Bereits zwei große Ligen gecancelt

Corona-Krise stoppt Fußball: Zwischen Abbruch und Neustart - das ist der Stand in Europas Ligen

Aufgrund des grassierenden Coronavirus ruht der Ball aktuell in Europas Topligen. Wann kann wieder gespielt werden? Ein Überblick von England bis in die Schweiz.

München - Die Bundesliga soll fortgesetzt werden*. Das betonte die Deutsche Fußball-Liga am Donnerstag (23. April) einmal mehr. Wann es konkret weitergehen soll, ist noch nicht beschlossen, die DFL zieht allerdings in Betracht, schon ab dem 9. Mai in Form von Geisterspielen* wieder zu spielen. In Deutschland könnte also bald wieder gekickt werden. Wie sieht die Lage im Rest Europas aus? Ein Überblick. 

Corona-Krise im Fußball: Zwischen Abbruch und Neustart - das ist der Stand in Europas Ligen

  • England: Am Freitag (24. April) einigten sich die 20 Klubs der Premier League darauf, die Saison in jedem Fall zu Ende zu spielen. Danach dürfte vor allem der FC Liverpool erleichtert gewesen sein. Die Reds stehen quasi als Meister fest und benötigen nur noch einen Sieg für den ersten Meistertitel seit 1990. Ein konkretes Datum für den Neustart steht noch nicht fest, laut englischen Medienberichten soll ab 8. Juni wieder gespielt werden.
  • Spanien: Im besonders von Corona betroffenen Spanien soll zügig wieder gespielt werden. Ein kompletter Saisonabbruch werde zudem weiter ausgeschlossen. Man will die Saison um jeden Preis durchboxen. Javier Tebas, spanischer Liga-Chef, sprach zuletzt sogar von Punktabzügen, falls die Klubs bei beschlossenem Neustart nicht spielen wollen. Wann es weitergeht, steht noch nicht fest, bis 9. Mai gibt es im ganzen Land jedoch einen speziellen Notfallplan, der unter anderem Sport im Freien untersagt.

Corona-Krise im Fußball: Neustart in Serie A und Ligue 1 im Juni?

  • Italien: Italien entwickelte sich zum europäischen Epizentrum der Pandemie. Dementsprechend hart sind die Beschränkungen im ganzen Land. Nach einer angekündigten Lockerung könnten die Klubs der Serie A ab 18. März wieder das Training aufnehmen. Aktuell wird eineLiganeustart im Juni anvisiert. Zuletzt wurde auch spekuliert, ob sämtliche Partien in Rom ausgetragen werden sollen, um etwa Spiele im stark von Covid-19 betroffenen Norditalien zu verhindern.
  • Frankreich: Ursprünglich sollte in der Ligue 1 ab Mitte Juni wieder der Ball rollen. Wie der Ligaverband LFP jüngst mitteilte, hatte man diesen Wunschtermin fest im Visier. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Behörden in den kommenden Tagen die derzeit herrschenden landesweiten Beschränkungen etwas lockern. Doch nun wurde verkündet, dass die Saison abgebrochen werden muss. Zwar darf ab dem 11. Mai in Frankreich wieder individueller Sport betrieben werden, allerdings keine Teamsportarten. 

Update vom 28. April: In Frankreich wird die Saison nun offenbar doch abgebrochen. „Die Entscheidung, mit den Spielen aufzuhören, ist die richtige. Die Gesundheit hat Priorität“, sagte Verbandspräsident Noel Le Graet.

Corona-Krise im Fußball: Österreich plant Fortsetzung - Schweizer Aufstockungspläne scheitern

  • Österreich: Ähnlich wie in Deutschland deutet sich auch im österreichischen Fußball die Fortsetzung der unterbrochenen Bundesligasaison an. Wie die Liga mitteilte, stimmten die zwölf Klubs der obersten Spielklasse unter bestimmten Bedingungen der Wiederaufnahme der Spielzeit in Form von Geisterspielen zu. Auf einen konkreten Termin wurde sich nicht geeinigt.
In Österreich wird seit gut einer Woche wieder trainiert - unter strengen Vorschriften. Die Salzburger Majeed Ashimeru (l.) und André Ramalho sind mit Mundschutz auf dem Weg zum Trainingsplatz.
  • Schweiz: Als eine der ersten Fußballligen weltweit, stellte die Schweizer Super League den Spielbetrieb ein. Wann es weitergeht, ist weiter offen. Zuletzt wurde darüber abgestimmt, die Zehnerliga um zwei Teams aufzustocken, damit die Zweitligisten Lausanne und Vaduz nicht um den Aufstieg gebracht werden. Eine Einigung wurde dabei knapp verfehlt, sodass es auch in Zukunft bei zehn Teams in der Beletage bleibt.
  • Weißrussland: Die weißrussische Wyschejschaja Liha ist die einzige europäische Profiliga, die noch nicht abgebrochen wurde. Dass im osteuropäischen Land noch gekickt wird, hängt auch mit dem autokratischen Machthaber Alexander Lukaschenko zusammen. Weltweit rollt der Ball ansonsten übrigens auch noch in Turkmenistan, Nicaragua und Taiwan.

Corona-Krise im Fußball: Niederlande und Belgien brechen ab - wer wird Meister?

  • Niederlande: Anders als die meisten europäischen Länder verfährt die Niederlande. Am Freitag (24. April) wurden die beiden ersten Profiligen abgebrochen. Besonders pikant ist dabei die Titelfrage in der ersten Liga. Ajax Amsterdam und AZ Alkmaar führen die Eredivisie mit 56 Zählen an. Obwohl Ajax das bessere Torverhältnis aufzuweisen hat, wird ihnen der Titel nicht zugesprochen - es gibt in dieser Saison schlicht keinen Meister. Weil es zudem keine Absteiger gibt, bleiben ADO Den Haag und RKC Waalwijk der Liga erhalten. Cambuur und De Grafschaap schauen als führende Zweitligisten dagegen in die Röhre.
  • Belgien: Die Niederlande haben sich ihre belgischen Nachbarn gewissermaßen zum Vorbild gemacht. Die Ligakommission hatte am 25. März vorgeschlagen, die Saison wegen der Coronakrise abzubrechen und den FC Brügge zum Meister zu erklären. Die Entscheidung wurde am 15. Mai bestätigt.
Brügge darf sich aller Voraussicht nach über den 16. Meistertitel freuen. Vor den in Belgien gespielten Playoffs betrug der Vorsprung auf den zweitplatzierten KAA Gent 15 Punkte.

Corona-Krise im Fußball: Re-Start-Pläne an Uefa gekoppelt - CL und EL im Wartestand

In Europa gibt es also unterschiedliche Auffassungen über den jeweiligen Liganeustart. Bei all den Überlegungen um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs muss immer auch

die Uefa miteinbezogen werden. Deshalb soll in Europas Ligen bis Ende Juli gespielt werden, um nicht mit den Plänen bezüglich der Champions League* und  Europa League* zu kollidieren. Das bedeutet im Umkehrschluss einen prall gefüllten Terminkalender und jede Menge Spiele für die Profis in kürzester Zeit. Um daher ein wenig für Entlastung zu sorgen, wartete die Fifa zuletzt überraschend mit einer Regeländerung  auf.

In der aktuellen Krisensituation wird die Bundesliga auf eine harte Probe gestellt - das verwundert und deshalb müssen die gegenwärtigen Strukturen zwingend überdacht werden - Ein Kommentar*.

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as

Rubriklistenbild: © dpa / Barbara Gindl

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