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24 Stunden Dauerberieselung sorgen für ein saftiges Grün im Stadion am Südringweg.

Fußball

Lange Hitze macht auch dem Rasen zu schaffen

DATTELN - Am Donnerstagabend stehen die Kreispokalspiele der zweiten Runde an, am Wochenende startet die Meisterschaft in den Kreisligen A und B. Die wochenlange Hitze hat den Fußballplätzen zu schaffen gemacht. Wir haben uns in Datteln umgesehen, wie sie aussehen.

Für Klaus Pauly beginnt der Arbeitstag derzeit spätestens um sechs Uhr morgens. Ab dann läuft die Wasserkanone im Dattelner Ostringstadion. Das Ostringstadion ist städtisch, doch die Pflege hat der Verein übernommen.

Um die Mittagszeit hat Pauly sich in den Schatten am Vereinsheim gesetzt und nimmt einige tiefe Schlucke aus der Flasche Mineralwasser. Den Wasserhahn hat er abgedreht. „In der Mittagshitze wässere ich nicht. Dann verbrennt der Rasen.“ Von sechs Uhr bis etwa halb zehn laufen die Sprenger, dann erst am Abend wieder. „Nach dem Training, so ab 20.45 Uhr, mache ich sie wieder an. Bis etwa halb elf.“ Dann ist auch für ihn Feierabend.

Trotz seines Einsatzes ist der Rasen an vielen Stellen braun. „Ich mache das jetzt seit 20 Jahren“, erzählt Pauly, „aber eine derartige Hitze habe ich noch nicht erlebt. Der Rasen hat enorm gelitten. Noch einmal vier Wochen dieses Wetter würde er nicht überstehen.“

Ein paar Meter weiter sieht es besser aus. Der Platz am Südringweg, wo in der vergangenen Saison noch die Eintracht spielte, strahlt der Rasen in sattem Grün. Der Straf- und der Fünfmeterraum wurden in der Sommerpause repariert, neuer Rasen wurde ausgesät. Am Südringweg hat man einen Vorteil: Einen eigenen Brunnen. So kann das Wasser 24 Stunden am Tag laufen. Sechs Mal täglich werden die drei Sprenger umgestellt, drei Mal in der Woche wird der Rasen geschnitten. Nachteil ist der Sandboden, denn das wertvolle Nass versickert schnell in der Erde.

„Null Problemo“ vermeldet SW Meckinghoven. Der Verein spielt auf dem ersten Kunstrasenplatz Dattelns. Geschäftsführer Berthold Weidlich hat sich die Pflegeanleitung durchgelesen: „Der Platz muss nur einmal in der Woche gefegt werden.“ Wasser benötigt er nicht.

Ein Stückchen weiter, beim SV Horneburg, sieht es schon wieder anders aus. Bekanntlich hatten Maulwürfe dem Grün an vielen Stellen den Garaus gemacht. Der Verein tut alles, um den Platz wieder in Schuss zu bringen, doch immer noch klaffen große Löcher. „Wir wässern, wir walzen, wir haben Boden aufgefüllt, wir werden wieder neuen Samen ausbringen“, sagt Vorsitzender Robert Rohde, „am Torraum und im hinteren Bereich des Spielfeldes ist der Rasen gekommen, vorne an Eingang komischerweise nicht.“

Am Donnerstagabend empfangen die Horneburger im Pokal SuS Concordia Flaesheim, am Sonntag erwarten sie zum Meisterschaftsauftakt Titania Erkenschwick. „Ginge es nach mir, würden wir beide Spiele auf dem Ascheplatz bestreiten“, sagt Rohde.

Auf dem Ascheplatz an der Wiesenstraße ist Kültürspor Datteln beheimatet. Hier legt man Wert auf eine „staubfreie Zone“, wie Vorstandsmitglied Aletin Kurtal betont: „Am Abend vor dem Training wird ordentlich gesprengt, damit das Wasser einzieht, damit der Platz sich ordentlich vollsaugen kann. Vor jedem Spiel wird dann auch noch einmal gewässert.“

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