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Der Kampf um die Kreisliga A wird spannender, auch für die B-Junioren des SV Hochlar 28 und des TuS Haltern, die sich im Bild gegenüber stehen.

Jugendfußball - der neue Modus in den Kreisligen

Ab in den Lostopf

KREIS RECKLINGHAUSEN - Kurz vor Ostern sah sich der Jugendausschuss genötigt, in einer Rundmail alle Vereine auf die neue Aufstiegsregelung hinzuweisen. „Sicher ist sicher“, sagt der Ausschussvorsitzende Dominik Lasarz.

Es ist kein Reförmchen, das der Ausschuss zur neuen Saison wagt, sondern eine grundlegende Neuerung des Aufstiegsrechts. In jeder Saison muss sich jede Mannschaft von der D- bis in die A-Jugend nunmehr neu für eine Liga im Kreis qualifizieren.

Das Ziel dahinter ist klar formuliert: Einen ausgeglicheneren und damit spannenderen Spielbetrieb auf Kreisebene zu sichern, um eben auch den sinkenden Mannschaftszahlen im Kreis entgegen zu wirken.

Denn ein „Klassiker“ im Jugendfußball ist schließlich der: Eine Jugendmannschaft, bestehend zu einem großen Teil aus Altjahrgängen, spielt in der Kreisliga A eine starke Rolle. Nach der Saison rücken die Spieler hoch in die nächsthöhere Altersklasse, von unten kommt aber ein Jahrgang, der bei weitem nicht das spielerische Niveau mitbringt, jetzt aber Kreisliga A spielen muss. Was das bewirkt, ist an aktuellen Tabellen abzulesen. Ergebnisse von 0:7 oder 0:12 sind in einzelnen Spielklassen keine Seltenheit.

Vereine stehen hinter der Regelung

Die Folge: Die Jugendlichen verlieren den Spaß am Fußball, die Mannschaft wird in der Saison zurückgezogen. Oft genug sind diese Spieler dem Fußball damit verloren gegangen. Die Entwicklung im Jugendfußball ist im FLVW-Kreis 27 Recklinghausen, einem der größten in Westfalen, schließlich bedenklich. In den letzten sechs Jahren (2013 - 2019) hat sich der Mannschaftsbestand von 712 auf 577 reduziert, was einen Verlust in absoluten Zahlen von 135 bedeutet.

Die neue Aufstiegsregelung mit einer Qualifikationsrunde, die bis zu den Beginn der Herbstferien abgeschlossen sein wird, wurde bereits im vergangenen August bei einem gemeinsamen Workshop von Vereinen und Jugendausschuss erarbeitet. „Das haben wir nicht im stillen Kämmerlein entwickelt“, so Dominik Lasarz.

Bei einer anschließenden Umfrage unter allen Vereinen im Fußballkreis hätten sich 78 Prozent der Teilnehmer für eine Umsetzung ausgesprochen. Am 11. Dezember hat der Ausschuss die Regelung in die Spielordnung aufgenommen, seitdem habe es zwar zwei Rückmeldungen von Vereinen gegeben. Im Großen und Ganzen aber denkt der Ausschussvorsitzende, dass die kleine Revolution bei den Vereinen mittlerweile angekommen ist.

Der Fußball im Kreis ist damit keineswegs ein Vorreiter: „In anderen Kreisen wird das Modell schon praktiziert“, berichtet Lasarz. „Und das mit Erfolg.“ In anderen Sportarten ist es längst Standard.

Besserer Wettbewerb soll mehr Spaß bringen

Im Handball etwa müssen sich die Jugendmannschaften der kommenden Jahrgänge seit Jahren im Frühjahr für die Spielklassen im Herbst qualifizieren. Das Modell hat sich hier bewährt, selbst wenn auch im Jugendhandball innerhalb einer Liga es noch zu großen Leistungsschwankungen kommen kann. „Auszuschließen ist das nie“, sagt Dominik Lasarz. „Grundsätzlich sollte das neue Modell aber den Wettbewerb erhöhen.“

Dass die aktuelle Saison damit ein Muster ohne Wert wird, ist nicht zu befürchten: Die Meister der Kreisliga A steigen wie gewohnt in die Bezirksliga auf, bei den D-Junioren kommt es zu einer Aufstiegsrunde. Für alle anderen Mannschaften bedeutet das dann: Ab in den Lostopf, aus dem die Quali-Runden zusammengestellt werden.

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