Tennis

"Mister Grün-Weiß" wurde jetzt versilbert

Ulrich Viefhaus erhielt jetzt für sein Engagement als Tennis-Sportfunktionär jetzt die silberne WTV-Nadel. Als Sportler kam er spät vom Fußball zum grünen Filzball. Ein Porträt.

Ulrich Viefhaus, 1976 Gründungsmitglied des Tennisvereins TC GW Frohlinde, bekam am Sonntag in Kamen die silberne Ehrennadel vom Westfälischen Tennisverband (WTV) verliehen. Seit 23 Jahren wirkt er als Sportwart an der Merklinder Straße. In Personalunion wurde er zuletzt für eine zweite Amtszeit als 1. Vorsitzender bestätigt. Zeit für ein Sportlerporträt über Ulrich Viefhaus.

Der inzwischen 74-jährige Viefhaus entdeckte seine Passion zum grell-grünen Filzball relativ spät. Zunächst galt sein Interesse dem Fußball. Erst als Spieler, später als Spielertrainer, dann allein als Trainer. "Meine sportlichen Wurzeln liegen beim SC Arminia Ickern. Da habe ich bereits als Achtjähriger in der Jugend gespielt", erinnert sich Viefhaus, "damals habe ich mit dem späteren Nationalmannschaftspieler Klaus Fichtel zusammengespielt." Zuerst in der Jugend, dann bei den Senioren.

1974 kam Viefhaus dann zum Landesligisten VfB Habinghorst. Zunächst als Spieler, mit Trainerjob bei den A-Junioren, die direkt in die Bezirksliga aufstiegen. Bereits mit 29 Jahren hatte Viefhaus die B-Lizenz für Fußballtrainer in der Tasche.

In der Winterpause 1976 übernahm er als Spielertrainer die Senioren in der Kampfbahn Habichthorst. Nach dem SuS Merklinde und dem SC Constantin Herne ging es dann 1983 zur Teutonia Waltrop. "Ich habe damals die Castrop-Rauxeler Kalli Schirlinger und Franz Wichmann nach Waltrop geholt", so Viefhaus, "zwei Spieler hatte ich aus Herne mitgebracht. So konnte ich dem Teutonia-Vorsitzenden Hermann Keuter gleich meiner ersten Trainersaison, seinen Wunsch erfüllen, in die Landesliga aufzusteigen."

Judas in Waltrop

Der folgende Wechsel zum Stadtrivalen VfB Waltrop brachte dem Frohlinder indes kaum Sympathiepunkte ein. "Da war ich dann der Judas." Im zweiten Jahr als VfB-Trainer in Waltrop gelang der Verbandsliga-Aufstieg. Dafür hatte Viefhaus Castrop-Rauxeler Fußballgrößen, wie Andreas Köhler, Toni Kotziampassis, Ergin Ersoy, Martin Broll, Frank-Michael Isbruch, Michael Hasecke und Stefan Friebel verpflichtet.

Berufliche Verpflichtungen von Viefhaus (zuletzt technischer Fernmelderat bei der Telekom) zwangen ihn wiederum dazu, die Fußballtrainerbank zu verlassen.

Doch da hatte sich Viefhaus schon längst ein zweites Standbein geschaffen. 1976 gehörte er gemeinsam mit seiner Ehefrau Elisabeth sowie Rainer und Brigitte Kraft zu den Gründungsmitgliedern des TC GW Frohlinde. "Wenn man sich in der Sport einbringen will, braucht man schon ein Partnerin, die das mitmacht. Daher haben wir damals gemeinsam mit dem Tennis angefangen." Und diesem Sport sind die Viefhaus' bis heute treu. Er schlägt in hohen Ligen der Altersklasse Herren 65 auf, Elisabeth Viefhaus bei den Damen 60.

2014 wurde Ulrich Viefhaus gemeinsam mit Peter Hommen, Hans Goldhagen, Ulli Overthun, Helmut Schulz, Clemens Sanders und Bernd Kruse Mannschafts-Westfalenmeister. Doch für diesen Erfolg bekommt Ulrich Viefhaus nicht die silberne WTV-Ehrennadel. Auch nicht für den achtmaligen Titel des Vize-Westfalenmeisters im Individual-Wettbewerb. "Ich habe zwar den Titel nie gewonnen, aber ich bin stets an sportlichen Größen gescheitert, die bereits in jungen Jahren, hochklassig Tennis gespielt haben", so Viefhaus.

Engagement im Stadtsportverband

Die silberne Ehrennadel erhielt er als langjähriger Macher hinter den Kulissen des Spielbetriebs. Zum Beispiel 23 Jahre als sportlicher Leiter. "In diese Aufgabe muss man über Jahre hineinwachsen, um nicht nur das Vertrauen der eigenen Mannschaftsführer zu haben, sondern auch ein gewisses Standing des eigenen Vereins beim WTV zu bilden."

2018 stieß Viefhaus eine Diskussion zum Generationsprozess im WTV an, als er gemeinsam mit Anna-Lena Langenhorst - seinem deutlich jüngeren Pendant als sportliche Leiterin beim befreundeten RV Rauxel - eine Veranstaltung in Kamen moderierte. Auch Viefhaus' jahreslanges Engagement im Stadtsportverband (SSV) wurde gewürdigt, als Ulrich Viefhaus die silberne Ehrennadel vom WTV erhielt.

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