Super Bowl

Footballer Sascha Knauf sah das "langweiligste Endspiel" seit vielen Jahren

Castrop-Rauxel - Sascha Knauf ist Footballer bei den Black Barons Herne. Bekannt ist er aber eigentlich als Handballer beim TuS Ickern. Knauf gibt seine Expertenmeinung zum Super Bowl ab und war vor allem mit der Spielweise beider Teams nicht zufrieden.

Herr Knauf, wo haben Sie die Sonntagnacht verbracht?

Es hat bereits Tradition, dass sich einige Handballer des TuS und weitere Freunde in einem unserer Wohnzimmer treffen, um den Super Bowl im Fernsehen anzuschauen. Diesmal waren wir wieder daheim bei Trainer Ralf Utech. Eigentlich sollten wir bei meinem Mitspieler Tristan Pensky sein. Aber dessen Wohnung war noch nicht fertiggestellt.

Am Ende haben die Philadelphia Eagles 41:33 gegen die New England Patriots gewonnen. Was sagen Sie als Experte zu diesem Ergebnis?

Da hat der Außenseiter gewonnen. Im Fußball wäre das vergleichbar damit, wenn ein Team aus dem unteren Viertel der 1. Bundesliga im DFB-Pokal gegen Bayern München gewinnen würde. Die Patriots sind mit ihrer Titelsammlung die Bayern des Footballs. Übrigens ist mein Trainer Ralf Utech Patriots-Fan. Die weiteren Gäste haben zum Außenseiter gehalten.

Was war Ihrer Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg für das Team aus Philadelphia?

Zunächst muss ich sagen: Ich schaue schon seit meinem zehnten Lebensjahr die Endspiele. Und das war das langweiligste in all den Jahren. Denn es gab kaum gelungene Abwehr- und Abfang-Aktionen, von denen meiner Meinung nach dieser Sport lebt. Ein Touch-Down folgte einfach nur auf den nächsten. Letztlich gab es lediglich einen Schlüsselmoment. Den, als Patriots-Spielmacher Tom Brady beim Touchdown-Versuch der Ball weggeschnappt wurde.

Eagles-Spielmacher Nick Foles wurde zum wertvollsten Spieler des Endspiels gewählt worden. Zurecht?

Ja, so sehe ich das auch. Er hatte die besten Werte und hat fast fehlerfrei gespielt. Daher hat er sich die Auszeichnung Most Valuable Player verdient.

In den 1980er Jahren gab es in unserer Stadt den Football-Verein Bengals Castrop-Rauxel. Können Sie sich vorstellen, dass es durch das öffentliche Interesse am US-Sport dieser unter anderem Name wieder aufleben kann?

Dazu kann ich nicht so viel sagen. Aber wahrscheinlich gibt es hier dafür wohl keinen Sportplatz, auf dem der Verein trainieren und spielen könnte. Die Plätze sind durch den Fußball belegt. In Herne haben wir mit den Black Baron, denen auch zehn Castrop-Rauxeler angehören, das Glück, dass die Stadtverwaltung hilfsbereit ist. Unser Verein bekommt verschiedene Plätze und Hallen zugewiesen, die im Moment frei sind.

Was macht Ihrer Meinung nach den Reiz des Football-Sports aus?

Wie in den weiteren US-Sportarten - wie etwa beim Basketball - ist Football rasant schnell. Und es gibt jede Menge atemberaubende Abwehr- und Angriffsaktion. Anders als beim Fußball. Da kann auch einmal 90 Minuten nichts passieren. Das sage ich als eingefleischter BVB-Fan. Zudem ist es toll, dass es beim Football auf den Rängen keine Hooligans gibt. Da sitzen die Fans beider Teams durchmischt auf der Tribüne, friedlich und feiern einfach nur das Spiel und ihre Mannschaft.

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