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Dieser Korbleger sitzt: Fünf Sekunden vor dem Ende aber scheitert Ryon Howard mit dem letzten Wurf der Löwen.

Basketball

Dramatisches Spitzenspiel: Löwen unterliegen 73:74

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DÜSSELDORF - Riesenjubel bei den ART Giants Düsseldorf, Frust bei den Hertener Löwen: Hauchdünn mit 74:73 (46:46) entscheidet der Tabellenführer der Regionalliga West das Spitzenspiel gegen den Verfolger für sich. Die Entscheidung in der Sporthalle des Comenius-Gymnasiums fällt fünf Sekunden vor der Schlusssirene.

73:73 steht es eine halbe Minute vor dem Ende vor 400 Zuschauern, als Löwen-Guard Mathias Perl mit einem Wurf aus der Distanz scheitert. Den Abpraller schnappt sich Düsseldorfs Jamal Smith - die ART Giants starten den womöglich entscheidenden Angriff. David Feldmann stoppt ihn umgehend - mit einem Foul an Lennart Weichsel. Clever. Weichsel stand schon zu Beginn der letzten Spielminute an der Freiwurflinie und vergab beide Würfe. Und auch jetzt zittert ihm Hand. Ein Versuch sitzt - 74:73. Einer prallt vom Ring ab. Felix Neumann schnappt sich den Rebound, gut 20 Sekunden bleiben den Löwen noch, das Spiel für sich zu entscheiden. Mathias Perl dribbelt in die Düsseldorfer Hälfte und überlässt kurz vor Toreschluss Ryon Howard den Ball. Wem sonst? Löwen-Center Dijon Smith sitzt nach dem fünften Foul längst auf der Bank, Howard ist bis dahin mit 22 Punkten der Topscorer der Partie. Der ehemaligen Bochumer zieht nicht zum Korb, er versucht es aus der Distanz - und trifft den Ring des Düsseldorfer Korbes. Wenig später fluten Düsseldorfer Fans das Feld, die Löwen sinken auf ihre Stühle. „Ich habe der Mannschaft beim letzten Angriff freie Hand gelassen“, sagt Trainer Cedric Hüsken geknickt. „Vielleicht hätte ich einen Spielzug ansagen sollen.“ Wenn ihn bei dem Lärm in der Halle denn überhaupt jemand verstanden hätte. In Sachen Spannung erfüllt der Regionalliga-Gipfel die Erwartungen vollauf, klasse Basketball gibt es vor allem in der ersten Halbzeit zu sehen. Zweimal - in Hälfte eins und nach der Pause - erwischen die Löwen, die überraschend den ehemaligen Recklinghäuser Konrad Tota als Ersatz für Nasko Penev (Achillessehnenriss) aufbieten, einen exzellenten Start. 2:10 steht es im ersten Viertel nach zwei Dreiern von Faton Jetullahi und Ryon Howard sowie zwei krachenden Dunks von Dijon Smith (3.). Später führen die Löwen gar mit 11:21 (6.). Und auch nach der Pause legen die Gäste vor. 51:59 lautet das Resultat nach 25 Minuten. Doch in beiden Halbzeiten kämpfen sich die ART Giants Düsseldorf zurück. Beiden Mannschaften gelingt dabei längst nicht alles. Die Gastgeber etwa machen sich das Leben mit einer grotesk schlechten Freiwurfquote schwer. Nur acht von 22 Würfen treffen ins Ziel. Auf der anderen Seite setzt David Feldmann, sonst ein verlässlicher Distanzschütze für Herten, in der ersten Hälfte nur einen von fünf Versuchen in den Korb. Nach der Pause nimmt er sich keinen Wurf mehr. Noch schwerer wiegt: Dijon Smith und Ryon Howard kommen früh unter Druck. Nach jeweils vier Fouls können beide im letzten Viertel nur noch mit gebremsten Schaum agieren. Länger als sonst lässt Trainer Hüsken seine Schlüsselspieler im letzten Viertel auf der Bank. Ob das den Ausschlag gegen die Löwen gab? „Heute haben Nuancen entschieden“, sagte der Coach hinterher. „Leider gegen uns.“ Das hat Folgen: Sechs Punkte liegen die Hertener Löwen hinter dem ungeschlagenen Tabellenführer zurück. Ob das Rennen um den Titel noch einmal spannende wird? Schwer zu glauben. Düsseldorf: Cooper 15/1, Mesghna 6/2, Galvez-Braatz 1, Broer, Weichsel 5, Krvavac, Reminas 8/2, Smith 15/3, Zvinklys 15, Agyapong 2, Kehr 3, Giddens 4 Herten: Jetullahi 3/1, Pflüger 2, Perl 8/1, Strubich 3/1, Volk, Tota 7/1, Howard 22/2, Ober, Neumann 7/1, Feldmann 3/1, Smith 18 Viertel: 24:25, 22:21, 14:17, 14:10

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