Jiu-Jitsu

Richtige Abwehr von realen Messerangriffen

DATTELN - In der Vorweihnachtszeit fand der 4. Teil der Lehrgangsreihe Deeskalationstraining und Selbstverteidigung unter der Überschrift „Face to Face – ADVANCED“ beim Gastgeber, Ippon Düsseldorf, unter der Federführung von Ehrenpräsident Gerd Keitel (7. DAN Ju-Jutsu) NWJJV statt.

42 Sportlerinnen und Sportler waren angetreten, um sich in einem dreistündigen Lehrgang der speziellen Herausforderung des Themas „Verhalten bei realen Messerangriffen“ zu stellen.

Referent Dietmar Schirrmacher (4. DAN Jiu-Jitsu) vom TV Datteln 09, polizeilicher Präventionsmanager „Gewaltbereite Jugendliche“, war mit seiner Teamkollegin Rosel Baumeister (2. Dan Jiu-Jitsu) auch in diesem Jahr angetreten, um das brisante Thema aus verschiedensten Perspektiven zu beleuchten.

Allein die statistischen Zahlen für NRW (572 Messerattacken von September 2017 bis März 2018) sowie die Tatsache, dass es in 95 % der Fälle zu sehr schweren bzw. tödlichen Verletzungen kommt, bewirkte bei den Teilnehmern eine entsprechend ernsthafte Grundhaltung.

In einem Mitschnitt von einer realen Messerattacke wurde unmissverständlich dargestellt, mit welcher Überlegenheit ein so bewaffneter Täter in nur wenigen Sekunden sein Opfer lebensbedrohend verletzen konnte. In der anschließenden „Täter/Opferanalyse“ erläuterte Schirrmacher deutlich, was in solchen Situationen grundsätzlich völlig anders laufen muss.

Als Einstieg in die Selbstverteidigungspraxis präsentierte der Referent klassische Techniken, wie sie in vielen Prüfungen zu sehen sind. Die in der Folge vorgetragenen Angriffe machten jedoch mehr als deutlich, dass bereits schnelle und aus der Bewegung geführte Messerattacken mit all ihren Varianten eine klassische Abwehr leicht durchbrechen können.

Basierend auf dieser Erkenntnis wurden aufeinander aufbauende Trainingsbausteine als Übungsreihe angelegt. Mit farbiger Kreide markierte Übungsmesser wurden eingesetzt, um die Effektivität der genutzten Abwehrtechnik zu visualisieren. Durch dieses direkte Feedback wurde den Teilnehmern deutlich gemacht, bei welcher „Fehlreaktion“ die meisten Verletzungen entstehen würden. Flankierend zum Lehrgang wurden immer wieder juristische Aspekte der Notwehr thematisiert.

Besondere Aufmerksamkeit erzeugte der Referent unter anderem im Trainingsmodul „Selbstbehauptung und Mentalstrategie“. In diesem Themenabschnitt wurden anhand realistischer Fallbeispiele und in Form praktischer Demos aufgezeigt, welche faszinierenden Auswirkungen auf Körper und Geist die sogenannten „Autonomen Reserven“ haben können.

Den Schlussteil bildeten zielgerichtete Drill-Trainings. In Gruppenform wurden alle erlernten Schritte auf sechs unterschiedlichen Ebenen abgerufen.

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