Zorc rechnet mit BVB-Profis ab

Dortmunds Sportdirektor spricht deutliche Warnung aus

SALZBURG/DORTMUND - Borussia Dortmund steht vor dem Scherbenhaufen einer maßlos enttäuschenden Europapokal-Saison. Nach der Rückkehr nach Dortmund sprach Sportdirektor Michael Zorc eine deutliche Warnung aus.

Die Laune war mies, als die Spieler mit starren Gesichtern den kleinen Flughafen in Salzburg betraten. Es war eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit und großer Enttäuschung, die auch Michael Zorc die Nacht verhagelt hatte. Die Analyse, meinte er dann nach dem kurzen Rückflug nach Dortmund, sei nicht so einfach. "Aber wir müssen immer wieder feststellen, dass wir unser Niveau nicht erreichen."

"Wir hatten keine Mittel"

Zorc rechnete schonungslos ab mit einer Mannschaft, die er wohl nicht wiedererkennt. "Wir hatten kein Mittel, um uns aus dem Pressing zu befreien. Wir müssen uns bei Roman Bürki bedanken, dass wir nicht schon zur Pause endgültig ausgeschieden waren", meinte er. "Es scheint so, als wollte Salzburg das Weiterkommen mehr. Ich hatte eigentlich erst ab der 60. Minute das Gefühl, dass wir realisiert haben, was auf dem Spiel steht."

Worte, die tief blicken ließen. Zorc machte aus seinem großen Frust keinen Hehl, die Frage nach dem "Warum" aber konnte er auch nicht schlüssig beantworten. "Wir haben maximal ein Spiel, das in Tottenham, gehabt, wo wir uns selbst wiedergefunden haben. Insofern war die Partie in Salzburg ein Spiegelbild der gesamten Europapokal-Saison. Beide Auftritte gegen Salzburg waren sehr enttäuschend."

"Zu kritisieren ist sein gutes Recht"

Zorc verteidigte auch die harten Kritik von Trainer Peter Stöger an Mario Götze. Es ginge dabei gar nicht um einzelne Personen. "Aber zu kritisieren ist nicht nur sein gutes Recht. Es ist sogar seine Pflicht, Dinge anzusprechen, die nicht funktioniert haben. Und sie haben offensichtlich nicht funktioniert." Ob die Worte des Trainers die Mannschaft nicht erreicht hätten? Zorc: "Auf jeden Fall war die Herangehensweise, die wir da auf dem Platz gezeigt haben, nicht die, die wir vorher besprochen haben."

Für die verbleibenden Wochen bis zum Saisonende gelte es nun, die "absolute Konzentration auf das Erreichen des Haupt-Saisonziels" zu legen. Die notwendige knallharte Analyse werde sicher kommen. "Wir haben die Augen schon sehr geöffnet und beobachten sehr genau, was in den letzten Monaten passiert ist und auch, was in den kommenden Wochen auf dem Platz passiert." Klarer kann eine Warnung an die Spieler nicht ausfallen.

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