Die Basketballer der Hertener Löwen bejubeln den Sieg nach dem Finale des Vestcups.
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Jubel bei den Hertener Löwen: Der Regionalligist hat den Vestcup 2020 gegen Citybasket gewonnen.

Basketball

Finale des Vestcups 2020: Mit diesem Ausgang hat wohl kaum einer gerechnet

  • Thomas Braucks
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Am Sonntag standen die Finalspiele des Vestcups 2020 auf dem Programm. In Dorsten (Spiel um Platz drei) und Wulfen (Finale) kämpften Citybasket Recklinghausen, Hertener Löwen, BSV Wulfen und BG Dorsten um den Sieg. So ging's aus.

Den Satz konnte sich Hermann Zechel beim Abgang nicht verkneifen. „Der Absteiger Nummer eins verteidigt den Pokal“, meinte der Vorsitzende der Hertener Löwen mit der „Silberware“ unter dem Arm. Im einschlägigen Forum der Regionalliga West trauen viele Experten den Löwen aufgrund ihrer Einkaufspolitik tatsächlich nicht allzu viel zu. Tritt die Mannschaft von Trainer Cedric Hüsken aber so auf wie am Sonntag beim 96:89 (65:48)-Erfolg im Finale des Vest Cups 2020 gegen Citybasket Recklinghausen, könnten die Fans der Löwen doch noch Spaß haben.

Exzellente Trefferquote bei den Löwen

In der Gesamtschulhalle Wulfen überrannten die Löwen den Rivalen nach dem Sprungball förmlich. Dabei half eine exzellente Trefferquote. So feuerten Levi Erkkilä, Luca Bamboulis oder Robin Pflüger in der ersten Hälfte sieben von 14 Versuchen aus der Distanz in den Recklinghäuser Korb. Allerdings: Citybasket versprühte zunächst auch wenig Energie, den Tatendrang der Löwen zu stören. „Wir waren nicht bereit“, monierte Trainer Johannes Hülsmann. „In der zweiten Halbzeit haben wir das viel besser gemacht.“

Und das Spiel fast noch gedreht: Beim 81:81 durch Nathan Davis (36.) war alles wieder offen. Die Löwen berappelten sich wieder. Doch erst als Tarik Jakupovic den Ball per Dunking zum 94:89 in den Recklinghäuser Korb wuchtete (40.), war das Spiel entschieden. Der Nachwuchsmann ließ das Fehlen von Löwen-Center Dijon Smith glatt vergessen. „Wahnsinn“, sagte Trainer Cedric Hüsken. „Die Jungs können stolz auf den Erfolg sein. Aber ab Dienstag wird weiter gearbeitet.“

BG Dorsten sichert sich Platz drei

Zuvor hatte sich beim Vest-Cup der vier Regionalligisten aus der Region die BG Dorsten in der heimischen Kia-Baumann-Arena Platz drei gesichert – durch einen 87:82-Erfolg in einem engen Derby gegen die BSV Münsterland Baskets Wulfen. Wie im ersten Halbfinale gegen die Hertener Löwen am Samstag ging der BSV gehandicapt ins Spiel. So vermisste Trainer Gary Johnson unter anderem seine Spielgestalter, den US-Amerikaner Bryant Allen und Alexander Winck, schmerzlich.

Löwen kommen mit Ausfällen besser klar

Auch Herten war nicht in bester Besetzung, kam mit der Hypothek aber besser klar. Dabei half auch der Auftakt: Wulfen gelang minutenlang nichts und lag nach fünf Minuten mit 0:15 zurück. So bahnte sich für die Löwen der Einzug ins Endspiel früh an. Am Ende stand ein überraschend klarer 72:54-Erfolg.

Citybasket im Halbfinale spritziger als Dorsten

Im zweiten Halbfinale ging es zwischen BG Dorsten und Citybasket Recklinghausen nur im ersten Viertel hin und her (23:22). Dann setzten sich die Gäste bis zur Pause deutlich ab – 35:51. Der 16-Punkte-Vorsprung hatte auch am Ende Bestand: 80:96. Verdientermaßen: Citybasket war spielerisch besser und spritziger als die BG.

Das sportliche Fazit: Der Vest-Cup war auch in diesem Jahr eine prima Gelegenheit, die Form zu testen, und mit den Derbys für die kommende Saison zu werben. Und organisatorisch? Da hatten BSV Wulfen und BG Dorsten das Turnier unter Corona-Bedingungen fest im Griff: mit vielen Helfern, „Einbahnstraßen“ in den Hallen, Sitzplätzen auf Abstand und klaren Ansagen per Lautsprecher. So könnte es mit der Saison in der Regionalliga klappen.

Allerdings: Wer etwa mal ein Spiel in der Gesamtschule Wulfen erlebt hat, wo die Fans regelmäßig für Hochstimmung sorgen, dürfte sich schon jetzt nach Basketball vor der Seuche zurücksehnen. Abstand halten und ausgelassen sein – das funktioniert eben nicht.

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