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Überblick der Absagen - mit Voting

Coronavirus: Fußballkreis stellt Spielbetrieb ein, das sind die Reaktionen der Klubs

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  • Thomas Braucks
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Die Auswirkungen des Coronavirus haben den Amateursport erreicht. Der Fußballkreis unterbricht seinen Spielbetrieb vorerst bis zum 19. April. Ein Überblick:

Update, 13. März, 15:30 Uhr

Der Westfälische Verband schickt seine Klubs wegen der Corona-Krise über Wochen in eine Zwangspause. Hans-Otto Matthey, der Kreisvorsitzende, teilte den Vereinen in einem Schreiben mit, der Spielbetrieb bei Senioren und Junioren ruht zunächst bis zum 19. April einschließlich. Das sind – Ostern eingerechnet – immerhin sechs Wochenenden.

„Es ist klar, dass wir alle betrübt sind. Wir lieben diesen Sport“, sagt der Kreisvorsitzende. „Aber in der Sache kann man nur der Bundeskanzlerin zustimmen: Alles, was gerade nicht wichtig ist im Leben, sollten wir einstellen. Und Fußball ist eben nur eine Nebensache.“

So sieht man das auch in den Fußball-Vereinen im Kreis. Wir haben einige Stimmen zusammengetragen.

Marcel Peters (Trainer SV Borussia Ahsen): „Alle zwei Minuten gab es neue Wasserstandsmeldungen, das hat genervt. Gestern hieß es noch, bis zum 1. Mai würde es Geisterspiele. Heute, dass bis zum 19. April Pause ist. Das ist konsequent. Vom Grundsatz her ist die Entscheidung richtig. Denn: Man gibt sich vor dem Spiel nicht die Hand, dann werden auf dem Platz Ringkämpfe ausgetragen, anschließend hilft man dem Gegner wieder auf die Beine.“

Werner Platzer (Trainer VfB Hüls): „Ich habe mit dieser Entscheidung gerechnet, ohne Zuschauer zu spielen ist meiner Meinung nach auch keine Alternative. Ich denke da an die Vereine, die auf den Euro, den die Zuschauer bringe, angewiesen sind.“

FC Marls Trainer Mani Mulai (l.), hier mit Assistent Saffidin El Batal, hält den Spielstopp für die richtige Entscheidung.

Mani Mulai (Trainer FC Marl): „Wir als Verein nehmen das nicht auf die leichte Schulter. Das sind Schutzmaßnahmen, damit wir nicht solche Probleme wie in Italien und China bekommen, zurzeit ist das alles nicht überschaubar. Die lange Zeit ohne Fußball wird natürlich langweilig, aber die Gesundheit geht vor.“

Olaf Senking (Trainer SW Meckinghoven): „Es ist ein vernünftiger Weg. Wenn Maßnahmen getroffen werden, die Arbeit und Privates betreffen, ist die logische Konsequenz, dass auch im Freizeitverhalten Maßnahmen ergriffen werden. Die Einschränkungen sind gravierend und ich habe Verständnis dafür, dass die Entscheidungsträger überfordert sind, denn die Folgen dieser Entscheidungen sind nicht abzusehen.“

Yüksel Özdemir (Trainer VfB Waltrop): „Die getroffene Entscheidung macht Sinn und ich habe auch Verständnis dafür. Schließlich muss alles dafür getan werden, die Verbreitung des Virus zu minimieren. Doch stellt sich mir die Frage, wann die ausgefallenen Partien nachgeholt werden sollen. Bei Spielen innerhalb der Woche wird es für die Vereine schwierig eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, da die Spieler ja alle auch beruflich eingespannt sind.“

Oliver Naumann, Jugendtrainer beim VfB Waltrop, mag keine halbe Sachen.

Oliver Naumann (Jugendtrainer VfB Waltrop): „Alles andere als eine Aussetzung der Ligaspiele bis nach Ostern macht doch eigentlich keinen Sinn, die können ja keine halben Sachen machen. Ich gehe auch davon aus, dass wir in den nächsten Wochen nicht trainieren, weil der Verein vermutlich die Anlage dichtmachen wird.“

Bruno Ruch (Geschäftsführer Sportfreunde Stuckenbusch): „Bei uns in Stuckenbusch ruht in der kommenden Woche erst einmal der Trainingsbetrieb. Bis zur geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebes dauert es ja noch einige Wochen. Fußball ohne Zuschauer macht keinen Spaß. Selbst, wenn es nur 50 sind. Wir brauchen die Emotionen. Aber die Pause wirbelt den Finanzplan durcheinander, wir haben jetzt keine Einnahmen. Was passiert, wenn der Spielbetrieb wieder läuft? Wird dann alles durchgepeitscht? Was ist, wenn es zum Super-Gau kommt und die Saison nicht mehr beendet wird?“

Sascha Vitolins (Trainer DJK Spvgg. Herten): „Ich finde die Spielabsagen etwas zu übertrieben. Natürlich ist die Ansteckungsgefahr groß, aber wenn sich jeder an die Hygiene-Empfehlungen halten würde, könnte der Spielbetrieb doch weitergehen. Ich gehe davon aus, dass die Saison nun gelaufen ist. Ich denke nicht, dass ab Mitte April wieder gespielt werden kann. Wir hätten dann so viele Nachholspiele, die könnten wir aus Termin-Gründen gar nicht bewältigen.“

Update, 13. März, 10 Uhr: Damit war bereits zu rechnen. Wie der Fußballkreis Recklinghausen am Freitagmorgen mitteilt, wird der gesamte Spielbetrieb von den Senioren bis zur Jugend bis zum 19. April eingestellt.

Damit folge man einer Empfehlung des Präsidiums des FLVW, so der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey in einem Rundschreiben an die Vereine. Das bedeutet: Auch Freundschaftsspiele und die Spiele von Ü-Mannschaften (Ü32, Ü40) werden nicht durchgeführt.

Über die Einstellung oder Aufrechterhaltung des Trainingsbetriebs können die Vereine selbst entscheiden. 

Alle Infos zum Coronavirus um Kreis Recklinghausen.

Coronavirus: Geisterspiele im Kreis Recklinghausen

Update, 12. März, 18 Uhr:


  • Basketball: Der Westdeutsche Basketball-Verband (WBV) hat am Nachmittag den Spielbetrieb vorerst ausgesetzt. In Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden kam der Verband zum Schluss, den Spielbetrieb nicht fortzusetzen. Am Donnerstagabend soll es noch eine Telefonkoferenz geben, wie es mit den Play-off-Spielen in der 1. Regionalliga der Herren weitergeht.
  • Handball: Der Handballverband Westfalen (WHV) hat seinen gesamten Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Saison der Kinder und Jugendlichen ist damit beendet, ob die Erwachsenen weiterspielen, soll am 19. April neu entschieden werden. Außerdem sagt der Verband alle seine Veranstaltungen, Sitzungen und Maßnahmen ab.
  • Tanzen: Auch der Tanzsport sagt seine Veranstaltungen in der Region ab. Betroffen davon ist vor allem der TSC Recklinghausen, der in der Günter-Hörster-Halle die Jazz- und Modern-Dance-Wettbewerbe für Ober-, Verbands- und Landesliga ausrichten sollte. Dem schob die Stadt Recklinghausen einen Riegel vor.

Update, 12. März, 15 Uhr: Wie der Ländliche Zucht-, Reit- und Fahrverein Marl mitteilt, findet sein Reitertag am Samstag wie geplant statt. Der Fusionsverein hat mehr als 250 Nennungen zu verzeichnen, aber nicht alle Reiter oder deren Freunde und Angehörige werden sich gleichzeitig auf der Anlage befinden.

So lautete der Ursprungstext:

Absagen wegen Corona im Kreis Recklinghausen

  • Eishockey: Der Verband hat die Saison beendet, die am Freitag beginnenden Play-off-Spiele zur DEL2 sind damit hinfällig. Der Herner EV wäre dabei am 13. März auf Altmeister EV Füssen getroffen, das Duell am Gysenberg hätte rund 2.000 Eishockey-Fans nach Herne gelockt, auch aus dem Kreis Recklinghausen. Den HEV trifft die Absage sichtlich: „Acht Monate harte Arbeit auf dem Eis und neben dem Eis sind für die Mülltonne“, heißt es auf der Homepage.
  • Basketball: In einer Telefonkonferenz beraten Verband und Vereine am Donnerstagabend (12. März), ob in der 1. Regionalliga die Saison nicht schon beendet wird. Sportlich stehen die Absteiger fest. Ob die Play-off-Spiele um dem Aufstieg in die ProB-Liga Sinn machen, wird Gegenstand der Konferenz sein. Während sich die Hertener Löwen gegen Geisterspiele aussprechen und die Saison lieber vorzeitig beenden würden, würde man bei Citybasket wohl auch einen Kompromiss mittragen. 

„Egal wie man entscheidet, ist es nicht befriedigend. Wir würden versuchen, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, notfalls mit einer Einlassregelung. Aber ob das im Sinne des Sports ist, weiß ich nicht. Eine einheitliche Regelung für alle müsste her“, sagt Sportdirektor Georg Kleine. Wobei in Nordwestfalen schon Fakten geschaffen sind. Im Kreis Steinfurt gibt es die behördliche Empfehlung, alle öffentlichen Veranstaltungen bis Ende April abzusagen. Citybasket müsste am Samstag zu denBringiton Ballers Ibbenbüren in den Kreis Steinfurt reisen.

  • Fußball: Fakten hat die Stadt Gelsenkirchen (Gelsensport) geschaffen: Sämtliche Veranstaltungen in städtischen Gebäuden oder auf städtischen Anlagen sollen bis auf weiteres ausgesetzt werden oder dürfen nur unter Auflagen – sprich: ohne Publikum – stattfinden. Das hat natürlich auch Auswirkungen bis in den Kreis: Die Fußballer der SF Stuckenbusch reisen Sonntag, 15. März, zumErler EV – es droht ein Geisterspiel in der Bezirksliga 9. Im Fußballkreis Recklinghausen wartet man die weitere Entwicklung - wie im Verband FLVW - ab.
  • Handball: Gleiches gilt für den Handballkreis Industrie, der von der Gelsenkirchener Entscheidung ebenfalls betroffen ist. Der Kreisvorsitzende Holger Kück verweist auf eine Telefonkonferenz, die der Vorstand am Freitag, 13. März, durchführen will.
  • Reiten:  Betroffen von der aktuellen Entwicklung könnte auch der Ländliche Zucht-, Reit- und Fahrverein Marl sein: Zu dessen Reitertag am Samstag, 14. März, auf dem Hof Rohmann erwartet der Fusionsverein mehrere hundert Reiterinnen und Reiter – dazu Eltern, Geschwister, Freunde. Die sind allerdings nicht alle zur gleichen Zeit auf der Anlage. Der Verein stehe in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, so Jörg Reibrich aus dem Vorstand. Noch soll der Reitertag wie geplant stattfinden.
  • Stadtsportverband Herten: Der SSV hat die für Freitagabend, 13. März, geplante, traditionelle Verleihung des Jugendsportpreises im Glashaus Herten abgesagt, wie die Geschäftsführerin Iris Walter mitteilt. 

Das Coronavirus hat den Kreis Recklinghausen erreicht. Alle Informationen im News-Blog.

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