Yesterday: Aufstieg des FC Frohlinde in die Kreisliga A

Siegeszug mit dem Planwagen durch die Stadt

Frohlinde - Manche Dinge aus der Laufbahn eines Sportlers bleiben auf immer unvergessen. Die Planwagentour des FC Frohlinde durch die Stadt dürfte da bei vielen ehemaligen Fußballern des FCF dazugehören. Schließlich galt es den A-Liga-Aufstieg nach zwei Jahren in der B-Klasse ausgiebig zu feiern. Das war am 16. Mai 1993. Und tatsächlich: Noch heute lebt die Erinnerung an diesen Tag - unter anderem bei einem Akteur, der immer noch für Frohlinde die Schuhe schnürt.

Es war der vorletzte Spieltag der Spielzeit 1992/1993 als der Frohlinder Andres Petri Maß nahm und das Spielgerät per Freistoß direkt in die Maschen jagte. Es war der Treffer zum 5:1 im Auswärtsspiel beim SV Dingen. Noch zehn Minuten waren da auf der Uhr. Und schon zu diesem Zeitpunkt war klar: Der FC Frohlinde würde an diesem Spieltag die Meisterschaft und damit die Rückkehr in das Kreisliga-Oberhaus perfekt machen. Der 2:5-Anschlusstreffer der Gastgeber interessierte am Ende niemanden beim FCF mehr.

"Das war damals eine phänomenale Sache", erinnert sich Meistertrainer Udo Drees mit Freuden zurück. Der Erfolg, so sagt er, sei seinerzeit auch zu großen Stücken auf die überragende Jugend zurückgegangen. Genauer gesagt auf die Jungfußballer, die zu Beginn der B-Liga-Spielzeit ihre ersten Seniorenerfahrungen sammelten.

"Das waren alles echte Granaten"

"Die Spieler, die damals aus der Jugend zu den Senioren gewechselt sind, waren alles echte Granaten", erinnert sich Wolfgang Baumann, der damals A-Jugend-Trainer war und heute Pressesprecher des FC Frohlinde ist. Zu diesen titulierten Granaten gehörte auch Dirk Vierhaus. Der mittlerweile 43-Jährige, der nach vielen schlimmen Verletzungen gerade für sein Comeback in der zweiten Mannschaft des FCF rackert, sagt: "Der Aufstieg war eine tolle Sache, vor allem weil es mein erstes Seniorenjahr war."

Vierhaus wirbelte in besagter Spielzeit auf der linken Außenbahn. "Er hatte seine Einsätze. Er war ein klasse Spieler", so Udo Drees. Nur bei den Meisterfeierlichkeiten habe er sich, so sagt Vierhaus, damals etwas zurückgehalten. "Wir jungen Spieler hatten noch richtig Respekt vor den alten Recken. Darum haben wir ihnen beim Feiern den Vortritt gelassen."

Und die große Meisterparty hatte ihren Anfang und vielleicht auch Höhepunkt in einem Planwagen. Wolfgang Baumann erinnert sich: "Die Jungs wurden nach dem Spiel in Dingen von dem Planwagen abgeholt und dann gab es erst mal eine große Tour durch die Stadt. Da wurde schon heftig gefeiert." Und Meistertrainer Dress ergänzt: "Wir wollten allen zeigen: `Seht her, Frohlinde ist aufgestiegen`. Es war auch ein kleiner Gruß an die Konkurrenz."

Wechsel nach Meistersaison

Umso erstaunlicher, dass Drees nach dieser meisterlichen Spielzeit zunächst seinen Hut in Frohlinde nahm. Er wechselte zum damaligen Bezirksligisten VfR Rauxel. "Ich bin beim VfR Rauxel groß geworden. Habe dort gespielt, war Spielertrainer sowie Trainer und wollte aus alter Verbundenheit einfach die Chance nutzen, einmal einen Bezirksligisten zu trainieren", erklärt Drees.

Übel genommen haben sie ihm das beim FCF nicht. Das zeigt sich daran, dass Drees zur Saison 95/96 zurückkehrte und im darauffolgendem Jahr mit der Truppe sogar den Bezirksliga-Aufstieg schaffte. "Ein bisschen stolz macht mich das schon", sagt Drees, "ich bin als Trainer bei jeder Station aufgestiegen, mit Frohlinde aber sogar zweimal."

Dass seine erste Frohlinder-Meisterelf aus dem Jahr 1993 aus vielen jungen Spielern bestand, hatte aber nicht nur etwas damit zu tun, dass diese eine Menge Talent mitbrachten. Es spielten auch finanzielle Aspekte eine Rolle, wie Baumann erklärt: "Wenn man in der B-Liga angekommen ist, dann sitzt das Geld nicht mehr ganz so locker. Wir haben aber das Beste daraus gemacht, nämlich Geld gespart und unsere Talente gefördert." Ein meisterliches Vorgehen, wie sich einige Monate später zeigen sollte.

Die Zuschauerzahl blieb identisch

Heute kämpft der FC Frohlinde in der Landesliga um Punkte. Qualitätstechnisch noch mal eine ganz andere Nummer als die A- oder Bezirksliga. Was sich hingegen im Laufe der Jahre, unabhängig von der Klasse, nicht verändert hat, ist der Zuschauerzuspruch. "Waren es damals vielleicht 100, sind es heute 110", schätzt Dirk Vierhaus. Wolfgang Baumann sieht es ähnlich, sagt aber: "Das Publikum hat sich aber verändert. Früher waren auch viele junge Zuschauer am Platz. Heute spielen die Jungs entweder selbst oder sie kommen erst gar nicht an den Platz. Da haben andere Dinge, wie zum Beispiel die Freundin, Vorrang."

Einer, der mit Freundin, besser gesagt mit Frau, zu den Spielen des FC Frohlinde geht, ist Ex-Meistertrainer Udo Drees. "Ich bin mit meiner Frau bei ungefähr 80 Prozent der Spiele, auch auswärts." Frohlinde sei einfach noch ein Teil seines Lebens und auch das Verhältnis zu den Verantwortlichen sei nach wie vor exzellent. Auch wenn die erste Meistersaison unter Drees jetzt bereits 25 Jahre zurückliegt.

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