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Anhänger von Vitoria Guimaraes vor der Partie.

Europa League

Fan-Krawalle in Guimaraes: UEFA berät über Strafe - Geisterspiel möglich?

Die Eintracht hat wegen der Krawalle beim Europa League-Spiel in Guimaraes eine empfindliche Strafe durch die UEFA zu befürchten.

Update vom 08.10.2019, 11.12 Uhr: Die UEFA hat bekanntgegeben, dass sie am 17. Oktober über die Vorfälle in Guimaraes beraten wird. Strafen könnte es gegen beide Vereine geben. Die SGE ist in folgenden Punkten "angeklagt": Werfen von Gegenständen, Zerstörung und verschobene Anstoßzeit. (red)

Update vom 04.10.2019, 6:58 Uhr: Unschöne Szenen vor dem Spiel von Eintracht Frankfurt bei Vitoria Guimarães: Kurz vor dem Anpfiff kam es zu Ausschreitungen der Fans. Nach Provokationen durch portugisische Fans flogen Sitzschalen und andere Gegenstände aus dem Frankfurter Block. „So etwas will keiner sehen“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic.

Zum Spiel in Portugal waren rund 3000 Eintracht-Fans angereist. Kurz vor dem Beginn der Partie kam es dann zu Krawallen. Dabei bewarfen sich Fans beider Mannschaften gegenseitig mit Sitzschalen. Die Polizei räumte daraufhin einen Frankfurter Fanblock. 

Bestätigt: Eintracht-Fans in Lüttich und bei Arsenal ausgeschlossen

Für die Eintracht könnte das böse Folgen haben: Die Frankfurter stehen schon seit letzter Saison unter Bewährung und war gerade erst von der Europäischen Fußball-Union wegen der Vorfälle im Playoff-Rückspiel gegen Racing Straßburg zu einer Geldstrafe in Höhe von 58.000 Euro sowie der Sperrung eines Blocks auf der Haupttribüne beim nächsten Gruppen-Heimspiel gegen Standard Lüttich verurteilt worden. Die erneuten Ausschreitungen werden wohl eine empfindliche Strafe nach sich ziehen. „Das ärgert mich. Wir sind unter Beobachtung und haben in der großen Überzahl total gute Fans“, sagte Bobic.  

Franck Ribéry bestätigt: Eintracht Frankfurt war im Sommer an ihm interessiert

Kommentar zu den Fan-Krawallen: Dämliche Chaoten*

Schmeichelhafter Erfolg für Eintracht   

Erstmeldung vom 3.10.2019, 23:12 Uhr:  

Die Frankfurter Eintracht hat sich ihre Chance bewahrt, in der Europa League zu überwintern. Dazu reichte ihr ein sehr schmeichelhafter 1:0 (1:0)-Erfolg beim portugiesischen Vertreter Vitoria Guimaraes. Der entscheidende Treffer war dem jungen Evan Ndicka in der 36. Minute gelungen, der ohnehin nur spielen durfte, weil Makoto Hasebe, der an allen Ecken und Ende fehlte, wegen einer Gehirnerschütterung die Reise in den Norden Portugals gar nicht angetreten hatte. 

Trotz der Krawalle: Über den Sieg gegen Vitória Guimarães freuen sich die Eintracht-Spieler. 

Die Eintracht hatte viel Glück in dieser Partie, die Gastgeber waren das klar aktivere Team. Die Hessen hingegen lieferten das schlechteste Spiel in dieser Saison ab, vieles stimmte nicht. Das Ergebnis war mit Abstand das beste an diesem Abend. Zu loben war im Grunde nur die Effektivität der Frankfurter, die einen Eckball zu einem enorm wichtigen Sieg nutzten.

Eintracht Frankfurt siegt mit 1:0 bei Vitoria Guimaraes: Die Spieler in der Einzelkritik

Im anderen Gruppenspiel besiegte der FC Arsenal die Belgier von Standard Lüttich klar mit 4:0. Die nächste Begegnung auf internationalem Parkett ist am 24. Oktober in Frankfurt, Lüttich, der mutmaßlich schärfste Konkurrent um Platz zwei, ist dann im Stadtwald zu Gast.

Nach der Niederlage gegen Arsenal Frankfurt in Portugal unter Zugzwang

Die Eintracht stand nach der Heimniederlage zum Auftakt gegen Arsenal im Norden Portugals schon unter Druck. „Beide Mannschaften stehen mit dem Rücken zur Wand“, hatte Trainer Hütter auf die Bedeutung dieses zweiten Spiels in der Gruppe F verwiesen. Sportvorstand Fredi Bobic hatte vor dem Spiel schon eine Idee, wie man mit dieser Situation am besten umgeht: „Wir müssen gucken, dass wir bei dieser spielstarken Mannschaft das erste Tor machen. Wir müssen Effizienz zeigen.“ 

Fußballerische Armut erschreckt: Eintracht Frankfurt muss sich deutlich steigern

Gesagt, getan. Nach 45 Minuten ging Eintracht Frankfurt mit 1:0 in die Pause. Evan Ndicka, der 20 Jahre alte Franzose, köpfte nach 36 Minuten die erste Frankfurter Ecke, getreten von Djibril Sow, ins Tor. Und niemand wusste so genau, wie die Hessen das geschafft hatten. Denn Guimaraes war das bessere Team, die Gastgeber machten das Spiel, waren präsent, entwickelten ordentlichen Druck. Nach einer frühen Chance von André Silva (3.) brauchten die Frankfurter geschlagene 30 Minuten, ehe ihnen die erste Offensivaktion gelungen war. Erik Durm, der erneut das Vertrauen erhalten hatte, prüfte mit einem Flachschuss Torhüter Miguel Silva. Das war es aber schon an Offensivbemühungen der Hessen. Das sah auch Sportdirektor Bruno Hübner so: „Wir tun uns schwer im Spielaufbau und sind in letzter Konsequenz zu unsauber beim Passspiel.“  

Djibril Sow (links) und Falaye Sacko im Zweikampf.

Mittelfeldmotor Sebastian Rode war in die Startelf zurückgekehrt, er spielte wegen seines gebrochenen linken Daumens mit einer Spezialschiene. Für ihn musste der Japaner Daichi Kamada auf die Bank, der ohnehin in den letzten Spielen ein wenig schwächelte. Im Angriff vertraute Trainer Hütter den Portugiesen André Silva und Goncalo Paciencia, für die diese Partie praktisch ein Heimspiel war, beide stammen aus der Region. Beide blieben allerdings komplett unter ihren Möglichkeiten. Pikanterweise standen beim Anpfiff im Frankfurter Team mehr Portugiesen als bei Vitoria Guimaraes auf dem Platz, lediglich Torwart Miguel Silva stammte von der iberischen Halbinsel. 

Frederik Rönnow im Tor bei Eintracht Frankfurt: „Er braucht ein paar Bälle“

Im Tor der Frankfurter stand natürlich Frederik Rönnow. „Wir stecken jetzt alles Vertrauen in Frederik Rönnow. Er braucht ein paar Bälle am Anfang, die er abfangen kann. Dann wird er ein gutes Spiel machen“, hatte Bobic vor dem Spiel gesagt. Rönnow spielte weitgehend fehlerlos, er musste allerdings auch keinen besonders schweren Bälle halten. Die Fernschüsse von Denis-Will Poha (4. und 12. Spielminute) waren keine Prüfung für ihn. Allerdings klebte er bei Flanken sehr auf der Linie, es fehlt ihm auch die Ausstrahlung. Kevin Trapp übrigens war am gestrigen Donnerstag in Heidelberg an der lädierten Schulter operiert worden. Die Diagnose, Anriss der Rotatorenmanschette, habe sich bestätigt, sagte Bobic, „die Operation ist sehr gut verlaufen.“

Lesen Sie hier: Ballhorn - der etwas andere Liveticker zum Spiel der Eintracht gegen Guimaraes

„Wir wollen nach vorne spielen“, hatte Trainer Hütter die Losung ausgegeben. Das war den Hessen anfangs nun wirklich nicht gelungen. Guimaraes, aktuell Tabellenvierter der portugiesischen Liga, diktierte das Spielgeschehen, und hatte Pech, dass ein Schuss aus kurzer Distanz von Leo Bonatini vom Pfosten zurück ins Feld prallte. Keine Frage, die Führung zur Pause war sehr schmeichelhaft für die Hessen, die insgesamt viel zu statisch, fast phlegmatisch zu Werke gegangen waren. Es fehlte an Dynamik, an Esprit, vor allem fehlte es an einer Idee, wie man dieses Spiel angehen will – und nach vorne war es ziemlich dünn.

Eintracht Frankfurt hat Glück und immer mal wieder ein langes Bein

Auch im zweiten Abschnitt waren die Gastgeber das aktivere Team, waren klar spielbestimmend und hatten Möglichkeiten. Doch Glück und immer mal wieder ein langes Bein von Ndicka verhinderte den durchaus möglichen und eigentlich auch verdienten Ausgleich. 

Evan Ndicka und Frederik Rönnow: Durchs tiefe Tal ans Licht

Es dauerte bis zur 73. Minute, bis Eintracht Frankfurt mal wieder für einen Aufreger sorgte. Erst vergab Silva (73.) nach einer Ecke aus kurzer Distanz, dann brachte Filip Kostic einen Kopfball auf drei Metern nicht im Tor unter (75.). Zuvor hatte Kamada prima geflankt, ohnehin bekamen die Gäste durch die Einwechslung des Japaners und von Bas Dost ein bisschen mehr Zugriff auf das Spiel. Gut war es dennoch nicht. Am Ende zitterten sich die Frankfurter zu den drei Punkten.

Von Thomas Kilchenstein

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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