Basketball

Nichts drin für Löwen gegen Stahnsdorf

HERTEN - Ob Tobias Trutzenberg und Dirk Ewald, das Trainergespann der Hertener Löwen geahnt haben, dass ihnen die schwierigste Aufgabe erst nach der 58:77-Niederlage ihres Teams bevorstehen würde? Als der Anhang bohrende Fragen stellte, wie es zu einer solch blutleeren Vorstellung kommen konnte?

Wahrscheinlich ist, dass sie es geahnt haben. Denn es ehrt die beiden – hart in den Worten, aber ehrlich in der Sache – die Lage in der Rosa-Parks-Halle nicht schön zu reden, sondern knallhart zu analysieren. Die Quintessenz: So wird das nichts mit den Playoff-Spielen.

Nun sprach bereits vor dem Sprungball nicht viel für die Gastgeber: Der RSV Eintracht Stahnsdorf war ein Gegner von erheblichem Format, was die Brandenburger in den folgenden 40 Minuten auch unter Beweis stellten. Wie vorhergesagt, war es eine kompakte, ausgeglichene Truppe, die ein glänzendes Mannschaftsspiel aufziehen kann – wenn man sie lässt.

Auf Hertener Seite gingen Carsten Bartels und Max Schulze Pals nach gerade überstandener Grippe noch geschwächt ins Spiel, während David Michalczyk wegen einer Fußverletzung gar komplett ausfiel, womit Ewald/Trutzenberg nun mal kaum Optionen hatten.

„Wir hatten eine schlechte Trainingswoche, aber das ist keine Entschuldigung. Rennen kann man immer“, meinte Dirk Ewald und erntete nach Spielschluss von den verbliebenen Anhängern anerkennendes Nicken.

Warum der Funke einfach nicht überspringen wollte? Auf diese Frage hatte das Trainer-Duo keine schlüssige Antwort. „Wir haben’s mit Strafaktionen versucht und mit Gesprächen“, meinte Tobias Trutzenberg. Zu einem wenigstens im Ansatz leidenschaftlichen Spiel hat es dennoch nicht gereicht.

Dabei hatte alles so gut beginnen: Die ersten drei Würfe von Yannick Opitz und Matt Reid – alle von jenseits der Drei-Punkte-Linie – fanden ihr Ziel, Herten lag 9:2 in Front. „Das war ein Feuerwerk für zwei Minuten. Danach hatten wir kein Pulver mehr“, meinte Dirk Ewald.

Stahnsdorf zog schnell die richtigen Schlüsse. „Wir haben es geschafft, Herten keinen guten Spielrhythmus zu ermöglichen und wir haben die wichtigen Spieler unter Kontrolle gehabt“, meinte Stahnsdorfs Trainer Peter Günschel, der einen vergleichsweise unaufgeregten Abend in Herten verlebte.

Schon nach zehn Minuten war von der Hertener Führung nichts mehr übrig, Stahnsdorf lag 20:18 vorne. Zur Halbzeit war die Führung auf 14 Punkte (45:31) angewachsen. Es war die frühe Entscheidung, denn die Brandenburger behielten die Kontrolle und hätten jederzeit immer noch zulegen können.

Am Ende durften auch bei den Löwen die ganz Jungen Erfahrung sammeln. Mark Depta (21 Jahre), Max Schulze Pals (23), Marvin Ewald (17; zwei Rebounds) etwa, dazu der außer jeglicher Kritik spielende Blake Poole (19 Punkte, 10 Rebounds). Und siehe da: In den letzten fünf Minuten war auf einmal Leidenschaft zu erkennen, da wurde sich trotz des hohen Rückstandes in die Bälle geworfen. Immerhin etwas.

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