Fußball: Castrop-Rauxeler wechselt in der 3. Liga

Marc Kruska will die Chance beim SV Werder Bremen für den Neuanfang nutzen

Castrop-Rauxel - Kurz vor dem Ende der Winter-Transferperiode hat der Rauxeler Fußball-Profi Marc Kruska den SC Paderborn, Spitzenreiter der 3. Liga, verlassen. Wie es zu seinem Wechsel zum abstiegsbedrohten Liga-Rivalen Werder Bremen II kam, berichtet Kruska im Interview mit Sportredakteur Jens Lukas.

Herr Kruska, für Außenstehende macht Ihr Vereinswechsel einen sehr kurzfristigen Eindruck. Trügt dieser?

Nein, tatsächlich kam der erste Kontakt zum SV Werder erst drei Tage zuvor zustande. Die Bremer sind auf den SC Paderborn zugegangen und haben nach mir gefragt. Ich habe nur einen halben Tag Bedenkzeit bekommen.

Da Sie nach Ihrer Verletzung in der laufenden Saison nur für Paderborn II zum Einsatz kamen, müsste Ihnen die Entscheidung leicht gefallen sein, oder doch nicht?

Sportlich gesehen wollte ich die Chance natürlich nutzen. Zumal ich in Paderborn keine Perspektive für mich gesehen habe. Da ich für meine Familie in Castrop-Rauxel alles aufgebaut habe, war es kein schneller Entschluss. Ich werde in Bremen eine Ein-Zimmer-Wohnung beziehen. Meine Familie kommt zu Besuch. Wenn ich Zeit habe, komme ich nach Castrop-Rauxel.

Wie lange haben Sie sich an Bremen gebunden?

Mein Vertrag läuft zunächst bis zum Saisonende im Sommer. Danach werden wir sehen, wie es weitergeht.

Was wussten vor der Bremer Anfrage über Ihre neue Mannschaft?

Ich habe das Team Mitte Oktober bei ihrer 1:7-Niederlage in Paderborn gesehen. Man konnte beobachten, dass viele sehr junge Spieler hier im Kader stehen. Diese können mit ihrer Unbekümmertheit vielleicht den Abstieg abwenden. Ich selbst will gerne meine Erfahrung einbringen und das Team mit Anweisungen führen. Ich brauche nur wenige Tage Eingewöhnung, um helfen zu können.

Hat Trainer Oliver Zapel mit Ihnen bereits über Ihre Position im Team gesprochen?

Nicht direkt. Aber ich denke, dass man mich verpflichtet hat, weil ich im Mittelfeld-Zentrum meine Stärken habe.

Dazu gehört auch Ihre Schusstechnik bei Standardsituationen. Werden Sie sich den Ball bei Ecken, Freistößen und Elfmetern schnappen?

Ich übernehme hier auf jeden Fall gerne Verantwortung. Die Mannschaft hat aber auch schon zwei Spezialisten. Da will ich mich nicht aufdrängen und auch anderen Vertrauen schenken.

Bei Facebook im Internet wurde Ihr Wechsel auch mit den Worten kommentiert: "Du schafft es auch in die erste Mannschaft von Werder." Was sagen Sie dazu?

Daran habe ich keinen Gedanken verschwendet - und werde das auch nicht tun. Denn ich bin froh, dass ich in der zweiten Mannschaft ein die Chance bekomme - quasi für einen Neuanfang. Ich will im Alter von 30 Jahren noch einmal alles aus mir herausholen. In den vergangenen 1,5 Jahren konnte ich mich nicht richtig präsentieren.

2008 haben Sie noch in der 1. Liga für Borussia Dortmund gespielt. Hat sich seitdem der Profifußball verändert?

Auf jeden Fall werden junge Spieler jetzt viel früher und schneller in die Profikader eingebaut. Sie bringen ein höheres Tempo mit. Ich bin aber der Meinung, dass man auch mit Erfahrung etwas bewegen kann. Jung kann von Alt lernen - und umgekehrt. Die richtige Mischung macht ein gutes Team aus.

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