Juniorenfußball

Ein Trainer, ein Team - und das schon seit der F-Jugend

In der Kreisliga A der B-Junioren-Fußballer mischt Obercastrop seit dieser Spielzeit wieder wacker mit. Trainer des Teams ist Klaus Magiera - ein Mann, der für die Beständigkeit steht.

Klaus Magiera ist Trainer der B-Junioren-Fußballer des SV Wacker Obercastrop. Geboren und aufgewachsen ist der 47-Jährige allerdings nicht in Obercastrop, sondern in Polen. Kurz nach dem Mauerfall im Jahr 1989 nutzte er die Chance, um sich in den Westen abzusetzen. Jetzt ist er Wackeraner durch und durch.

Seine aktuelle B-Junioren-Mannschaft betreut Klaus Magiera bereits seit der F-Junioren-Zeit, hat also die Entwicklung seiner Spieler hautnah miterlebt. Im Laufe der Zeit seien viele seiner jetzigen Spieler zu der Mannschaft dazugestoßen. Immerhin vier aber sind mit ihm den ganzen Weg von den F-Junioren bis heute gegangen. "Es ist enorm, wie sehr sich die Spieler entwickelt haben", zeigt Magiera sich im Gespräch mit unserer Redaktion beeindruckt. "Wir haben den Schwerpunkt auf die individuelle Entwicklung gelegt. Das ist heute deutlich in der disziplinierten Arbeit der Jungs zu erkennen. Sie sind lernfähig."

Auch menschlich haben sich seine Spieler weiterentwickelt, findet Magiera. "Sie sind von Kindern zu Jugendlichen geworden", sagt er und fügt schmunzelnd hinzu: "Mit allen Ecken und Kanten. Selbstverständlich muss ich mich da manchmal auch selbst anpassen und anders mit ihnen reden als zuvor. Jeder war schon mal in diesem Alter und weiß, dass die Pubertät keine einfache Phase ist." Auch das ist - neben dem fußballerischen Aspekt - eben Aufgabe eines Jugendtrainers.

Dafür benötigt man Hilfe. Die bekommt er von seinem Co-Trainer Darius Schatterny. "Ohne einen guten Co-Trainer bekommt man so eine Arbeit nicht hin", sagt Klaus Magiera und lobt seinen Partner: "Er leistet wirklich hervorragende Arbeit und hilft mir bei der Verwirklichung meiner Ziele."

Doch welches Ziel verfolgt das Trainerteam in den nächsten Jahren eigentlich? "Mir ist vor allem wichtig, dass die Jungs den Spaß am Fußball nicht verlieren. Sie sind jetzt 16 Jahre alt. In dem Alter hören viele mit dem Fußball auf." Sein Wunsch ist, dass sie irgendwann bei den Seniorenteams ankommen. "Bei uns möchten die meisten Spieler auch im Erwachsenen-Bereich weiterspielen", sagt er, "deswegen möchten wir hier die Grundlagen dafür vermitteln."

Damit in Obercastrop auch weiterhin guter Fußball gespielt werden kann, schaut sich Magiera auch in umliegenden Städten nach neuen Talenten um. "Früher kamen die Spieler von vielleicht ein bis zwei Schulen. Heutzutage bekommt man in einem kleinen Stadtteil wie Obercastrop oft nicht mehr genug Jugendliche für eine Mannschaft zusammen. Deswegen haben wir auch Spieler aus Dortmund, Bochum und Herne zu uns geholt." Die Jugendlichen sähen, sagt Magiera, "dass der Verein gute Arbeit leistet - und kommen gerne zu uns." Dann macht der Coach eine kurze Rede-Pause und resümiert: "Ich möchte den Jugendlichen etwas von meiner Erfahrung weitergeben. Fußball ist mein Leben."

Schon in den 80er-Jahren in Polen spielte Magiera selbst aktiv Fußball. Er kickte in der dortigen Jugend-Bundesliga für Górnik Zabrze. Nach seiner Ankunft in Deutschland spielte er für Eintracht Trier, ehe ihn eine Verletzung zu einem recht frühen Karriere-Ende zwang. "Mein komplettes Knie war kaputt", sagt er, "Kreuzband und Innenband zum Beispiel. Danach habe ich nie wieder den Anschluss gefunden und mich deswegen für die andere Seite entschieden." Magiera ließ den Kopf nicht hängen. Und das will er nun an "seine" Wackeraner Jungs weitergeben.

Die B-Junioren des SV Wacjer stehen derzeit auf dem achten Platz der Kreisliga A und haben sowohl mit dem Aufstiegs- als auch mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun.

Aus den letzten beiden Spielen holte die Mannschaft einen Punkt beim FC Frohlinde. Das Spiel zuvor gegen den Spitzenreiter DSC Wanne-Eickel II ging mit 1:3 verloren.

Als C-Junioren erreichte das Team im Sommer 2018 die Aufstiegsrunde zur Bezirksliga. Die Spiele dort gingen allerdings relativ klar verloren - vermutlich auch, weil parallel die Stadtmeisterschaft lief. Es standen Partien fast im ZweiSelbst als Aufsteiger hätte die Mannschaft aber weitgehend nicht Bezirksliga spielen können: Sie rückte in großen Teilen in die neue B-Jugend des SV Wacker auf.

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