Handball: HSG Rauxel-Schwerin

Trennung von Mertmann steht bereits seit Februar fest

Castrop-Rauxel - In dieser Woche ist bekannt geworden, dass Trainer Randolf Mertmann die Handballer der HSG Rauxel-Schwerin, die Platz elf in der Bezirksliga belegen, nach der Saison verlassen wird. Im Interview äußert er sich über die Gründe.

Herr Mertmann, Sie und die HSG gehen getrennte Wege. Seit wann steht diese Entscheidung fest?

Der Vereinsvorsitzende Karl Schiemann hat mich Anfang Februar zu einem Gespräch gebeten. Darin haben wir uns darauf verständigt, dass wir unsere Zusammenarbeit nicht fortsetzen werden. Der Anstoß kam von den HSG-Verantwortlichen, die offenbar mehr erwartet hatten, nachdem die erfolgreichen A-Jugendspieler aufgerückt waren. Ich hatte aber auch selbst schon Zweifel, ob ich noch weitermachen sollte.

Was hat Ihnen nicht gefallen?

Ich war häufiger mit der Einstellung nicht zufrieden, insbesondere wenn es um die Trainingsbeteiligung ging. Immer wieder hat es Absagen 20 Minuten vor Trainingsbeginn gegeben. Das muss nicht sein. Ich denke schon, dass man es schaffen kann, regelmäßig zweimal pro Woche 90 Minuten zu trainieren.

Haben Sie selbst Fehler gemacht?

Natürlich muss ich es mir ankreiden, wenn die Mannschaft in den Spielen zu selten ihr Leistungsvermögen abruft. Ich habe mir aber auch vorgenommen, künftig als Trainer noch deutlicher durchzusetzen, was ich mir vorstelle, und mich nicht auf zu viele Diskussionen einzulassen. Da muss ich mich ein wenig von meinem Berufsleben absetzen, wo ich gute Erfahrungen damit gemacht habe, anderen möglichst viel Freiraum in der Zusammenarbeit zu geben.

Sie wechseln zum SuS Olfen in die Kreisliga. Wie kam es zu diesem Engagement?

Zunächst habe ich überlegt, ob ich überhaupt eine neue Aufgabe im Handball übernehmen soll. Über Sven Greuel, den ich noch aus meiner Zeit als Spieler kenne, ist dann der Kontakt zustande gekommen. Olfen hat sich sehr um mich bemüht und das Probetraining ist gut gelaufen. Ich freue mich darauf, dort zu arbeiten.

Zunächst geht es aber darum, mit der HSG den Klassenverbleib zu schaffen. Haben Sie Bedenken, dass die Ankündigung Ihres Abschieds negative Auswirkungen haben könnte?

Überhaupt nicht. Die Mannschaft ist bereits seit Februar darüber informiert. Sie hat gerade zuletzt in den Spielen eine gute Einstellung gezeigt. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass sie HSG auch in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das erreichen und eine schöne Abschlussfeier haben werden.

Die HSG hat für den kommenden Sonntag vor dem Spiel gegen den TuS Wellinghofen die Vorstellung Ihres Nachfolgers angekündigt. Haben Sie dabei ein komisches Gefühl?

Nein. Ich weiß ja schon, wer mein Nachfolger wird und kenne ihn gut. Überhaupt möchte ich noch einmal betonen, dass wir uns keineswegs im Bösen trennen. Die Zeit als Trainer bei der HSG habe ich insgesamt als angenehm empfunden. Die Atmosphäre im Verein ist sehr familiär und herzlich. Als Beispiel dafür möchte ich das besagte Gespräch mit Karl Schiemann über unsere Trennung anführen. Wir hatten dafür eigentlich zehn Minuten eingeplant, letztlich sind daraus mehr als eineinhalb Stunden geworden.

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