André Pawlak, Co-Trainer, 1. FC Köln
+
In der Saison 18/19 war der Recklinghäuser André Pawlak nach der Entlassung von Markus Anfang für die letzten drei Saisonspiele Interimstrainer der ersten Mannschaft des 1. FC Köln und führte sie zurück in die Bundesliga.

Fußball

„Et kütt wie et kütt“ – das sagt André Pawlak zu seinem Engagement beim 1. FC Köln

  • vonOlaf Nehls
    schließen

André Pawlak hat seinen Vertrag als Co-Trainer beim 1. FC Köln bis 2023 verlängert. Hier spricht der 49-jährige Recklinghäuser über seine Arbeit.

Herr Pawlak, seit Juni 2017 sind sie beim 1. FC Köln. Jetzt haben sie ihren Vertrag um zwei weitere Jahre bis 2023 verlängert. Was war ausschlaggebend dafür?

Wir hatten schon am Ende der letzten Saison lockere Gespräche geführt. Dabei wurde klar, dass der Verein und ich weiterhin zusammenarbeiten möchten. Dann hat sich wegen Corona alles etwas verschoben. Wir hatten aber auch keine Eile. Die Arbeit im gesamten Team um Markus Gisdol und Horst Heldt, der fast bei jeder Trainingseinheit am Platz ist, macht sehr viel Spaß. Ich komme mit allen super klar. Außerdem mag ich es, bei einem Traditionsverein zu arbeiten. Der 1. FC Köln hat eine unglaubliche Strahlkraft.

Welche Aufgaben haben sie speziell im Trainerteam?

Neben der täglichen Trainingsarbeit bin ich Verbindungsmann zu unserem gesamten Nachwuchsbereich, zu den Spielern aus dem NLZ, betreue besonders die Jungprofis noch mal intensiver, die bei uns in der U21 zum Einsatz kommen und analysiere auch die Spiele mit ihnen. Das ist vertraglich so geregelt. Zudem bin ich für das Training von Standardsituationen zuständig – defensiv wie offensiv.

Wie klappt denn die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Markus Gisdol?

Markus ist ein sehr erfahrener Trainer, sehr besonnen. Man merkt, dass er schon lange im Profi-Fußball dabei ist. Von ihm kann ich sicher eine Menge lernen. Er kann Situationen nachhaltig einschätzen, zudem hat er bei seinen vorherigen Vereinen in Hoffenheim oder beim HSV schon Erfahrungen im Abstiegskampf gesammelt und weiß, worauf es da ankommt.

Ist ihm Ihre Meinung bezüglich Taktik, Gegner oder Aufstellung wichtig?

Absolut. Und da fühlt man sich auch extrem wertgeschätzt. Wir besprechen solche Dinge immer im Team. Zu dem gehört auch Horst Heldt. Und dann legen wir alles übereinander und gucken, ob es deckungsgleich ist. Natürlich gibt es auch mal unterschiedliche Meinungen. Das gehört dazu. Am Ende entscheidet Markus Gisdol dann über die Aufstellung oder das System. So muss das auch sein.

Wenn man über den Profi-Fußball spricht, kommt man in diesen Zeiten um das Thema Corona nicht herum. Inwieweit beeinflusst das Ihre Arbeit?

Es ist schon einiges anders für uns. Wir sind immer in unserer Gruppe, zu der rund 60 Personen gehören. Zu anderen Mitarbeitern aus dem Verein haben wir zurzeit wenig Kontakt. In der Gruppe können wir uns aber frei bewegen. Etwas anders ist es auch bei den Auswärtsspielen. Da fahren wir jetzt immer in zwei Bussen, haben dann vor Ort ein Hotel für uns alleine. Im Privatbereich gelten für uns die Regeln, die für alle anderen auch gelten. Wir sind aber angehalten, auch da sehr vorsichtig zu sein. Schließlich könnte eine Person theoretisch den ganzen Laden lahmlegen.

Sie haben im vergangenen Jahr ihre Fußballlehrer-Lizenz erworben? Sehen wir Sie irgendwann mal wieder als Cheftrainer an der Seitenlinie?

Zunächst einmal bin ich mit dem, was ich jetzt mache, äußerst zufrieden. Als Co-Trainer steht man natürlich nicht so im Fokus. Das macht vieles etwas einfacher. Ich bin jetzt seit vier Jahren beim 1. FC Köln und habe noch einen Vertrag bis 2023. Das wären dann sechs Jahre bei dem gleichen Verein. Das ist im Profi-Fußball eine extrem lange Zeit. Ich habe meine Trainerkarriere nie großartig geplant. Dass ich 2017 nach Köln gekommen bin, war ja auch eher ein Zufall. In Uerdingen musste ich nach dem Aufstieg gehen. So viele Angebote gab es damals nicht. Dass ich die U17 beim 1. FC Köln übernehmen durfte, war für mich natürlich ein Glücksfall. Grundsätzlich kann ich mir aber auch vorstellen, wieder als Cheftrainer zu arbeiten. Aber wie sagt man hier in Köln so schön: Et kütt wie et kütt.

Erfolgreicher Oberliga-Spieler

André Pawlak wurde am 12. Februar 1971 in Gelsenkirchen geboren. Als jugendlicher Fußballer spielte er lange für den TuS 05 Sinsen, später u.a. als Seniorenspieler in der Oberliga für BW Post Recklinghausen, Spvgg. Erkenschwick oder TSG Dülmen.

Seine Trainerlaufbahn begann der heute 49-Jährige 2002 in der Jugendabteilung des FC Schalke 04. Dort blieb er bis 2010. Es folgten Stationen als Seniorentrainer bei der SG Wattenscheid 09, SSVg Velbert und KFC Uerdingen. Mit allen drei Vereinen schaffte Pawlak den Aufstieg in die Regionalliga West.

Zur Saison 2017/18 übernahm Pawlak die B-Jugend (U17) des 1. FC Köln, in der gleichen Saison die U21, die er zum Klassenerhalt in der Regionalliga führte. Am 29. April 2019, nach der Entlassung von Markus Anfang, sprang er als Interimstrainer des Zweitligisten für die letzten drei Saisonspiele ein und führte den 1. FC Köln zurück in die Bundesliga.

Zur Saison 2019/20 wurde Pawlak dann Co-Trainer der Profis unter Achim Beierlorzer. Auch nach dessen Trennung blieb Pawlak unter Nachfolger Markus Gisdol Co-Trainer und ist es bis heute. Im März 2019 beendete Pawlak erfolgreich die Ausbildung zum Fußballlehrer.

Pawlak ist verheiratet, hat zwei Töchter (sechs und zwölf Jahre) und lebt noch immer in Recklinghausen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Wohin führt der Weg von Roman Stöckl? - zu diesem Verein jedenfalls nicht
Wohin führt der Weg von Roman Stöckl? - zu diesem Verein jedenfalls nicht
Wohin führt der Weg von Roman Stöckl? - zu diesem Verein jedenfalls nicht
Job mit Sinnstiftung - das macht der „Silber-Junge von Seoul“ heute
Job mit Sinnstiftung - das macht der „Silber-Junge von Seoul“ heute
Job mit Sinnstiftung - das macht der „Silber-Junge von Seoul“ heute
Stefan Hagedorn bleibt Frauentrainer beim SV Titania
Stefan Hagedorn bleibt Frauentrainer beim SV Titania
Talente-Treff in der Rußheide
Talente-Treff in der Rußheide
Talente-Treff in der Rußheide
14 Teilnehmer kämpfen um die Stadtmeister-Krone
14 Teilnehmer kämpfen um die Stadtmeister-Krone
14 Teilnehmer kämpfen um die Stadtmeister-Krone

Kommentare