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Fußball - Schüsse im Hertener Derby beschäftigen das Sportgericht

Aktenzeichen Kreisliga B

HERTEN - Als Bruno Ruch noch ein junger Mann war, da gehörte die Fernsehsendung „XY ungelöst“ zu den Straßenfegern. Wenn Eduard Zimmermann mit seinen Kollegen Konrad Tönz und Peter Nidetzky zur deutsch-österreichisch-schweizerischen Verbrechersuche aufriefen, wurde so mancher Krimineller dingfest gemacht.

Bruno Ruch sucht händeringend Zeugen, die etwas zu den Vorfällen in Herten-Westerholt am Donnerstag vergangener Woche sagen können. Die Resonanz ist bislang mau. „Ich habe jemanden, der etwas zur Pyrotechnik sagen kann, die gezündet worden sein soll“, sagt Ruch. Auch sie ist Gegenstand des Sonderberichts, den der Schiedsrichter nach Spielschluss des Kreisliga-B-Derbys zwischen Westerholt und SuS Bertlich (2:4) verfasste. Weit brisanter ist aber: Wer war der Mann, der – laut Meinung eines unserer Leser im Netz gar maskiert – auf den Platz stürmte und der inmitten der jubelnden Spieler und Betreuer von SuS Bertlich Schüsse aus einer Pistole abfeuerte? Gab es den überhaupt? „Schüsse sind da einige gefallen, die hat man die ganze Zeit gehört“, sagt Holger Kraft. „Aber das kann ja auch sein, weil die Westerholter Schützen ihren Schießstand hinter dem Platz haben.“ Der Vorsitzende der Bertlicher Fußballabteilung war beim Derby unter den etwa 400 Zuschauern. Bei der Frage, ob er etwas zur Aufklärung der Sache beitragen kann, tut sich Holger Kraft schwer: „Ich weiß wirklich nicht, wer das gewesen sein kann.“ Etliche Zuschauer hätten sich während des Spiels rund um der Bertlicher Trainerbank versammelt. „Da waren auch Leute aus anderen Vereinen dabei“, sagt Kraft. Dass mit Schlusspfiff und dem 4:2-Sieg ein großer Jubel herrschte, dürfte unstrittig sein. Aber ob da wirklich jemand mit einer Waffe in der Hand gejubelt habe und diese sogar benutzt habe, um in die Luft zu schießen, könne er nicht sagen. Bei unseren Lesern im Netz sorgte der Vorfall, den ein namentlich der Redaktion bekannter Zuschauer bestätigen kann, für ungläubiges Kopfschütteln. Holger Kraft verfolgt die Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Wie er sich fühle bei den Anschuldigungen: „Nicht gut.“ Sportgericht sucht weiter Zeugen der Vorfälle Wie es nun weitergehe, wisse er nicht. Er habe von Staffelleiter Friedhelm Dukat bislang nur die Nachricht erhalten, dass die Angelegenheit an die zuständige Rechtsinstanz übergeben worden sei. Bruno Ruch, der Vorsitzende des Kreissportgerichts, hatte angekündigt, den Verein zu einer schriftlichen Stellungnahme auffordern zu wollen. „Das wird auch passieren“, sagt der Stuckenbuscher. Nur sei er gerade noch dabei, weitere Recherchen anzustellen. In Kürze aber dürfte SuS Bertlich Post erhalten. Bis dahin wird Bruno Ruch weiter den Eduard Zimmermann des Fußballkreises geben. Man darf auf die Auflösung gespannt sein.

Wer etwas zu den Vorkommnissen des Spiels sagen kann, den Einsatz von Pyrotechnik und den Pistolenschüssen nach Spielschluss (beides sind Gegenstand des Sonderberichts und der Ermittlungen), kann sich direkt an Bruno Ruch wenden: Telefon 0157/74735125. @

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