Zeichen der Zeit erkannt

Mahmoud Dahoud sorgt für Struktur im BVB-Spiel

MÜNCHEN - Mahmoud Dahoud blickt auf keine gute erste Halbserie zurück bei Borussia Dortmund. Viel zu oft ist der Sommer-Neuzugang nur Teilzeitarbeiter. Sein Auftritt beim Achtelfinal-Aus des BVB in München aber kann als Lichtblick gewertet werden.

35 Minuten lang schaute sich Peter Stöger an, wie seine Abwehrkette vergeblich nach Zugriff suchte, wie die Bayern ungestört kombinieren konnten, weil auch das defensive Mittelfeld der Borussia nicht funktionierte. Dann stellte Dortmunds Trainer um. Er wechselte Mahmoud Dahoud ein, nahm Marc Bartra aus dem Spiel.

Fight nur in der Schlussphase

Und in einer Mannschaft, die spät aufwachte und erst in den letzten 20 Minuten einen echten Pokal-Fight liefern konnte, war Dahoud in der einen Stunde, die er auf dem Platz stand, einer derjenigen, die für Struktur sorgten. Seine Ballbehandlung und sein Spielverständnis ließen erkennen, warum Borussia Dortmund ihn mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ausgestattet hat.

Wirkte das Spiel des 21-Jährigen in so mancher Partie dieser Hinrunde merkwürdig teilnahmslos und wenig inspiriert, hat er nun offenbar die Zeichen der Zeit endlich erkannt. Dahoud forderte Bälle, er bekam sie. Und er konnte fast immer etwas mit der Kugel anfangen. Seine stärkste Szene hatte der Deutsch-Syrer bei einem langen Diagonalball auf Marcel Schmelzer, der die Bayern-Abwehr aushebelte und Schmelzer eine gute Schusschance eröffnete.

Kagawa blüht auf

Von diesen öffnenden Pässen hatte die Borussia deutlich zu wenige in der Allianz Arena. Mit Dahoud als Nebenmann blühte auch Shinji Kagawa, ohnehin einer der stabilsten Borussen der vergangenen Wochen, auf. Für Dahoud sollte diese Leistung der Maßstab für die Rückrunde sein. Auch von ihm muss dort mehr kommen, denn die Konkurrenz wird mit der Rückkehr einiger Verletzter deutlich anwachsen.

Auch Stöger wird Dahouds kleines Lebenszeichen nicht verborgen geblieben sein. Dortmunds neuer Trainer sah dennoch einen verdienten Bayern-Sieg, wie er gestand. "Wir sind in der ersten Hälfte nicht so aufgetreten, wie wir uns das vorgestellt hatten", meinte der Österreicher. "Dann haben wir eine Reaktion gezeigt."

"Körperlich in einer guten Verfassung"

Nicht nur Stöger hätte gern das 2:2 gesehen. "In einer möglichen Verlängerung", meinte er, "wäre es sicher spannend geworden. Wir waren körperlich in einer guten Verfassung." Jupp Heynckes mochte da nicht widersprechen. Das Zittern am Ende, erklärte Münchens reaktivierter Trainer-Rentner, "hätten wir uns ersparen können. Wir hatten genügend klarste Chancen, um dieses Spiel vorzeitig zu entscheiden."

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