Judo

Eine 60-jährige Dattelner Erfolgsgeschichte

DATTELN - In diesem Jahr feiert der Dattelner Judoclub sein 60-Jähriges Bestehen. Bereits am letzten Septemberwochenende wurde im Rahmen einer Judo-Safari und einem Tag der offenen Tür, zu dem auch ganz herzlich behinderte Menschen eingeladen waren, ordentlich gefeiert.

Dabei hätte es dieses Jubiläum fast überhaupt nicht gegeben, denn als im Jahr 1964 der damalige 1. Vorsitzende Karl-Heinz Justrie sein Amt niederlegte, war niemand bereit, sein Nachfolger zu werden. Der damals 17-jährige Friedhelm Chmielewski, der schon zu dieser Zeit viele sportliche Erfolge im Judosport zu verzeichnen hatte und auch das Schüler- und Jugendtraining des Vereins leitete, rannte nach Hause und bekniete seinen Vater das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen. Und so übernahm Karl-Heinz Chmielewski seinem Sohn zuliebe den Vorsitz und sicherte somit das Fortbestehen des Dattelner Judoclubs.

Im Gründungsjahr 1958 hatte der Verein ca. 80 Mitglieder, später sogar über 300. Im Jahr 1973 richtete der Dattelner JC unter der Leitung von Friedhelm Chmielewski als erster Verein in Deutschland zwei bundesoffene Turniere für die Jugend aus. Bis zum Jahr 2002 folgten in jedem Jahr mindestens drei bundesoffene Turniere. In diesen Jahren kamen über 10 000 Jugendliche aus Deutschland und dem Ausland nach Datteln, denn der Dattelner Judo-Club richtete auch nationale und internationale Meisterschaften aus. Auch Dattelner Judokas waren in den 60 Jahren sehr erfolgreich.

„Leider ist es für einen verhältnismäßig kleinen Verein wie den Dattelner JC nicht so einfach, seine Talente zu halten“, bedauert Friedhelm Chmielewski. So setzten einige der hochtalentierten Judokas ihre Karriere in anderen Vereinen fort. Sina Felske beispielsweise kämpfte viele Jahre in der Bundesliga-Mannschaft des JC 66 Bottrop, Christian Nethövel in der 2. Bundesliga für Koriouchi Gelsenkirchen. „Dabei ist es nicht immer zwingend notwendig, den Heimatverein zu verlassen, um erfolgreich zu sein. Das zeigen beispielsweise die sehr erfolgreichen Tom und Jan Droste oder auch Jessica Mletzko“, sagt Chmielewski heute. Sie alle blieben ihrem Verein bisher treu.

35 Jahre lang leitete sein Vater Karl-Heinz Chmielewski den Verein und übergab den Posten 1998 an seinen Sohn. Friedhelm Chmielewski, 6. Dan, war und ist Dreh- und Angelpunkt im Verein. Seit 55 Jahren ist er Trainer und seit 50 Jahren ununterbrochen im Vorstand. 1988 startete er die Judo-Sommerschule der NWJV-Jugend in Hennef, die es auch heute noch gibt. 14 Jahre lang führte er den deutsch-japanischen Jugendaustausch zwischen dem NWJV und dem Hakodate Judoverband in Japan durch. In diesen Jahren waren jedes zweite Jahr japanische Judokas im Rahmen des Austausches auch Gäste des Dattelner Judo-Clubs. Der Dattelner Judo-Club hat zurzeit ca. 190 Mitglieder.

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