Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.
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Vorstandsboss des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.

Streit um TV-Erlöse

Kleine Bundesliga-Klubs wollen an das Geld des FC Bayern - und bemühen einen Trick: „Das muss ein Ende haben“

FC Bayern und BVB unter Druck: Die kleineren Bundesliga-Klubs fordern vehement eine Umverteilung der TV-Gelder. Es kündigen sich zähe Verhandlungen an.

  • FC Bayern München*: Der deutsche Rekordmeister erhält mit Abstand die meisten TV-Gelder der Bundesliga*.
  • Beim Streit um die TV-Erlöse bahnen sich zwischen dem FCB, BVB und übrigen Bundesliga-Klubs* zähe Verhandlungen an.
  • Die kleineren Bundesliga-Vereine* wählen einen Trick und machen jetzt richtig Druck.

München/Mainz - Diese Forderung dürfte in der Säbener Straße in München* nicht für Begeisterungsstürme sorgen.

Die kleineren Bundesliga-Klubs verlangen von der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine aus ihrer Sicht deutlich fairere Umverteilung der TV-Gelder - und machen jetzt richtig Druck auf DFL, FC Bayern* und BVB.

Attacke gegen FC Bayern und BVB: Kleinere Bundesliga-Klubs wollen mehr TV-Gelder

„Man müsste die Medienerlöse der Bundesliga, national wie international, komplett gleich verteilen und der 2. Liga wieder mehr Geld zur Verfügung stellen. Auch von den Einnahmen aus dem internationalen Wettbewerb sollten die nicht beteiligten Vereine einen Teil erhalten“, sagte Dr. Jan Lehmann, Vorstand des FSV Mainz 05 laut Kicker: „Das mag bei manchen Klubs als nicht gerecht empfunden werden, die Frage ist nur: Welche Liga wollen wir?“

In Deutschland wird die TV-Vermarktung nach einem Vier-Säulen-Prinzip ausgeschüttet, maßgeblicher Punkt ist der sportliche Erfolg in den vergangenen fünf Jahren. Heißt: Insbesondere der FC Bayern München, wo Karl-Heinz Rummenigge kürzlich einen irren Alaba-Vergleich anstellte, und Borussia Dortmund kassieren.

TV-Gelder in der Bundesliga: FC Bayern und BVB bekommen mit Abstand am meisten

Riesen-Verteilungs-Unterschiede gibt es vor allem bei den internationalen Erlösen, Lehmann spricht von einem Verhältnis von 1:10. So standen in der Saison 2019/20 laut Kicker dem SC Paderborn, Fortuna Düsseldorf und Union Berlin je 3,437 Millionen Euro zu, der BVB bekam dagegen 32,417 Millionen Euro, der FC Bayern (am Freitag im Test gegen Marseille gefordert) sogar 45,066 Millionen Euro. 

Und jetzt das: Wegen der Corona-Krise kommen in der Saison 2020/21 laut DFL „nur" 1,2 Milliarden Euro statt ursprünglich geplanten 1,383 Milliarden Euro zur Ausschüttung.

Rekordmeister Bayern bezieht für TV-Übertragungen* aus der Allianz Arena und auswärts demnach insgesamt 70,64 Millionen Euro, es folgen Borussia Dortmund mit 69,37 Millionen Euro, Bayer Leverkusen mit 67,47 Millionen Euro und RB Leipzig mit 65,96 Millionen Euro. Aufsteiger Arminia Bielefeld bekommt dagegen nur 29,80 Millionen Euro.

TV-Gelder-Streit in der Bundesliga: Jan-Christian Dreesen vom FC Bayern sitzt im DFL-Präsidium

Mainz-Boss-Lehmann rechnet weiter vor. Früher sei das Verhältnis bei 1:2 gelegen, mittlerweile pendele es sich bei 1:4 ein - aus Sicht der kleineren Bundesliga-Klubs. In der englischen Premier League betrage die Spreizung dagegen nur 1:1,6. „Das muss ein Ende haben, weil es den Wettbewerb zerstört“, erklärte Lehmann weiter.

Und: Die kleineren Klubs haben sich einer Art Trick bemüht, um mehr Einfluss geltend zu machen. Zur Einordnung: Laut Statuten der Deutschen Fußball LIga entscheidet letztlich das DFL-Präsidium über die Verteilung der TV-Gelder. In diesem sitzt unter anderem Jan-Christian Dreesen, Finanzvorstand des FC Bayern München.

Revolution gegen FC Bayern und BVB? Kleine Bundesliga-Klubs im DFL-Präsidium

In diesem sitzen aber auch: Oliver Leki (Vorstand Finanzen des SC Freiburg), Steffen Schneekloth (Präsident des Zweitligisten Holstein Kiel), Rüdiger Fritsch (Präsident des SV Darmstadt), Oke Göttlich (Präsident des Bayern-Widersachers FC St. Pauli) und Alexander Wehrle (Geschäftsführer des 1. FC Köln).

Heißt: Das Präsidium wird seit Jahren verstärkt durch die kleineren Vereine in Beschlag genommen, die mit Blick auf die Saison 2021/22 um eine ausgeglichene Umverteilung der TV-Gelder und aus ihrer Sicht für einen faireren Wettbewerb kämpfen. (pm) *tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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