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Das Foto zeigt den Spieler-Tunnel im Lohrheide-Stadion der SG Wattenscheid 09. Die Fußball-Regionalliga-Mannschaft hat Insolvenz angemeldet.

Regionalliga West

Sportdirektor Neururer glaubt nicht an Wattenscheid-Rettung - "Lügengerüst"

Das Amtsgericht Bochum hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der SG 09 Wattenscheid e.V. eröffnet. Die wirtschaftliche Lage war noch nie so kritisch.

Update, 11. Oktober, 15 Uhr

Sportdirektor Peter Neururer glaubt nicht mehr an eine wirtschaftliche Rettung des Fußball-Traditionsclubs SG Wattenscheid 09. "Die werden keinen Sponsoren kriegen in der Größenordnung, wie er jetzt benötigt wird", sagte Neururer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Bis zum 18. Oktober müssen Geldgeber gefunden werden, die den monatlichen Finanzbedarf von 70.000 bis 100.000 Euro für den Spielbetrieb in der Regionalliga West decken. Er habe "seit Mai kein Geld mehr bekommen", sagte der 64-Jährige. "So etwas wie in Wattenscheid habe ich noch nicht erlebt. Der Verein ist auf einem Lügengerüst aufgebaut. Die Spieler tun mir leid."

Insolvenzverfahren wurde am 1. Oktober eröffnet

Das verleitet den langjährigen Bundesliga-Trainer aber nicht dazu, seine Karriere zu beenden. "Wattenscheid kann mich nicht so sehr schocken, dass ich aufhöre", sagte er. "Ob wieder als Trainer oder Sportdirektor: Ich mache weiter. Ich bin zu fast allen Seiten offen. Aber sowas wie mit Wattenscheid passiert mir nicht nochmal."

Der frühere Bundesligist kämpft seit Jahren ums finanzielle Überleben. Über sein Vermögen war am 1. Oktober ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Erstmeldung (10. Oktober, 16 Uhr)

Bochum - Dem Fußball-Traditionsverein SG Wattenscheid 09 droht "die Schließung". Das teilte der frühere Bundesligist und jetzige Regionalligist, über dessen Vermögen am 1. Oktober ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, am Donnerstag mit.

"Wir benötigen in den kommenden zehn Tagen Klarheit in Form von Geld, ansonsten muss ich wegen fehlender Liquidität die Massenunzulänglichkeit anzeigen", wurde die eingesetzte Insolvenzverwalterin Anja Commandeur in einer Club-Mitteilung zitiert. "Es ist fünf Sekunden vor Zwölf."

SG Wattenscheid kämpft seit Jahren um das finanzielle Überleben

Bis zum 18. Oktober müssen Geldgeber gefunden werden, die den monatlichen Finanzbedarf von 70.000 bis 100.000 Euro für den Spielbetrieb in der Regionalliga West decken, erklärte Commandeur auf dpa-Anfrage. Gespräche mit potenziellen Geldgebern seien bisher nicht erfolgversprechend verlaufen.

Die SG Wattenscheid kämpft seit Jahren um das finanzielle Überleben. Erst in diesem Sommer war ein Insolvenzverfahren abgewendet worden. Danach war dann aber Aufsichtsratschef und Haupt-Geldgeber Oguzhan Can zurückgetreten.

dpa

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