Marc Kruska stand im Finale des DFB-Pokals

Die Endspiel-Medaille hat einen Ehrenplatz

Castrop-Rauxel - Vor zehn Jahren stand der Castrop-Rauxeler Fußballer Marc Kruska mit seiner Mannschaft im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München. Wirklich freudig blickte Kruska nicht drein, als er auf dem Siegerpodest inmitten des Berliner Olympiastadions stand. Gerade hatte Borussia Dortmund das Endspiel mit 1:2 (1:1) nach Verlängerung verloren.

Am folgenden Montag titelte unsere Zeitung vor zehn Jahren im Lokalsport-Teil "Kruska Bankdrücker im Pokal-Finale" . Am Ende bekam der damals 20-jährige Profi von DFB-Präsident Theo Zwanziger eine Silbermedaille umgehängt - und einen Händedruck von Bundespräsident Horst Köhler. Mutter Sylvia stufte damals die Ausbeute zumindest als Trostpflaster ein. Sie sagte: "Wer hat denn schon alles eine solche Medaille?"

Überhaupt sei das DFB-Finale ein großes Erlebnis gewesen, für Eltern und Schwester, aber letztlich auch für Sohn Marc am Spielfeldrand. Zumal er als damaliger Kapitän der deutschen U21-Nationalmannschaft noch am Freitag damit gerechnet habe, nicht einmal zum 18er-Kader von Trainer Thomas Doll zu gehören. Dann saß er doch auf der Bank und musste zusehen, wie sein Coach mit den Offensiv-Kräften Buckley, Valdez und Klimowicz das Dortmunder Wechsel-Kontingent ausschöpfte.

Pokalfinale ist ein "enormes Erlebnis"

Marc Kruska erinnerte sich am Donnerstag an das Ereignis vor zehn Jahren und erklärte: "Zufällig habe ich mit einem meiner Mitspieler bei den Bremer Amateuren, Rafael Kazior, am Mittwoch darüber gesprochen. Ihm habe ich gesagt, dass es mit dem Drum und Dran ein enormes Erlebnis ist, als Spieler beim Endspiel in Berlin dabei zu sein - auch wenn man nicht zum Einsatz kommt."

Für den BVB, der damals nicht so erfolgreich war wie in der Ära von Jürgen Klopp, sei die Teilnahme etwas Besonderes gewesen. Seine Silbermedaille habe einen Ehrenplatz. Marc Kruska: "Sie ist wie alle weiteren Andenken aus den vergangenen Jahren bei meinem Vater im Keller. Ich bin stolz darauf."

Unterstützung aus der Europastadt traf vor Spielbeginn ein: Dortmunds Regionalliga-Mannschaft um Christopher Nöthe (derzeit Arminia Bielefeld) eilte nach dem 4:0 beim VfB Lübeck ins Olympiastadion. Der damals 19-Jährige, bei Bundesliga-Spielen stets im Profi-Kader, war bester Stimmung: Er hatte an der Ostsee zwei Treffer für die "Schwarzgelben" erzielt.

Am Donnerstag erinnerte sich Marc Kruska lebhaft, dass er beinahe noch ein zweites Mal beim DFB-Pokal-Finale dabei gewesen wäre: 2011 hatte er mit dem FC Energie Cottbus das Halbfinale gegen den MSV Duisburg erreicht, aber verlor 1:2. Pech hatte sein Team, dass ein eindeutiges Cottbus-Tor keine Anerkennung fand. Die Duisburger unterlagen im Finale dem FC Schalke 04 mit 0:5. Marc Kruska betonte am Donnerstag: "Wir hätten uns dort bestimmt besser verkauft als die Duisburger, die im Gegensatz zu uns nur aufs Spiel-Zerstören aus waren."

Ganz ohne Einsatz war Kruska auf dem Weg nach Berlin vor zehn Jahren auch nicht. Er kam auf drei Teilzeit-Einsätze: in der ersten Runde beim SC Magdeburg (4:1) spielte er ab der 83. Minute, in der zweiten Runde gegen Eintracht Frankfurt (2:1) ab der 89. Minute und im Viertelfinale gegen die TSG Hoffenheim (3:1) bis zur 70. Minute.

Fünf Castrop-Rauxeler standen im Endspiel

Vor Kruska als letzter Fußballer aus Castrop-Rauxel stand Wolfram Wuttke im Endspiel um den DFB-Pokal: 1990 holte er mit dem 1. FC Kaiserslautern mit einem 3:2 gegen Werder Bremen den Pokal. Zuvor waren schon die Europastädter Klaus Fichtel und Hartmut Huhse 1972 (5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern) mit dem FC Schalke 04 sowie Harald Beyer 1965 (2:0 gegen Alemannia Aachen) mit Borussia Dortmund den Pokal gewonnen. 1968 musste sich im Endspiel Werner Jablonski (VfL Bochum) dem 1. FC Köln (1:4), ein Jahr später Fichtel (FC Schalke 04) dem FC Bayern München (1:2) geschlagen geben.

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