Turnier in der Halle der Gesamtschule

A-Junioren der SG Castrop sind Fußball-Stadtmeister

Castrop-Rauxel - Ungeschlagen zum Titelgewinn. Und das auch noch vor heimischen Publikum. Der Gastgeber SG Castrop hat sich im Turnier der A-Junioren den ersten Erfolg bei den Hallenstadtmeisterschaften der Nachwuchsfußballer gesichert. Eine Stadtmeisterschaft, deren Modus zum Nachdenken anregt.

In dem Turnier im Modus "Jeder gegen Jeden" gingen die Castroper nach jeder Partie als Sieger vom Feld. Dabei setzten sie sich unter anderem gegen die Spvg Schwerin durch einen späten Treffer von Dennis Springweiler mit 3:2 durch - in Unterzahl. "Da war mir klar, dass heute viel geht", freute sich SG-Trainer Tino Westphal nach der Siegerehrung. Die Partie gegen den späteren Zweitplatzierten FC Frohlinde, der vor dem Turnier bereits als Favoriten gehandelt worden war, gewann die SG ebenfalls mit 3:2. Nico Bothe brachte die Castroper mit 2:0 in Führung, ehe Ilias Homann für den FCF verkürzte. Dennis Springweiler markierte das 3:1. Frohlinde kam 2:3 durch Rimon Haji, der auch für die Frohlinder Landesliga-Senioren aufläuft, nochmals heran.

Als er nach dem Anschlusstor in der Schlussminute den Ball aus dem Netz holen wollte, schubste Haji den Castroper Keeper Silas Cokelc weg und sah dafür die Rote Karte. Besonders ärgerlich war das nicht nur, weil die Zeitmessung in der letzten Minute ehedem bei jeder Unterbrechung angehalten wird - und das schnelle Ballholen folglich überhaupt nicht nötig war. Auch ist Haji nunmehr für Senioren-Spiele gesperrt.

Dennoch reichten die sieben Frohlinder Zähler am Ende für Platz zwei hinter der SG Castrop. Arminia Ickern belegte mit fünf Punkten den dritten Platz vor der Spvg Schwerin, die einen weniger auf dem Konto hatte.

Ohne Zähler beendete Eintracht Ickern das Turnier auf dem letzten Platz. Dafür konnte sich das Team von der Uferstraße allerdings für die mit Abstand lautstärkste Unterstützung aus dem Publikum freuen.

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Ein KOMMENTAR von Christian Woop

Finale, oho! So lautet der Text, den Fans sehr gerne singen, wenn ihre Mannschaft in ein Endspiel einzieht - in allen Sportarten. Wenig Sinn ergibt der Song, wenn es überhaupt kein Endspiel gibt. Wie etwa bei der Hallenstadtmeisterschaft der A-Junioren, weil nur fünf Teams am Start sind.

So richtige Turnierstimmung will da natürlich nicht aufkommen. "Nach dem Sieg finde ich das natürlich nicht so schlimm, aber es nervt schon", gestand Tino Westphal, Trainer des neuen Meisters SG Castrop. Richtige Stimmung - außer durch die die Fans von Eintracht Ickern - kam nicht auf.

Die Schuld von Gastgeber SG Castrop ist das gewiss nicht. Der Modus "Jeder gegen Jeden" war der einzig vernünftige angesichts des überschaubaren Teilnehmerfeldes. Dennoch sollte bei einer Hallenstadtmeisterschaft der Turniersieger möglichst im letzten Spiel ermittelt werden - und nicht nach Punkten. Denn das hat einfach den gewissen Charme, den eine solche Veranstaltung ausmacht.

Die Frage lautet nun: Haben wir in Castrop-Rauxel zu viele potenzielle Klubs oder zu wenige Jugendliche, die im Verein spielen wollen? Oder sind Kreisliga-Teams für talentierte Kicker zu unattraktiv? In wenigen Jahren könnte das auch im Seniorenbereich spürbar sein. Denn wo sollen in Zukunft plötzlich die Eigengewächse herkommen?

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