Ilkay Gündogan macht eine ausladende Geste im DFB-Dress.
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Ilkay Gündogan war mit dem Auftritt der DFB-Elf gegen die Schweiz überhaupt nicht zufrieden.

Nationalmannschaft mit zwei Remis

DFB-Team in der Nations-League-Krise: „Angepisster“ Gündogan erklärt seinen Ausbruch am Mikro

Ilkay Gündogan haderte nach dem Remis in der Schweiz gewaltig mit der Leistung der deutschen Nationalmannschaft - und wählte drastische Worte. Nun folgt die sachliche Aufarbeitung.

  • Nations League: Deutschland kommt nach schwacher zweiter Halbzeit in der Schweiz nicht über ein 1:1 hinaus und bleibt im Wettbewerb im sechsten Spiel ohne Sieg.
  • Ex-Bayern-Star Toni Kroos (Real Madrid) übt deutliche Kritik, Ex-BVB-Profi Ilkay Gündogan (Manchester City) haut richtig drauf. Doch Letzterer beschwichtigt nun - und sendet einen Appell bezüglich Geisterspiele.
  • Auch Bundestrainer Joachim Löw ist unzufrieden - hier gibt es Stimmen zum Spiel in Basel.

Update vom 8. September, 09.38 Uhr: Ilkay Gündogan hat sich über seine drastischen Worte im ZDF(siehe unten) nach dem enttäuschenden 1:1 der DFB-Auswahl im Nations-League-Duell in der Schweiz geäußert. „Ich war vor allem über die 2. Halbzeit so verärgert, dass ich etwas Dampf ablassen musste im Interview“, sagt der ManCity-Star gegenüber Bild. So kurz nach dem Schlusspfiff sei der Spielverlauf bei dem deutschen Nationalspieler noch sehr emotional gewesen. „Wir haben es der Schweiz zum Teil als Team einfach zu leicht gemacht“, so der Mittelfeldmann.

Angesprochen auf die Qualitätsfrage sehe Ilkay Gündogan keine Probleme: „Wir stehen alle bei Top-Klubs unter Vertrag. Die Kritik war auch nicht gegen einzelne Mitspieler gerichtet. Wir müssen das im Kollektiv besser lösen - da nehme ich mich auch nicht heraus. Mit zwei Punkten aus zwei Spielen ist niemand von uns glücklich.“ Ex-Dortmunder Gündogan fordert, bei Geisterspielen „den Vorteil der leicht verständlichen Kommunikation, wenn wir schon ohne Zuschauer spielen, aber dann eben auch besser“ zu nutzen.

Ärger gab es beim DFB-Team nach dem Match in der Schweiz auch wegen einer anderen Sache: der Flugreise von Stuttgart nach Basel:

DFB-Team in der Nations-League-Krise: Gündogan mit Wutrede vor laufender Kamera

Ursprungsartikel vom 6. September: Deutschland tritt in der Nations League auf der Stelle. Auch im sechsten Länderspiel im neuen Wettbewerb gibt es keinen Sieg. In der Schweiz kommt das DFB-Team nach schwacher Leistung nicht über ein 1:1 hinaus.

Toni Kroos wird nach dem schmeichelhaften Remis deutlich, Ilkay Gündogan holt zu einer regelrechten Wutrede aus. Und Bundestrainer Joachim Löw sieht entscheidende Mängel bei der deutschen Nationalmannschaft. Wir haben die Stimmen vom ZDF zusammengefasst:

Ilkay Gündogan (Torschütze Deutschland): „Ich bin noch ein bisschen angepisst“

... über den verschenkten Sieg in der Schweiz: „Das lag komplett an uns selbst. Ich bin noch ein bisschen angepisst. Schon in der ersten Halbzeit hat sich das angedeutet. Da haben wir die Bälle vorne zu leichtfertig verloren. Genau so fällt das Gegentor. Wir haben den Ball gesichert und spielen ohne Bedrängnis einen Fehlpass. So ein Gegentor wirft uns einfach zurück. Wir sind davor in einer richtig guten Ausgangssituation, lassen gar nichts anbrennen. Das hatte sich schon in der ersten Halbzeit angedeutet, dass wir durch so einen Fehlpass alles verspielen.“ 

... über seine Stimmung nach dem Spiel: „Insgesamt ist das ärgerlich. Das geht mir auf den Sack. Das ist kein Prozess, das ist ein ganz normales Fußballspiel. Auf diesem Niveau darf das nicht passieren. Es ist total unnötig gewesen meiner Meinung nach. Schon gegen Spanien haben wir es in der zweiten Halbzeit nicht gut gemacht. Wir hätten es in der zweiten Halbzeit eiskalt durchspielen müssen, können drei, vier Buden machen.“

Toni Kroos (Deutschland): „Das ist enttäuschend“

... über das Spiel Deutschlands gegen die Schweiz: „Es war leider ähnlich wie gegen Spanien. Da können wir definitiv dran arbeiten, müssen mehr Lösungen haben und als Mannschaft mehr Selbstvertrauen. Was aber auch bedingt dadurch war, dass man in dieser Konstellation noch nicht zusammengearbeitet hat. Wir hatten viel zu viele Ballverluste vorne. Wenn man nur zwei von sechs Punkten holt, ist das enttäuschend. Heute hätten wir es hinten raus besser machen müssen.“

Joachim Löw (Bundestrainer Deutschland): „Wir schaffen es einfach nicht ...“

... über die Gründe für den verpassten Sieg in der Nations League: „Wir haben es wieder versäumt, das 2:0 zu machen. Ähnlich wie gegen die Spanier. Wir schaffen es einfach nicht, aus den guten Möglichkeiten Kapital zu schlagen. Wir haben die Schweizer durch Ballverluste zurück ins Spiel kommen lassen.“

... über den verärgerten Ilkay Gündogan: „Ich sicherlich auch. Wenn man zweimal 1:0 führt, und es nicht nach Hause bringt, ist das ärgerlich. Einige Spieler haben gefehlt, im Oktober greifen wir wieder richtig an. Nicht alle Spieler waren im Vollbesitz ihrer Kräfte. Das Problem, das wir haben, ist, dass wir nicht die Entscheidung herbeiführen.“

... über den Ausgleich durch die Schweiz: „Da sind wir aus dem Rhythmus rausgekommen. Wir hatten zwei, drei große Möglichkeiten in der ersten Halbzeit. Ich wusste, dass das keine einfache Geschichte wird. Die Jungs haben alles gegeben, was möglich war. Die Jungs haben alles reingeworfen, in der ersten Halbzeit ein gutes Pressing gespielt. Im Oktober werden wir wieder richtig angreifen.“

Julian Draxler (Deutschland): „Wir haben in der zweiten Halbzeit extrem nachgelassen“

... über das Spiel der deutschen Nationalmannschaft: „Das war nicht unser bestes Spiel heute. Wir hatten ziemlich viele Ballverluste, haben es nicht geschafft, die Bälle festzumachen, haben in der zweiten Halbzeit extrem nachgelassen. Punktemäßig ist das zu wenig. Wir sind mit der Spielweise nicht hundertprozentig zufrieden.“

Silvan Widmer (Torschütze Schweiz): „Ein Abend, den ich nicht so schnell vergessen werde“

... über das Spiel gegen Deutschland: „Am Ende hatten wir die eine oder andere Chance mehr als Deutschland. Es war ein hart umkämpftes Spiel, beide Mannschaften wollten gewinnen. Nach der Niederlage am Donnerstag wollten wir eine Reaktion zeigen, das ist uns gelungen. Heute sind wir konsequenter in die Box, haben unseren Gegner aggressiver attackiert. Das ist sicher ein Abend, den ich nicht so schnell vergessen werde.“

Granit Xhaka (Kapitän Schweiz): „Sie waren überraschend nicht so stark“

... über das Unentschieden gegen das DFB-Team: „Sie waren überraschend nicht so stark wie sonst. Aber man muss auch uns ein Kompliment machen. Wir haben versucht, viel höher zu pressen. Das Ergebnis spricht für uns. Wir haben eine sehr gute Mannschaft mit großer Zukunft. Wir wollen gegen Mannschaften wie Deutschland Paroli bieten.“ (pm) *tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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