Fußball

Trainer streiten mit Schiedsrichtern wegen Orkan

Am Sonntag konnten die Fußballer wegen des Sturmtiefs Eberhard das runde Leder kaum wie gewohnt kontrollieren. Ob die Partien hätten abgesagt werden müssen, haben wir mit Experten geklärt.

Stürmisch war es, gefährlich war es, trotzdem wurde vielerorts Fußball gespielt. Wer entscheidet, wann in solch einer prekären Situation ein Spiel abgebrochen wird? Wir haben nachgefragt, nachdem das Sturmtief Eberhard sich beruhigt hat.

Für die Fußball-Landesliga ist der Herner Helmut Engelage als Staffelleiter zuständig. Er selbst sagte am Montag, dass ihm das Wetter zu schlecht war, um zum Sportplatz zu gehen. Er hätte sich ansonsten gerne das Landesliga-Spiel zwischen der Spvg Horsthausen und dem SV Wacker Obercastrop in Herne ansehen wollen. Wie sicherlich viele andere Fans auch, blieb er in den eigenen sicheren Wänden.

Umzug auf Ascheplatz

Und "seine Liga" spielte dennoch komplett durch. Der Herner Funktionär sagte: "Darüber bin ich auch froh, ich wundere mich, dass sogar in Günnigfeld gespielt wurde, die sind aber auf ihren Ascheplatz ausgewichen."

Die Entscheidung, ob ein Spiel abgebrochen wird, liege sowieso in den Händen des Schiedsrichters, so Engelage. Das hatte allerdings beim FC Frohlinde gegen den SuS Kaiserau für Unmut gesorgt. Obwohl Sturm "Eberhard" dort nebenan von einem Dach der Kleingartenanlage die Ziegel herunterschleuderte und an der Brandheide einen Baum entwurzelte, ließ sich Schiedsrichter Dominic Tillmann (Breckerfeld) auch nicht von den Aufforderungen der Trainer beider Vereine beirren.

Auf Frohlinder Seite Michael Wurst und Stefan Hoffmann, bei den Gästen Marc Woller (Kaiserau) baten mehrfach lautstark, das windige Gehabe zu beenden. Doch der Schiedsrichter unterbrach lediglich die Partie und setzte sie nach einer Viertelstunde fort. Und danach flammte dann auch eine Frage auf, die Engelage klärte. Als Kaiserau mit 1:0 führte und ein Abbruch immer noch Thema war, wollte ein Fan hinter der Bande wissen, wie ein mögliches Nachholspiel zu behandeln ist: "Ob es beim Spielstand weitergeht, oder wird komplett nachgeholt? Engelage sagte: "Natürlich wird dann das gesamte Spiel bei 0:0 wiederholt." Soweit ist es dann aber nicht mehr gekommen.

Ball bleibt nicht liegen

Auch das Bezirksliga-Derby zwischen der Spvg Schwerin und der SG Castrop (0:0) war beinahe über die vollen 90 Minuten vom Winde verweht. Von einem regulären Fußballspiel konnte auf dem Sportplatz Grafweg keine Rede sein. Zumeist jagten die Kicker dem Ball auf der Ostseite des Sportplatzes - bei der Pferdekoppel und den Windrädern - statt. Der Sturm blies nämlich das Leder stets in diese Richtung.

Dem Zufall waren im Derby Tür und Tor geöffnet. Eine vernünftige Ballkontrolle war nicht möglich. Bei Freistößen und Eckbällen hatte der Ball keine Lust, liegen zu bleiben. Der Wind machte ihn selbstständig. Schiedsrichter Dieter Kroll (Recklinghausen) machte aber keine Anstalten., das Derby vorzeitig abzupfeifen.

David Hennig, Mitglied des Kreis-Schiedsrichter-Ausschusses (VKSA), sagte am Montag: "Ich kenne die Gegebenheiten auf Schwerin. Ich kann mir vorstellen, dass der Wind stark eingegriffen hat." Es bleibe dennoch Ermessen des Unparteiischen, ob gespielt werden könne.

Gewiss müsse der Ball bei Freistößen und Eckstößen problemlos ruhen. Das sei ein Indiz dafür, ob es regelrecht zugehe. Hennig: "Der Schiedsrichter kann die Meinung der Trainer einholen - er muss aber nicht auf sie hören."

Finanzielle Einbußen würden dem Referee nicht entstehen, wenn er nicht die vollen 90 Minuten spielen lasse, so David Hennig: "Er bekommt dennoch seine Spesen und das Kilometergeld." Selbst wenn er vor Anstoß entscheide, nicht anpfeifen zu wollen, sei das nicht von großem Nachteil: "Dann bekommt der Schiedsrichter noch immer 75 Prozent des Spesensatzes und das Fahrgeld."

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