Andreas Niedrig
+
Der Oer-Erkenschwicker Andreas Niedrig hat „Desert Dash“ erfolgreich absolviert. 370 Kilometer ging es für den 53-Jährigen durch die Wüste Namibias.

Radsport

„Was für ein kranker Sch...“ - Andreas Niedrig erlebt in Namibia eine Grenzerfahrung

  • Jochen Börger
    vonJochen Börger
    schließen
  • Olaf Krimpmann
    Olaf Krimpmann
    schließen

Andreas Niedrig startete beim Desert Dash in Namibia. 373 Kilometer ging es mit dem Mountainbike von der Hauptstadt Windhoek Richtung Atlantikküste.

Update, 13. Dezember: Andreas Niedrig hat in seiner sportlichen Karriere schon viel erlebt. Doch als der Oer-Erkenschwicker Triathlet jetzt das berüchtigte Mountainbike-Rennen „Desert Dash“ in Namibia beendete, sagte er nur: „Was ein kranker Sch...! Viel mehr fällt mir dazu nicht ein.“ Das Ergebnis kann sich für den Oer-Erkenschwicker mehr als sehen lassen mit Platz zehn. „Ich habe in den letzten sechs Wochen viel Grundlagentraining auf dem Mountainbike absolviert. Aber so etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Dass diese verrückten Mountainbiker 370 km auf Sandstraßen und nur acht Kilometer auf normalen Straßen von Anfang bis Ende absolvieren, ist durchgeknallt“, berichtet Niedrig. „Oftmals rollt es null, du steckst teilweise tief im Sand“, so der 53-Jährige.

„An beiden Händen habe ich Blasen“

Nach 17 Stunden Durchschnittspuls von 156 könne man sagen, dass es definitiv die größte sportliche Herausforderung für ihn war, berichtet Niedrig. „An beiden Händen habe ich Blasen. Und ich musste mich zwischenzeitlich permanent übergeben. Zwischenzeitlich ging es mir richtig schlecht.“ Physisch wie psychisch sei es eine absolute Grenzerfahrung gewesen. „Das Wichtigste ist, dass ich mit meiner nicht erfahrenen Mountainbike-Erfahrung niemanden gefährdet habe. Es ging auch steil bergab auf Schotterpisten mit dicken Steinen.“ Als bester Neuling „Rookie“ (Neuling) wurde Niedrig direkt nach dem Rennen auch im namibischen Fernsehen interviewt.

Unsere Erstberichterstattung: Die Hitze im südafrikanischen Frühsommer, der tiefe Sand, die saftigen Anstiege zum 2050 Meter hohen Kupferbergpass: Andreas Niedrig, der am Freitag um 14.30 Uhr Ortszeit mit der Startnummer 1221 ins Rennen starten wird, weiß gar nicht, was ihm mehr Respekt einflößt. Ihm schwant nur: „Ich glaube, dass ich an einem Rennen teilnehme, das ich am Anfang doch unterschätzt habe. Ich bin vom ersten Trainingstag an meine Grenzen gestoßen.“

Seit einer Woche befindet sich Niedrig im Südwesten des afrikanischen Kontinents, im Herbst hatte er sich auf Kreta überhaupt das erste Mal mit dem Thema Mountainbiking beschäftigt – das sich nun einmal vom aerodynamischen Fahren auf einem Rennrad auf einer Asphaltpiste deutlich unterscheidet. „Mein größtes Problem ist, dass ich keinen Vergleich habe“, erklärt er. „Ich bin nie mit anderen Radfahrern Mountainbike gefahren, ich bin daher tatsächlich nur mit mir beschäftigt. Ich weiß nur, wie man auf dem Triathlonrad sitzt und wie ich da fahren muss, damit ich ein gutes Rennen fahre. Auf dem Mountainbike weiß ich das gar nicht – und das ist schon ein bisschen erschreckend.“

„Das wird kein Event, sondern ein Abenteuer“

Mehrere Teilstücke der Strecke ist Niedrig bereits abgefahren, der Respekt ist dabei eher noch gewachsen: „Das ist keine Sandpiste, zum Teil ist es eine Sandkastenpiste.“ Der Sand sei „extremst tief“, die Anstiege zum Kupferbergpass auf mehr als 2.000 Metern schaffe er gerade mit 8 km/h . Niedrig: „Das wird kein sportliches Event für mich, sondern ein Abenteuer. Ich fühle mich wie vor meinem ersten Triathlon, ich weiß nicht, was kommt.“ Dazu kommt die Hitze, aktuell herrschen tagsüber in Namibia zwischen 35 und 38 Grad.

Warum tut er sich diese Strapazen an? Auch Andreas Niedrigs Saison ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie geplatzt, der Oer-Erkenschwicker hatte erneut die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii erreicht. Aber auch die fiel aus bekannten Gründen aus. Als Motivationstrainer ist er aber weiter voll im Einsatz.

Durch einen Zufall geht es nach Namibia

Der Zufall spielte dann mit, so berichtet es der 53 Jahre alte Oer-Erkenschwicker: Bei einem Seminar hat der als Motivationscoach tätige Oer-Erkenschwicker einen Mountainbike-Insider kennengelernt, der ihm vom Namib Desert Dash berichtete. „Zuerst dachte ich: 373 Kilometer mit dem Mountainbike durch die Wüste bei Tag und Nacht, wie krank ist das denn“, berichtet Niedrig. „Dann aber dachte ich: Warum eigentlich nicht? Zumal es Corona bedingt die wohl einzige Chance für mich ist, in diesem Jahr noch eine sportliche Herausforderung zu erleben.“

Dass der Namib Desert Dash ist eine besondere Herausforderung ist, verdeutlicht der Blick in die Ergebnislisten der vergangenen Jahre. Dominiert wird die Einzelwertung vom bereits fünf Mal erfolgreichen Schweizer Konny Looser, der mit einer Zeit von 13:55 Stunden auch den Streckenrekord hält. Der 31 Jahre alte Profi aus Hinwil (Kanton Zürich) ist auch diesmal wieder dabei.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Diese beiden ehemaligen Keeper der Spvgg. Erkenschwick bilden jetzt den Torwart-Nachwuchs des BVB aus
Diese beiden ehemaligen Keeper der Spvgg. Erkenschwick bilden jetzt den Torwart-Nachwuchs des BVB aus
Diese beiden ehemaligen Keeper der Spvgg. Erkenschwick bilden jetzt den Torwart-Nachwuchs des BVB aus
Wenn der Bufdi den Top-Star trifft - das erlebte Lukas Bosbach in Düsseldorf
Wenn der Bufdi den Top-Star trifft - das erlebte Lukas Bosbach in Düsseldorf
Wenn der Bufdi den Top-Star trifft - das erlebte Lukas Bosbach in Düsseldorf
0:3 - Spvgg. schludert mit Chancen
0:3 - Spvgg. schludert mit Chancen
0:3 - Spvgg. schludert mit Chancen
NRW-Cup macht Station in der Haard
NRW-Cup macht Station in der Haard
NRW-Cup macht Station in der Haard
SC Herten: Nach Trainer Berger hat nun auch der Sportliche Leiter verlängert
SC Herten: Nach Trainer Berger hat nun auch der Sportliche Leiter verlängert
SC Herten: Nach Trainer Berger hat nun auch der Sportliche Leiter verlängert

Kommentare