung, die eine Mannschaft zusammengestellt hat, die miteinander nicht (mehr) funktioniert, der Trainer, dem es nicht gelungen ist, diese Ansammlung von Fußballern zu einem funktionierenden Gebilde zu formen. Vor allem aber die Spieler selbst, die diesen Verein und die Werte, die er darstellt, so regelmäßig mit Füßen treten.

Deutliche Kurskorrektur

Die Kurskorrektur muss deutlich ausfallen im Sommer, das Spiel in München lieferte dafür den letzten Beweis. Und es spricht immer mehr dafür, dass sie beim Trainerposten beginnt.

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